Energie/Solar | Unternehmen + Markt | 23.11.2011

Klinikimmobilien

Optimierungspotentiale von Bedeutung

Wenn davon die Rede ist, dass im Gebäudebestand ein großes Potential zur Energieeinsparung steckt, ist meist der Eigenheimbesitzer oder der Wohnungsbau angesprochen. Welches große Po­ten­tial in anderen Gebäudeformen steckt, wird bislang nur selten the­ma­ti­siert. Auf der Fachtagung „Die Klinikimmobilie der nächs­ten Generation“ – dazu ein Nachbericht auf Seite 6 in dieser Ausgabe – wurde ein solches Thema zwei Tage lang in­ten­siv behandelt.

Der Energieverbrauch in Kliniken und Krankenhäusern liegt um­gerechnet auf ein Kran­ken­hausbett bei dem von drei Einfamilienhäu­sern. Bei 503 000 Kran­ken­hausbetten in Deutschland entspricht dies dem Energie­bedarf von 1,51 Mio. Einfamilien­häusern. Einsparun­gen, die in einem Kran­ken­haus umgesetzt werden, sind damit in ihrer Auswirkung deut­lich größer und meist auch schneller zu erreichen, als die vielen, kleinen Schritte, die in den Einfamilien­häu­sern zur Verringerung des Energieverbrauchs umgesetzt werden müssen.
Dabei muss mit Augenmaß vorgegangen werden. Denn nicht nur der Energiebedarf muss unter die Lupe genommen werden, sondern auch die Aufgaben, die ein Krankenhaus heute und zukünftig für Patienten erfüllen soll.
Ein Krankenhausgebäude muss für seine Aufgaben also so er­tüch­tigt werden, dass sich Patienten wohlfühlen und eine optimale Be­handlung erleben dürfen. Dabei muss der Energiebedarf insgesamt so gering wie möglich ausfallen. In manchen Fällen kann es daher schon ein bedeutender Erfolg sein, den Energiebedarf eines Krankenhauses konstant zu halten. So z. B. wenn dieses mit Neubauten erweitert wird. 1,5 % an Zubau pro Jahr sind dabei durch­aus möglich, wie auf der Fachtagung von einem konkreten Fall berichtet wurde. Dementsprechend bedeutend ist die Aufgabe für die TGA-Ver­ant­wortlichen in Krankenhäusern, mit dem vorhandenen, meist sehr begrenzten Budget, Maßnahmen effizienzbringend umzusetzen. Hier exisitiert ein Aufgabenfeld, dass die TGA-Branche in den nächsten Jahren mit Fachwissen und Fingerspitzengefühl anpacken sollte.
„Die energetische Optimierung des Gebäudetyps Klinikum ist eine Herausforderung, die mit Fachwissen und Fingerspitzengefühl in Angriff genommen werden muss“

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  • Heft 06 / 2012

    Behagliche Wärme aus dem Abwasserkanal – Das Kinderhaus Märzwiesen in Rauenberg

    Dass für die behagliche Wärme im Neubau der Kindertagesstätte Märzwiesen das Abwasser im Kanal vor dem Gebäude herhalten muss, wirkt zunächst befremdend. Bei genauerem Hinsehen erkennt man Vorteile, die gut nachvollziehbar sind und sich auf weitere, zukünftige Projekte im In- und Ausland übertragen lassen. Im Interesse des Klimaschutzes liegt es nahe, auch Abwärme zu nutzen.

  • Heft 07- 08/2012

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