Deutsche Gebäudearmaturenhersteller trotzen der Euro-Krise

Zweistelliges Umsatzwachstum in 2012

Die deutschen Gebäudearmaturenhersteller konnten 2011 abermals beim Umsatz zulegen und ein nominales Umsatzplus von insgesamt 12 % im Vergleich zum Vorjahr erzielen. Dies meldet der VDMA-Fachverband Armaturen. Der Binnenmarkt erwies sich als stabil; das Auslandsgeschäft trotzte der Euro-Krise.

 

Der Auftragseingang der deutschen Gebäudearmaturen lag 2011 um nominal 10 % über dem Ergebnis des Vorjahres. Der Umsatz im Inland wuchs um 10 %, das Auslandsgeschäft um 15 % im Vergleich zum Vorjahresniveau.

 

Die Menschen scheuten eine Geldanlage in Aktien und Wertpapiere und investierten stattdessen in ihre eigenen vier Wände. Das kam der Branche zugute. Die Auftragsbücher des SHK-Handwerks sind nach wie vor voll. In den einzelnen, vom VDMA statistisch erfassten, Produktgruppen entwickelten sich die Umsätze 2011 durchweg positiv. Die Hersteller von technischen Gebäudearmaturen erzielten insgesamt ein nominales Umsatzplus von 15 %, die Umsätze der Sanitärarmaturenhersteller stiegen um 11 %. Der Umsatz der Heizungsarmaturenhersteller wuchs um 14 % im Vergleich zum Vorjahr.

Ende der Wohnungsbauflaute

Nach Jahren der Wohnungsbauflaute in Deutschland gehen die Landesbausparkassen für 2011 von einem Sprung um 20 % gegenüber dem Vorjahr auf 225.000 genehmigte Wohneinheiten aus. Für 2012 prognostiziert die LBS ein weiteres Wachstum um knapp 5 % auf 235.000 Genehmigungen. Die Beschäftigungs- und Einkommensperspektiven sind gut, die Zinsen niedrig, so dass nicht nur Bestandsimmobilien sondern auch der Neubau auf ein breites Interesse stoßen.

 

Im restlichen Europa ist die Bauwirtschaft nach wie vor durch das gesamtwirtschaftliche Umfeld und die Konjunktureintrübung geschwächt. Euroconstruct rechnet in seiner aktuellen Studie für 2012 nicht mit einer nachhaltigen Erholung. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede in der länderspezifischen Entwicklung der Baukonjunktur. In den nordischen Ländern (Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden) wurde der Tiefpunkt der Baukonjunktur bereits 2010 erreicht, und auch in Mitteleuropa entwickelt sich die Bauwirtschaft sehr stabil; das Wachstum ist hier jedoch etwas niedriger als in den skandinavischen Ländern. Mit Ausnahme Polens, dessen Bausektor ausgesprochen dynamisch ist, zeichnet sich in Ostmitteleuropa noch keine Rückkehr auf einen Wachstumspfad ab. Am ungünstigsten sind die Aussichten jedoch weiterhin in den südlichen Ländern Spanien, Italien und Portugal sowie in Irland und Großbritannien.

Export gestiegen

 

Laut Angaben des Statistischen Bundesamts stieg der deutsche Export von Gebäudearmaturen von Januar bis November 2011 um rund neun Prozent auf knapp 2 Mrd. €. Frankreich, Österreich und die Niederlande behaupteten ihre Position als „Top drei Absatzmärkte“ für Gebäudearmaturen. Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit USA (+ 33 % auf 131 Mio. €), Russland (+ 24 % auf 82 Mio. €) und China (+ 21 % auf 115 Mio. €). Während in den USA der Wohnungsbau noch in der Krise steckt und 2011 hauptsächlich Apartmenthäuser neu gebaut wurden, ist die russische Bauwirtschaft wieder in Schwung gekommen. Auch die chinesische Immobilien- und Bauwirtschaft hat sich 2011 trotz regionaler Immobilienblasen stabil entwickelt. Zunehmend machen der Branche jedoch restriktive Maßnahmen der Regierung sowohl bei der Steuerung der Kreditvergabe als auch der Nachfrage (Beschränkung des Wohnungskaufs pro Familie) zu schaffen. Hinzu kommt die weltweit nachlassende Wirtschaftskonjunktur. Beide Effekte könnten sich 2012 gegenseitig verstärken.

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