FH Münster startet Projekt „Energiespeicher in der Praxis“

Überschüssige Energie lokal speichern und einsetzen

Die Stromerzeugung durch Photovoltaikanlagen und Windräder ist unregelmäßig – mal liefert die Natur zu viel Energie, die nicht komplett in Strom umgewandelt werden kann, mal gar keine.

„Genau in diese Lücke wollen wir mit unserem Projekt ,EnerPrax‘ stoßen“, erklärt Dr. Elmar Brügging von der FH Münster. „Wir testen unterschiedliche Speichertechnologien, die überschüssige Energie auffangen und wieder zur Verfügung stellen. Außerdem wollen wir diese Speicher je nach Wettersituation flexibel und optimal einsetzen können. Wir fragen uns: Was passt zu welchem Bedarf?“ „EnerPrax“ (https://www.fh-muenster.de/fb4/fue/fue_gebiete/null-emissionskonzepte/enerprax.php) steht für Energiespeicher in der Praxis. Das rund zehnköpfige Team testet u.a. Lithium-Ionen-, Blei-Gel- oder Redox-Flow-Batterien, aber auch mechanische Speicher wie Schwungradmassenspeicher. Ebenso kommt eine Power-to-Gas-Technologie zum Einsatz. Sie wandelt Strom in Wasserstoff und schließlich über einen biologischen Prozess zu Methan um, das bei entsprechender Qualität in das Erdgasnetz eingespeist werden kann. „Uns geht es auch um den Nachhaltigkeitsaspekt des Projekts“, sagt der Leiter des Forschungsteams am Fachbereich Energie – Gebäude – Umwelt, Prof. Dr. Christof Wetter. „Wir wollen zeigen, dass Überschüsse aus regional produzierten erneuerbaren Energien smart lokal gespeichert und weiterverwendet werden können. Man muss sie nicht zwangsläufig mit aufwendiger Infrastruktur zu einer zentralen Speicherung transportieren.“
Umgesetzt wird das Projekt im Bioenergiepark Saerbeck. „Den Untersuchungen liegt der Lastgang der Gemeinde zugrunde, dies ist ein Profil mit detaillierten Daten zu Stromerzeugung und -verbrauch von Saerbeck“, so Dr. Elmar Brügging. Die Projektergebnisse sollen sich auf ländlich strukturierte Städte und Gemeinden NRW-weit übertragen lassen. Im Fokus stehen vor allem kurze bis mittelfristige Speicherbedarfe – Energie für wenige Sekunden bis einige Stunden. Auch Privatpersonen profitieren vom Projekt. „Wir planen unter anderem Führungen und Workshops, bei denen die Besucher die Speicherfunktionen per Tablet selbstständig kennenlernen können.“ Das Projekt läuft bis November 2019. Die Europäische Union und das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz unterstützen „EnerPrax“ mit insgesamt 1,7 Mio. €. Projektpartner neben der FH Münster sind das Gas- und Wärme-Institut Essen, die Gelsenwasser AG, die Gemeinde Saerbeck sowie die Saerbecker Ver- und Entsorgungsgesellschaft.

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