Verlässliche Energieversorgung für kritische Infrastrukturen

Psychiatrische Klinik Lüneburg setzt auf leistungsstarke Energieverteilung

Krankenhäuser zählen zu wichtigen kritischen Infrastrukturen. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Energieversorgung. Am Beispiel des Neubaus der Psychiatrischen Klinik Lüneburg zeigt sich, wie moderne Energieverteilung und digitale Planungstools zu Ausfallsicherheit, Normkonformität und einer zukunftsfähigen Infrastruktur beitragen.

Der Neubau der Psychiatrischen Klinik Lüneburg wurde mit einer leistungsfähigen Energieverteilung ausgestattet, die auf hohe Ausfallsicherheit und zukünftige Erweiterbarkeit ausgelegt ist.
Bild: Hager

Der Neubau der Psychiatrischen Klinik Lüneburg wurde mit einer leistungsfähigen Energieverteilung ausgestattet, die auf hohe Ausfallsicherheit und zukünftige Erweiterbarkeit ausgelegt ist.
Bild: Hager
Die Psychiatrische Klinik Lüneburg (PKL) ist als kommunale Fachklinik und akademisches Lehrkrankenhaus des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf eine zentrale Einrichtung für die psychiatrische, psychotherapeutische und psychosomatische Versorgung in der gesamten Region. Im Rahmen eines mehrstufigen Bauprojekts wird das traditionsreiche Hauptgebäude aus den 1970er Jahren durch einen modernen Neubau ersetzt, um die medizinische Versorgung langfristig zu sichern und die räumlichen Strukturen an aktuelle Anforderungen anzupassen.

Das Herzstück der neuen Energieversorgung bildet die Hager Niederspannungshauptverteilung „unimes H“ bis 4.000 A. Die Anlage gewährleistet nicht zuletzt durch ihre hohe Kurzschlussfestigkeit eine maximale Ausfallsicherheit, die für den Betrieb der PKL als kritische Infrastruktur unverzichtbar ist. Für die selektive Absicherung der Stromkreise sorgt der offene Leistungsschalter „HW1“. Die Schalter können als Einspeiseschalter für trafonahe Anwendungen in Niederspannungshauptverteilern eingesetzt werden, da sie bei selektiver Einstellung Kurzschlussströme ausreichend lange halten können, ohne auszulösen. Damit bleibt dem Schutzgerät, das dem Fehler am nächsten liegt, genügend Zeit, um den Fehler abzuschalten.

Die Niederspannungshauptverteilung „unimes H“ bildet das Herzstück der Energieversorgung und sorgt für eine selektive sowie ausfallsichere Stromverteilung.
Bild: Hager

Die Niederspannungshauptverteilung „unimes H“ bildet das Herzstück der Energieversorgung und sorgt für eine selektive sowie ausfallsichere Stromverteilung.
Bild: Hager
Die präzise Schalttechnik minimiert damit die Risiken sowohl für die Anlage als auch für das Personal und trägt so entscheidend zu einem zuverlässigen und wartungsfreundlichen Betrieb in der PKL bei. Die modulare und robuste Bauweise des Leistungsschalters ermöglicht zudem eine flexible Integration in die Energieverteilung und unterstützt eine einfache Anpassung an zukünftige Leistungsanforderungen.

Sicherheit durch passiven ­Störlichtbogenschutz

Um eine unterbrechungsfreie Stromversorgung unter allen Bedingungen sicherzustellen, sind die Anlagen „unimes H“ mit einem passiven Störlichtbogenschutz ausgestattet. Dieser leitet im Fehlerfall die Energie des Lichtbogens kontrolliert ab und stellt eine gezielte Druckentlastung sicher. Personen und Betriebsmittel der PKL werden so zuverlässig geschützt; zusätzlich bleibt die Verfügbarkeit der Energieversorgung sichergestellt.

Sicherer Wechsel zwischen Netz- und Ersatzversorgung

Sven Müller, Geschäftsführer Elektro Müller GmbH, im Gespräch mit Hagers Dennis Tatje über die Funktion der Umschalteinheit „HZI855“.
Bild: Hager

Sven Müller, Geschäftsführer Elektro Müller GmbH, im Gespräch mit Hagers Dennis Tatje über die Funktion der Umschalteinheit „HZI855“.
Bild: Hager
Für eine jederzeit verlässliche Stromversorgung der PKL sorgt auch die Umschalteinheit „HZI855“. Dieser für Niederspannungsanwendungen entwickelte ATS-Controller erfüllt die internationalen Normen IEC 60947-6-1, IEC 61010-1 und IEC 61010-2-201 sowie die Installationsnormen IEC 60364-1 und IEC 60364-7-710. Das Gerät steuert den automatischen Wechsel zwischen Netz- und Ersatzversorgung nach DIN VDE 0100-710 und gewährleistet so eine kontinuierliche Energieverfügbarkeit im Klinikbetrieb – auch bei Störungen oder Wartungsarbeiten. Aufgrund ihrer intelligenten Steuer- und Überwachungsfunktionen erkennt der ATS-Controller Spannungsabweichungen in Echtzeit und schaltet lastgerecht um, bevor kritische Zustände entstehen. Umfangreiche Diag­nosemöglichkeiten und eine präzise Ereignisprotokollierung erhöhen dabei die Transparenz und Betriebssicherheit. Diese Automatiklösung trägt entscheidend dazu bei, dass die Energieversorgung der Klinik jederzeit stabil, sicher und normkonform bleibt.

Transparenter Anlagenbetrieb

Die Unterverteilungen sorgen für eine sichere und bedarfsgerechte Stromverteilung in den einzelnen Gebäudebereichen der Klinik.
Bild: Hager

Die Unterverteilungen sorgen für eine sichere und bedarfsgerechte Stromverteilung in den einzelnen Gebäudebereichen der Klinik.
Bild: Hager
Für eine lückenlose Überwachung und Analyse der Klinik-Energieflüsse sorgen „h3+“-Leistungsschalter mit Energy-Auslöseeinheit mit integrierter Messdatenerfassung. Alle relevanten Messwerte und Schaltzustände lassen sich über Türeinbaudisplays direkt an der Anlage ablesen – für maximale Transparenz, effizientes Energiemanagement und eine Anlagenüberwachung in Echtzeit.

Insgesamt erfüllt das System damit alle Anforderungen an eine moderne Klinik-Infrastruktur: selektive Absicherung, schnelle Fehlererkennung, klare Strukturierung der Stromkreise und einfache Wartung. Aufgrund der modularen Bauweise lässt sich das System zudem flexibel an zukünftige Leistungsanforderungen anpassen.

Ergänzend zu „unimes H“ kommen im Klinikum auch „univers N“-Anlagen bis 630 A zum Einsatz, die eine effiziente Unterverteilung in den Gebäudebereichen sicherstellen. Wie das Schranksystem „unimes H“ bis 4.000 A ist auch „univers N“ Feld für Feld planbar. Dadurch kann der Elektroplaner sowohl hinsichtlich der Größe als auch beim Zubehör auf individuelle Anforderungen eingehen. Die Verteilerschränke sind optimal vorbereitet für die Aufnahme des bauartgeprüften Verteiler-Innenausbausystems „univers N“.

Projektumsetzung mit digitalen Planungstools

Bei der Planung und Umsetzung vom ersten Entwurf bis zur Inbetriebnahme der Energieverteilung nutzte die ausführende Elektro Müller GmbH aus Wolfsburg eine Reihe digitaler Tools von Hager, um maxi­male Effizienz, Normgerechtigkeit und Planungssicherheit zu gewährleisten.

Mess-, Diagnose- und Konfigurationsfunktionen erleichtern Inbetriebnahme, Überwachung und Wartung der Energieverteilung im Klinikbetrieb.
Bild: Hager

Mess-, Diagnose- und Konfigurationsfunktionen erleichtern Inbetriebnahme, Überwachung und Wartung der Energieverteilung im Klinikbetrieb.
Bild: Hager
Zur Berechnung und Auslegung der Anlagen setzte das Unternehmen „Hagercad Calc“ ein. Die Software ermöglichte eine normgerechte Dimensionierung der Niederspannungsverteilung. Auf dieser Basis wurden die Systeme anschließend in „­Hagercad“ projektiert, um eine durchgängige Planung und vollständige Dokumentation sicherzustellen. Für die Konfiguration der offenen Leistungsschalter kam der „hw+“-Konfigurator zum Einsatz. Er vereinfachte die Auswahl und Anpassung der Schalterkomponenten und ermöglichte eine präzise Abstimmung auf die Projektanforderungen. Abschließend unterstützte „Hager Power setup“ die Prüf- und Inbetriebnahmeprozesse der Schaltanlage, um eine zielgerichtete Umsetzung vor Ort zu ermöglichen.

Die Kombination der Hager-Systeme in der Fachklinik Lüneburg schafft eine durchgängige, zuverlässige und zukunftssichere Energieverteilung von der Hauptversorgung bis hin zu den Endabnehmern. Damit ist die gesamte Elektroverteilung leistungsstark, ausfallsicher und zukunftsfähig aufgestellt. „Durch die enge Zusammenarbeit mit Hager und den Einsatz der digitalen Tools konnten wir die Energieverteilung präzise planen, zuverlässig umsetzen und den Zeitplan einhalten“, sagt Geschäftsführer Sven Müller.

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