Wirtschaftkrise – Zwischenstand

Nach jüngsten Beurteilungen blicken mittelständische Unternehmen wieder optimistischer in die Zukunft. Sie unterscheiden sich darin deutlich von den Großunternehmen, deren Erwar­tungen weiterhin eher von Pessimismus geprägt sind. Dort gehen die Erwartungen auch für die kommenden Monate nach unten. Dessen ungeachtet wirkt sich die Krise selbstverständlich auch auf die kleinen und mittleren Unternehmen aus. Dies zeigt sich insbesondere in den Investitions- und Beschäftigungsplanungen der Unternehmen. Hier sind zwar erhebliche Unterschiede in den einzelnen Branchen zu erkennen, doch wird auch in den vermeintlich besseren Branchen noch mit einem Eintreffen der Krise mit einem zeitlichen Verschub gerechnet.

Die derzeitige Geschäftslage be­werten rund 1/3 bis 50 % der mittelständischen Unternehmen als „schlecht“. Lediglich 15 bis 20 % bewerten ihre momentane Lage als „gut“. Im Branchenvergleich spürt die mittelständische Industrie, insbesondere die Investitionsproduzenten, die Krise besonders deutlich. Ihre aktuelle Geschäftslage sehen die großen Unternehmen nicht ganz so negativ wie der Mittelstand.

Im Unterschied zur aktuellen Lage haben sich die Erwartungen für die kommenden Monate im Mittelstand etwas aufgehellt. Ging zu Beginn des Jahres noch jedes zweite Unternehmen von einer weiteren Verschlechterung der Lage aus, sind es jetzt „nur noch“ rund 40 %. Große Unternehmen sind da weniger zuversichtlich: Insbesondere bei Unternehmen mit über 1000 Beschäftigten sagt fast jedes zweite Unternehmen, dass die Talsohle der Krise noch nicht erreicht sei.

Die Investitionsplanung des Mittelstandes ist im Vorjahresvergleich stark gesunken, lediglich rund 15 % der kleinen und mittleren Unternehmen wollen mehr investieren. Dem steht nahezu die Hälfte aller Unternehmen gegenüber, die eine Kürzung der Investitionen planen. Die Exporterwartungen des Mittelstandes sinken weiter. Nahezu jedes zweite mittelständische Unter­nehmen geht im Zuge der schwachen Weltkonjunktur von einer weiterhin sinkenden Auslands­nachfrage in den kommenden Monaten aus. Weniger als 15 % der Unternehmen rechnen mit steigenden Exportzahlen.

Dank des Instruments der Kurzarbeit ist der Arbeitsmarkt noch relativ stabil, wenn gleich der Anstieg der Arbeitslosenzahlen nicht zu verkennen ist. Kleine und mittlere Unternehmen halten auch in der Krise grundsätzlich an Ihren Mitarbeitern fest. Allerdings sehen auch rund 1/3 der Unternehmen vor, in den kom­menden zwölf Monaten eine Verringerung ihres Personals durch­zuführen. Die Ursachen für eine starke Bindung der kleinen und mittleren Unternehmen zu ihren Mitarbeitern sind die ausgeprägte Verankerung in den Regionen sowie das Bestreben, Fachkräfte nicht verlieren zu wollen.

Derzeit lässt sich eine Kreditklemme noch nicht in der befürchteten Form erkennen. Die Ablehnungsquote für Kredite liegt nicht eklatant über derjenigen aus Vergleichszeiträumen vor der Wirtschaftskrise. Auf der andere Seite kämpfen eine Vielzahl der mittelständischen Unternehmen mit schlechteren Kreditkonditio­nen, was die Situation in der Krise für diese Unternehmen stark erschwert.

Es bleibt abzuwarten, wie die Konjunkturpakete letztlich durchgreifen und ob diese es schaffen, neben weiteren notwendigen Maßnahmen die Unternehmen durch die Krise zu führen, um wettbewerbsfähig den Fortbestand der Unternehmen sichern zu können.

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