Der digitale Weg zur Energiewende

dena-Kongress 2015

„Es geht um die Digitalisierung der Energiewelt, um die Unumkehrbarkeit der Energiewende, um Projekte und die Anwendung der Energiewende.“ Mit diesen Worten begrüßte Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der dena, die über 700 Teilnehmer zum dena-Kongress 2015 in Berlin, der unter dem Motto „Energiewende: digital, erneuerbar, effizient“ stand. Dazu referierten rund 65 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Verbänden.

Kleine Karos oder großer Wurf

Das Eröffnungsplenum startete mit dem Motto „Energieeffi­zienz – kleines Karo oder großer Wurf“. Darüber diskutierten auf der Bühne der Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) Andreas Kuhlmann mit Michael Ziesemer, dem Präsidenten des Zentralverbands Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI), mit Ole Møller-Jensen, Danfoss, sowie Dr. Bernhard Reutersberg, Mitglied des Vorstands von E.ON. Die Quintessenz der Podiumsdiskussion war die Übereinstimmung darin, die Energiewende endlich auch zu einer Wärmewende zu machen. „Ohne Effizienz im Wärmesektor können die Klimaziele nicht erreicht werden“, forderte Ole Møller-Jensen. Der elementare Schritt der Energiewende finde im Wärmesektor statt. Techniken, die hier Lösungen anbieten, gehöre die Zukunft, so der Danfoss-Chef abschließend. Als Beispiele nannte er Kälteanlagen mit Abwärmenutzung, die Fernwärme oder auch Wärmepumpen.


Vom großen Wurf noch weit entfernt

Knapp ein Jahr nach Verkündung des NAPE (Nationaler Aktionsplan Energieeffizienz) durch die Bundesregierung zeigt sich wenig überraschend, dass die Fortschritte zu mehr Ener­gie­effi­zienz durchaus noch im überschaubaren Rahmen liegen. Fortschritte lassen sich etwa bei der Einrichtung von Effizienznetzwerken in Betrieben feststellen, bei denen es darum geht, sich gegenseitig bei den Bemühungen zu mehr Effizienz in der Industrie zu unterstützten und dabei voneinander zu lernen.

Dementsprechend plant das BMWi eine große Kommunikationskampagne, um in der breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen, wie die Energiewende aussehen soll. „Wir brauchen Beispiele, wie die vier die heute ausgezeichnet werden“, erklärte Thorsten Herdan, Abteilungsleiter Energiepolitik II im BMWi, zur Preisverleihung des „Energy Efficiency Award“. „Tue Gutes und rede darüber.“ Diese Weisheit zeigt sich nicht nur bei der Verleihung des Awards. Es sollten noch deutlich mehr gelungene Energieeffizienzprojekte kommuniziert werden.

Die Digitalisierung der Ener­gie­wende war ein weiteres Thema, dem sich der Kongress widmete. Dabei gab es einen Konsens darüber, dass die Digitalisierung der Energienetze, insbesondere des Stromnetzes die Voraussetzung für alle weitere Entwicklungen ist. Welche darauf aufbauenden Geschäftsmodelle erfolgreich sein können, muss sich dann ergeben. Nicht alle Funktionen eines „Smart Homes“ werden massentauglich sein. Dabei spielt der Datenschutz jedes einzelnen eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Die Bürger zeigen sich hier zunehmend sensibilisiert. Die Diskussion ergab auch, dass die Digitalisierung ein komplexer Prozess ist, für den es Lernpartnerschaften bedarf, wie es Matthias Machnig, Staatssekretär im BMWi, formulierte. Dabei gilt: Je stärker die Energiebranche letztlich digitalisiert ist, umso mehr Geschäftsmodelle sind letztlich auch möglich.

Fazit

So wichtig es ist, neue Ideen auszutauschen, es gilt die Ener­gie­effi­zienz als Thema für Gebäude nicht aus den Augen zu verlieren. und vorrangig das Thema in die Breite zu tragen und nicht immer nur die „Speerspitze“ der Ideenträger immer weiter vorpreschen zu lassen. Es hilft nichts, allein einzelne Gebäude zu den effizientesten Gebäuden weltweit zu gestalten, wenn die Masse des Gebäudebestands von Jahr zu Jahr weiter veraltet und den Abstand zum technisch möglichen immer noch größer wird. Denn „alleine kann die Energiewende keiner stemmen“, wie Staatssekretär Rainer Baake, BMWi, bereits in seinem Grußwort festgestellt hatte.

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