Heizkostenverteiler für die Verbrauchserfassung von Raumheizflächen

DIN EN 834:2013 − Vergleich zur Vorgängernorm

Heizkostenverteiler werden seit vielen Jahrzehnten erfolgreich zur Erfassung des Heizwärmeverbrauchs und zur verbrauchsabhängigen Abrechnung der entsprechenden Heizkosten eingesetzt. Seit den 1980er Jahren sind in Deutschland die Anforderungen an die Geräte, deren Anwendung sowie die Geräteprüfung genormt. Seitdem gab es große Fortschritte in der Gerätetechnik, wie z.B. die Möglichkeit der Funkablesung. Andererseits ergeben sich durch Heizungssysteme mit sehr niedrigen Betriebstemperaturen auch neue Randbedingungen für den Einsatz dieser Geräte. Dies war Anlass, die Norm-Anforderungen an elektronische Heizkostenverteiler zu überprüfen und die europäische Norm DIN EN 834 zu überarbeiten.

Ein Vergleich von DIN EN 834:2013-12 mit der Vorgängernorm DIN EN 834:1994-11 lässt praxisbedeutende neue Inhalte erkennen. Zu diesen zählen:

− Eine präzise, den nachfolgenden fachspezifischen Inhalten dienende Formulierung aller wesentlichen Begriffe, die auch für den interessierten Laien verständlich ist;

− Einführung einer unteren messtechnischen Temperatur-Einsatzgrenze tmin in Ver-bindung mit einer Zählbeginn-Übertemperatur (Start-Temperaturdifferenz) Δtz für Heizkostenverteiler nach dem Zweifühler-Messverfahren auf Basis einer neuen Untersuchung [1];

− Aufgrund der Untersuchungsergebnisse: Einführung entsprechender, numerischer Kriterien in die Norm;

− Festlegung eines einheitlichen Befestigungsortes für Heizkostenverteiler nach dem Einfühler- und Zweifühler-Messverfahren basierend auf einer wissenschaftlichen Untersuchung [2].

Die Einführung der unteren messtechnischen Temperatureinsatzgrenze und die Präzisierung in der Anwendung der Zählbeginnübertemperatur sowie die einheitliche Vorschrift für den Befestigungsort bewirken eine Verbesserung in der Genauigkeit der Verbrauchserfassung und zugleich eine höhere Zuverlässigkeit für deren „flächendeckende“ Einhaltung. Dies gilt in besonderem Maße für die Lage des Befestigungsortes (Montageortes). Die Festlegung für diesen alle anderen Einflussgrößen überragenden Parameter war in der Vorgängernorm DIN EN 834:1994-11 noch der Entscheidung des Messgeräteherstellers überlassen.

Fazit

Die Neufassung der DIN EN 834:2013 hat die Anforderungen an Messgeräte als solche sowie die Anforderungen an die Anwendung in Heizungsanlagen erweitert und präzisiert. Hierdurch wird die Norm eine höhere Qualität der Verbrauchserfassung mit Heizkostenverteilern bewirken. Die Norm fördert auf diese Weise die Akzeptanz der verbrauchsabhängigen Heizkostenabrechnung und stellt im Falle von Beschwerden über die Abrechnung (in der Regel Rechtsstreitigkeiten) eine solide Basis für die Beilegung von Streitfragen dar.


Literatur:

[1] Zöllner, G und W.-D. Geisenheimer: Untersuchung zur unteren Temperatur-Einsatzgrenze und zur Start-Temperaturdifferenz für Heizkostenverteiler nach dem Zweifühler-Kompakt-Messverfahren. Gesundheits-Ingenieur 125 (2004) Heft 1, S. 3 – 13.
[2] Zöllner, G. und W.-D. Geisenheimer: Optimale Montagehöhe für Heizkostenverteiler
nach dem Zweifühler-Kompakt-Messverfahren an Radiatoren. HLH 54 (2003) Nr. 3, S. 42 – 49 und Nr. 4, S. 36 – 39.

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