Vom Spital zur Musikhochschule

Pressverbindungen bei dickwandigem Stahlrohr

Die Neuinstallation der Heizungsverrohrung in denkmalgeschützten Gebäuden ist immer eine Herausforderung: In aller Regel gibt es einerseits nicht genug Platz, andererseits kann aber auch die Trassierung der neuen Rohrleitungen nur bedingt beeinflusst werden. Beim Umbau des ehemaligen Sebastianspitals zur Hochschule für Musik Nürnberg setzte das bauausführende Fachunternehmen Maier & Georgs deswegen in Abstimmung mit der Stadt Nürnberg und dem Planungsbüro Scholz auf ein Press­verbindungssystem.

Das Schweißen von schwarzem Stahlrohr für Heizungsinstallationen hat nach wie vor etwas handwerklich Meisterliches an sich. Allem technischen Fortschritt zum Trotz können die Meister und Gesellen hierbei hervorragend unter Beweis stellen, wie gut sie ihr Fach beherrschen. Denn spätestens, wenn unter beengten Platzverhältnissen mit dem Schweißspiegel gearbeitet werden muss, trennt sich die Spreu vom Weizen.

Beim Fachhandwerksunternehmen Maier & Georgs Nachf. GmbH aus Nürnberg sieht man die Sache genauso. Auch SHK-Meister Dirk Matthey verweist auf die Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, die das...

Das Schweißen von schwarzem Stahlrohr für Heizungsinstallationen hat nach wie vor etwas handwerklich Meisterliches an sich. Allem technischen Fortschritt zum Trotz können die Meister und Gesellen hierbei hervorragend unter Beweis stellen, wie gut sie ihr Fach beherrschen. Denn spätestens, wenn unter beengten Platzverhältnissen mit dem Schweißspiegel gearbeitet werden muss, trennt sich die Spreu vom Weizen.

Beim Fachhandwerksunternehmen Maier & Georgs Nachf. GmbH aus Nürnberg sieht man die Sache genauso. Auch SHK-Meister Dirk Matthey verweist auf die Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, die das 50-Mann-Unternehmen regelmäßig zum Thema Schweißen für ihn und seine Kollegen anbietet: „Wir können es, und wir sorgen dafür, dass es so bleibt!“

Wenn ein solches, traditionsreiches Unternehmen bei der Kernsanierung des ehemaligen Sebastianspitals, das künftig die bayerische Hochschule für Musik beherbergt, auf das System „Megapress“ und damit die Viega-Pressverbindungstechnik setzt, gibt es gute Gründe dafür, wie auf der Baustelle zu erfahren war.

Eindeutige Verarbeitungsvorteile

Ein wesentlicher Grund sind die Verarbeitungsvorteile des Pressverbindungssystems im Vergleich zum herkömmlichen Schwarzrohr-Schweißen. Bis zu 60 % beträgt die Zeitersparnis von verpressten „Megapress“-Verbindern im Vergleich zu herkömmlich geschweißten Schwarzrohrverbindern, so Viega. Ob es wirklich so viel sein wird, wollen Sonja Lutz-Wießmann und Projektverantwortlicher Dirk Matthey erst nach Abschluss der Arbeiten und nach Auswertung der Nachkalkulation bestätigen.

Aber bereits nach etwa sechs Monaten Bauzeit steht für sie fest: Die Arbeiten gerade auf so speziellen Baustellen wie der Sanierung der Musikhochschule und die Arbeitseinsätze der Monteure werden durch das Pressverbindungssystem wesentlich besser kalkulierbar. Dirk Matthey: „Wir sprechen auf dieser Baustelle über Hunderte von Rohrverbindungen in einem Umfeld, das im Gegensatz zum Neubau nie genau planbar ist. Wie viel Platz steht für die Neutrassierung tatsächlich zur Verfügung? Gibt es möglicherweise Probleme mit Feuchtigkeit? Steht irgendwo noch Restwasser in Bestandsrohren, an die wir anbinden müssen? Das alles sind Fragen, die erst während des Baufortschritts auftreten und den Schweißeinsatz direkt beeinflussen. Danach richtet sich also der tatsächliche Zeitaufwand. Beim Verpressen spielen all diese Punkte aber keine Rolle mehr.“

Dieser Gewinn an Planungssicherheit gebe zugleich die Sicherheit, den engen Bauzeitenplan leichter einhalten zu können – und sich am Ende trotzdem immer noch innerhalb des Kostenrahmens zu bewegen.

Keine Platzprobleme

Als Projektverantwortlicher zeigt Dirk Matthey dabei auf die unzähligen Wanddurchführungen, vor allem aber die historischen Decken. Ganz knapp musste unter diesen Ziegel-/Putz-Konstruktionen gearbeitet werden. Denn um den Altbau als Musikhochschule nutzen zu können, werden die Decken anschließend aus statischen Gründen nochmal abgehängt und schalldämmend neu verkleidet. Da zählt jeder Zentimeter Aufbau. Schweißen ist unter solchen baulichen Rahmenbedingungen nur unter extrem großem Aufwand möglich. Mit dem System „Megapress“ hingegen entfällt dieser Aufwand; und selbst die großen Verbinder können mit der Gelenkzugbacke unter den beengten Platzverhältnissen sogar noch über Kopf sicher verpresst werden.

„Hinzu kommt der Sicherheitsgewinn durch die ‚SC-Contur‘ der Verbinder“, so Projektleiter Dirk Matthey. „Gerade in einem Gebäude wie dem ehemaligen Sebastianspital mit seiner his­to­ri­schen Bausubstanz führt ansonsten nämlich jede Leckage durch eine undichte Rohrverbindung zu Schäden ungeheuren Ausmaßes.“

„Die Viega-typische ‚SC-Contur‘ zeigt aber schon beim Befüllen für die Dichtheits- und Belastungsprüfung, ob irgendwo aus Versehen eine Verbindung nicht verpresst wurde. Wir können das also nachholen, bevor überhaupt etwas passiert“, freut sich ergänzend Geselle Jan Tischler über diese gerade im hektischen Monteursalltag auf der Baustelle wichtige Arbeitserleichterung.

Flexibilität gewonnen

Ob Maier & Georgs als überwiegend bayernweit tätiges Fachunternehmen das System „Megapress“ künftig auch bei anderen Großprojekten für Heizungsinstallationen einsetzen wird? Geschäftsführerin Sonja Lutz-Wießmann möchte diese Frage trotz der positiven Erfahrungen in Nürnberg nicht pauschal beantworten. Dazu betrachtet die Diplom-Betriebswirtin jede einzelne Baustelle und jedes einzelne Projekt kalkulatorisch viel zu differenziert: „Viel entscheidender als eine generelle Aussage zu dem System ist für uns, dass wir mit ‚Megapress‘ eine wirtschaftliche Alternative zum Schweißen gefunden haben. Durch das Pressverbindungssystem können beispielsweise die anzusetzenden Arbeitszeiten deutlich besser kalkulierbar werden, weil die diversen Nebenarbeiten beim Schweißen wegfallen. Außerdem sind unsere Mitarbeiter jetzt flexibler einsetzbar.“

„Und spätestens dann“, bestätigt Dirk Matthey, „zahlt es sich aus, dass ‚Megapress‘ genauso einfach zu verarbeiten ist wie jedes andere Pressverbindungssystem von Viega. Schweißen ist sicherlich immer noch die hohe Kunst im Heizungsbauerhandwerk, das steht fest. Aber nicht immer macht es Sinn, den damit verbundenen Aufwand zu treiben. Das ist beispielsweise bei schnell zu erledigenden Reparaturen der Fall, wenn die Rohrleitungen nicht voll entleert und getrocknet werden können, oder bei besonders terminsensiblen Baustellen. Und spätestens dann kommt eben wieder ‚Megapress‘ zum Einsatz …“

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