Studium & Karriere | Tipps & Berichte | 09.12.2015

Studentisches Wohnen 2.0

Ein Wohnheim als Vordenkermodell

Mit „Cubity“ hat die Technische Universität Darmstadt mit Unterstützung der DFH Deutsche Fertighaus Holding AG und Industriepartnern das erste Plus-Energie-Modell eines Studentenwohnheims entworfen, das individuellen Wohnraum auf einer Grundstücksfläche von nur 16 m x 16 m bietet.

  • Außenansicht von „Cubity“, das auf dem Campus Lichtwiese in Darmstadt als „Living Lab“ sowohl unter energetischen wie sozialen Aspekten erprobt werden soll. Foto: Thomas Ott

  • Der Innenbereich von „Cubity“ bietet eine große Gemeinschaftsfläche. Foto: Thomas Ott

  • Für jeden der zwölf zukünftigen Bewohner steht eine Wohnzelle zur Verfügung. Fotos: Thomas Ott

  • Die Küchenzone wird gemeinschaftlich genutzt. Foto: Thomas Ott

  • Die Empore steht für eine gemeinschaftliche Nutzung bereit. Foto: Thomas Ott

  • Dass „Cubity“ nicht nur als Studentenwohnheim großes Potential hat, beweisen die zahlreichen Anfragen aus verschiedenen Branchen, die die TU Darmstadt und DFH seit der Präsentation in Versailles erhielten. Foto: DFH

Aufbau als Plusenergiehaus

Die Bauweise des Plus-Energie-Hau­ses orientiert sich an dem Kon­zept „Dorf im Haus“, da ge­mein­schaftliche Funktionen im Zusammenleben von Studieren­den überwiegen. Um einen zentralen Gemeinschaftsbereich, den Marktplatz, gruppieren sich sechs zweigeschossige „Cubes“, die sich aus je zwei eigen­ständigen Wohnzellen zusammensetzen. Neben dem Marktplatz können Küchenzone, Empore und Terrasse von den Be­wohnern frei genutzt werden. Sie passen sich den unterschiedlichen Alltagssituationen der Studierenden an.

Alle „Cubes“ bieten einen in­dividuellen Rückzugsort und konzentrieren sich auf private Funktionen wie Schlafen, Arbeiten und Körperhygiene. Die Duravit-Produkte der Serien „Happy D.2“ und „Darling New“ passen zu diesem experimentellen Wohn­konzept. Waschbecken und Kompakt-WCs bieten Komfort auf kleinstem Raum. Auf einer Grundfläche von 7,2 m² ermöglicht das speziell entwickelte Einbaumöbel, das Bett, Schrank, Stuhl, Tisch, Beleuchtung, Elektroversorgung und Stauraum beinhaltet, eine vielseitige Nutzung des Wohnraums. Das Obergeschoss wird über einzelne Treppen erschlossen, die auf einer Galerie zu den Zugängen der „Cubes“ führen, von denen jeder seine private Vorzone erhält.

Klimatische Schichten und TGA

Aufgebaut ist das Gesamtgebäude in mehrere klimatische Schichten und erzeugt mithilfe einer reversiblen Luft-/Wasser-Wärmepumpe vom Typ Stiebel Eltron „WPL 23 Cool“ die Aufheizung bzw. Abkühlung des Innenraums. Darüber hinaus erfolgt die Vorerwärmung des Trinkwassers über einen Heizwasser-Wärmespeicher. Mit Strom versorgt wird die Wärmepumpe überwiegend durch Photovoltaik­module auf dem Dach. Die Gemeinschaftsbereiche werden natürlich über Eckfenster belüftet und Oberlichter entlüftet. Die „Cubes“ verfügen über Abluftanlagen.

Der Fußboden des zweigeschossigen Wohnpavillons wird im gemeinschaftlich nutzbaren Bereich auf 106,5 m2 Fläche mit der Trockenbau-Flächenheizung Uponor-„Siccus“ geheizt, die zwölf Schlaf-Cubes werden mit dem Kassettendeckensystem Uponor-„Com­fort Panel HL“ beheizt und gekühlt. In jedem Cube wurden neun davon mit einem quadratischen Rastermaß von 62,5 cm ver­baut. Das System gewährleistet den jahreszeitlich bedingten Temperaturausgleich des Marktplatzes, der als Zwischenklimazo­ne konzipiert ist. Die integrierten PE-Xa-Rohre im „Comfort Panel“ werden im Heizfall mit 36/34 °C, im Kühlfall mit 15/17 °C be­trie­ben. Die Abluft aus dem etwa 4 m2 großen Wohnbereich wird zudem zum Heizen und Kühlen des Nassbereichs genutzt.

Aufstellort Campus

Nach der Erstpräsentation auf dem „Solar Decathlon Europe 2014“ in Versailles wird das für zwölf Studenten konzipierte Plus-Energie-Haus auf dem Campus Lichtwiese in Darmstadt als „Living Lab“ sowohl unter energetischen als auch sozialen Aspekten in der Praxis erprobt.

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      Frank Urbansky, Freier Journalist und Fachautor, Mitglied der Energieblogger, 04158 Leipzig

      Foto: Buderus

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