Technisch, ökonomisch und architektonisch vorteilhafte Lösungen

Webbasierter Leitfaden hilft bei Planung von bauwerkintegrierter Photovoltaik

Das Projekt „UnIT-Neubau eines IT- und Rechenzentrums für die Universität Mannheim“ wird mit einer BIPV-Fassade ausgestattet sein. Im webbasierten Leitfaden entspricht das der standardisierten BIPV-Normallösung C-Sond-BR-01.
Bild: Wulf Architekten

Das Projekt „UnIT-Neubau eines IT- und Rechenzentrums für die Universität Mannheim“ wird mit einer BIPV-Fassade ausgestattet sein. Im webbasierten Leitfaden entspricht das der standardisierten BIPV-Normallösung C-Sond-BR-01.
Bild: Wulf Architekten
Ein neuer, webbasierter Leitfaden vermittelt 15 technisch, ökonomisch und architektonisch vorteilhafte Lösungen für die Integration von Photovoltaik in Dächer und Fassaden. Die standardisierten Konstruktionsprinzipien für Bauwerkintegrierte Photovoltaik (BIPV) machen es Architektinnen, Planenden und Projektentwicklern leicht, PV in ihre Entwürfe mit einzubeziehen. Gleichzeitig können sie sich sicher sein, dass sie technisch umsetzbare Lösungen wählen, die alle normativen und bauordnungsrechtlichen Anforderungen erfüllen. Design und gestalterische Umsetzung der gewählten BIPV-Lösung bleiben flexibel.

Architekten, Planende und Projektentwicklerinnen sehen sich häufig mit der Forderung nach einer ausgeglichenen CO2-Bilanz eines Gebäudes durch die Integration von PV in Dach und Fassade konfrontiert. Ein hoher Planungsaufwand durch fehlendes Know-how und die geringe Erfahrung verhindern jedoch oft die Umsetzung solcher Ziele. Ein Konsortium aus Forschung, Architektur, Fassadenplanung und Solarwirtschaft hat im Projekt »Solar Envelope Center« einen webbasierten Planungsleitfaden entwickelt, durch den Planende unkompliziert die für sie passende BIPV-Lösung in den frühen Planungsphasen nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) finden können.

Screenshot des Bauart-Konfigurators im BIPV- Leitfaden. Die Fassaden-Normallösung C-Sond-BR-01 fand im obenstehenden Entwurf von Wulf Architekten Verwendung.
Bild: Fraunhofer ISE

Screenshot des Bauart-Konfigurators im BIPV- Leitfaden. Die Fassaden-Normallösung C-Sond-BR-01 fand im obenstehenden Entwurf von Wulf Architekten Verwendung.
Bild: Fraunhofer ISE
Diese standardisierten BIPV-Lösungen können für den Entscheidungsprozess frühzeitig visualisiert und im Verlauf des Bauvorhabens weiter ausgearbeitet werden. Während weder Hersteller oder Produkt und damit auch kein genaues Design vorgeben werden, können die Planenden sich sicher sein, dass sie technisch einwandfreie, massentaugliche Lösungen wählen, welche die geforderten normativen und bauvorschriften-spezifischen Anforderungen erfüllen.

Der Planungsleitfaden verfügt über eine Eingabemaske, in der die Leistungsphase, in der sich das Bauprojekt befindet, sowie die gewünschte Einbaukategorie angegeben werden. »In einem zweiten Schritt können Nutzenden in einem komfortablen Konfigurator die Parameter anpassen, die für das Bauvorhaben zutreffen und erhalten die für das Projekt passenden BIPV-Normallösungen. In den frühen Leistungsphasen dienen sie als ‚Platzhalter‘, die dann später ausgearbeitet werden können. Die BIPV-Normallösungen weisen gewisse Freiheiten bei der Systembilanz und im Moduldesign auf, zum Beispiel in Bezug auf Vorder- und Rückseitenglastyp, Glasdicken, Modulabmessungen, Zelltechnologie und -belegung sowie die Einkapselungsmaterialien.

Kai Babetzki, Berater bei Drees & Sommer SE und Mitglied des Projektkonsortiums erklärt hierzu: „BIPV-Normallösungen können andersherum auch für Modulhersteller als Orientierung zur Ergänzung ihres Produktportfolios mit individuellen Fertigungsmöglichkeiten dienen. Noch ist bauwerkintegrierte Photovoltaik eine Nische, doch ihr Potenzial ist groß. Dass es sich heute schon lohnt, kann man mit Hilfe des Amortisationsrechners prüfen, den wir ebenfalls in den BIPV-Planungsleitfaden aufgenommen haben.“

Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie Landesverband Berlin Brandenburg e.V. (DGS) entwickelte im Projekt Weiterbildungsmaßnahmen zum Thema BIPV für Solarfachkräfte, Installateurinnen, Planer, Energieberaterinnen und Architekten. Innerhalb der Seminare wird auch der Umgang mit dem Webtool vermittelt.

Entwickelt wurden die standardisierten BIPV-Lösungen, die als Planungsgrundlage verwendet werden können, im Rahmen des Forschungsprojekts „Solar Envelope Center – Planungsunterstützung für die Solarisierung der Gebäudehülle in Neubau und Bestand“. Das dreijährige Verbundprojekt wurde durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie BMWE gefördert. Projektpartner sind das Fraunhofer ISE, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI), Drees & Sommer SE, Wulf Architekten GmbH und IBC SOLAR AG sowie die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie Landesverband Berlin Brandenburg e.V. (DGS).

Hier geht’s direkt zum Online-Leitfaden: http://www.bipv-planung.de/

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