Viessmann KWK-Forum 2014

150 Experten trafen sich in Allendorf

Am 12. und 13. November 2014 trafen sich rund 150 hochrangige Experten aus Branche und Politik zum Viessmann Kraft-Wärme-Kopplungs-Forum im Infocenter Allendorf. Die Vorträge und Diskussionen beschäftigten sich mit der Rolle der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) im künftigen Energieversorgungskonzept und den daraus resultierenden Chancen für die Branche. Die Entscheidung, die Forenreihe weiterzuführen, fiel vor dem Hintergrund der rasanten Entwicklung beim Ausbau von Erzeugungskapazitäten regenerativen Stroms innerhalb der letzten Jahre. Die volatilen Energieträger Wind und Sonne müssen in das Gesamtsystem integriert und deren Fluktuationen ausgeglichen werden. Dazu kann die KWK einen entscheidenden Beitrag leisten.

 

Stromproduktion und Wärmebedarf zeitlich entkoppelt

In seiner Begrüßungsrede betonte Dr. Frank Voßloh, Geschäftsführer der Viessmann Deutschland GmbH (www.viessmann.de), dass es in Zukunft nicht mehr vertretbar sein wird, „Strom und Wärme zu einem so großen Teil wie bisher getrennt zu erzeugen“. Deshalb müsse die KWK in allen künftigen Debatten eine bedeutende Rolle spielen. Auch wenn man schon heute „theoretisch mit Windrädern und Photovoltaikanlagen den gesamten Spitzenbedarf an Strom abdecken könne“, so Dr. Voßloh, müsse damit gerechnet werden, dass solche Spitzenbedarfe auch an „kalten, trüben und windstillen Wintertagen auftreten“. Die Kraft-Wärme-Kopplung sei beim Einsatz mit Pufferspeichern zudem die ideale Ergänzung zu den erneuerbaren Energien Wind und Sonne, da „Stromproduktion und Wärmebedarf zeitlich entkoppelt werden“.

 

Themenfeld: Marktanalyse, Technologie, und Rahmenbedingungen für BHKW

 Zur „Rolle von KWK-Systemen in der Energiewende“ referierte Markus Dönges, Leiter des Product Sales Management der Viessmann Deutschland GmbH. Er eröffnete damit den Themenkomplex aus Marktanalyse, Technologie und Rahmenbedingungen für BHKW. Markus Gailfuß, Inhaber der Firma BHKW-Consult, informierte im Anschluss über das vom Bundesumweltministerium ins Leben gerufene „Mini KWK Impulsprogramm“, das kleinere KWK-Anlagen mit einer Leistung unter 20 kW fördert.

 

Impulse durch die Politik

Welche Impulse durch die Politik erfoIgen können, war Vortragsthema des Bundestagsabgeordneten Dr. Joachim Pfeiffer. Dem wirtschafts- und energiepolitischen Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag folgte Thorsten Herdan als Redner. Er referierte über die Möglichkeiten der Bundesregierung zur Forcierung der Energiewende. Im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ist Thorsten Herdan Leiter der Abteilung „Energiepolitik – Wärme und Effizienz“. Genau wie Dr. Pfeiffer reiste er eigens für das Viessmann KWK-Forum aus Berlin an.

 

Podiumsdiskussion: Politik trifft Praxis

Das erste Themenfeld wurde mit einer Podiumsdiskussion zur Vereinbarkeit von Politik und Praxis abgeschlossen, die von Manfred Greis, Viessmann Generalbevollmächtigter und Leiter der Unternehmenskommunikation, moderiert wurde. Teilnehmer der Debatte waren Thorsten Herdan, Dr. Joachim Pfeiffer, Hans-Hermann Freischlad, Geschäftsführer der Freischlad GbR, die bisher 600 KWK-Anlagen geplant hat, sowie Ulrich Ruwier, Geschäftsführer des zur Viessmann Group gehörenden BHKW-Herstellers ESS – Energie Systeme & Service GmbH.

 

Themenfeld: Mikro-KWK und BHKW – Lösungen für verschiedene Anwendungen

Im Rahmen des zweiten großen Themenkomplexes über Mikro-KWK und BHKW machte Bram Peters, Leiter des Produktmanagements der Viessmann Werke Allendorf GmbH, deutlich, dass „die Nutzung des selbst erzeugten Stroms im eigenen Haus den Bezug teuren Stroms aus dem öffentlichen Netz verringert“. Peters stellte mit „Vitovalor 300-P“ eine Brennstoffzelle für den Einsatz im Einfamilienhaus dar. Sie ist eine Gemeinschaftsentwicklung mit der Panasonic Corporation und das erste in Serie gefertigte Gerät dieser Art auf dem europäischen Markt. Das mit Erdgas betriebene Brennstoffzellenmodul verfügt über eine elektrische Leistung von bis zu 750 W; womit ein Großteil des Bedarfs im Haushalt gedeckt werden kann.

Forum 1: BHKW

Im Rahmen von drei Foren wurden die zuvor behandelten Themen unter Zuhilfenahme von Praxisbezügen vertieft. Dabei widmete sich das erste Themenforum dem großen Bereich BHKW. Netzzugangsbedingungen und Antragsdetails für KWK, die eine höhere Leistung als 50 kW aufweisen, wurden ebenso erörtert wie die Regelungstechnik für bi- und multivalente Anlagen und die Frage, wie man BHKW richtig auslegt.

 

Forum 2: Mikro-KWK

„Batteriespeicher in Verbindung mit Mikro-KWK-Systemen“ war ein Thema des zweiten Forums. Am Beispiel des Brennstoffzellenheizgeräts „Vitovalor 300-P“ wurden Chancen und Herausforderungen bei der Vermarktung von KWK-Systemen aufgezeigt. Mittels ausgewählter Referenzobjekte wurde darüber hinaus die praktische Anwendung von Mikro-KWK anschaulich dargestellt.

 

Forum 3: Organisation

Im dritten Themenforum schließlich wurden den Teilnehmern Informationen zu verschiedenen organisatorischen Aspekten gegeben. So gab es wichtige Tipps für die Planung und Auslegung von Mikro-KWK-Systemen; darüber hinaus zeigten die Referenten auf, wie wichtig Wartung und Service für eine enge und weiterführende Kundenbindung sind.

 

Alle Teilnehmer des KWK-Forums hatten am Ende der Veranstaltung Gelegenheit, an einer Besichtigung des Allendorfer Werks teilzunehmen.

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