Sanierung des Bettenhochhauses
Neue Sanitärausstattung für das Uniklinikum KölnSeit über 30 Jahren steht das Bettenhochhaus der Uniklinik Köln im Zentrum des Klinikgeländes und ist dessen Herz und Wahrzeichen. Seit 2005 wird das Stahlbeton-Hängehaus, ein Architektursymbol der frühen 1970er Jahre, aufwendig nach und nach saniert sowie an die heutigen Ansprüche der Gesundheitswirtschaft angepasst. Von der Fassade, über das Dach und die einzelnen Stationen bis hin zu den Patientenzimmern und -bädern, erhält das Bettenhaus eine hochwertige Ausstattung.
Bettenhaus mit Hotelcharakter
Der Komfort des Bettenhauses soll unter Beachtung höchster Hygienestandards nahezu Hotelcharakter erreichen. „Im Fokus stehen die Einhaltung eines modernen Klinikstandards und ein hohes Qualitätsbewusstsein“, erklärt Prof. Dr. Peter Heinen, Geschäftsführer der medfacilities GmbH und verantwortlich für die Bauprojekte der Uniklinik Köln. „Die Erhöhung des Services für die Patienten steht dabei an erster Stelle. So wird zum Beispiel die Haustechnik deutlich verbessert und die Patienten erhalten im Zuge der Fassadensanierung die Möglichkeit zum Öffnen der Fenster.“ In den 1970er Jahren stellten Klimaanlagen die fortschrittlichste Lösung dar, jedoch wünschen die Patienten heute wieder Fenster, mit denen sie die Frischluftzufuhr individuell und natürlich regulieren können. Gleichzeitig sollen durch eine Verbesserung der Wärmeisolierung die laufenden Betriebskosten gesenkt werden.
Mit der Sanierung der über 20 Stockwerke wird die Umsetzung eines modernen und flexiblen Stationskonzepts realisiert. Ziel ist ein optimierter Betrieb mit der Möglichkeit, flexible Grenzen zwischen den beiden Stationen der jeweiligen Ebene mit insgesamt 24 Zweibett- und 16 Einzelzimmern zu schaffen. Für Patienten und Besucher soll zudem auch eine Verbesserung der Orientierung und Aufenthaltsqualität erreicht werden.
Ebene für Ebene
Nach und nach werden die einzelnen Stockwerke während des laufenden Klinikbetriebs saniert. „Es existiert ein Masterplan für die gesamte Uniklinik, nach dem wir uns richten“, erklärt Prof. Dr. Peter Heinen. „Die Sanierung des Bettenhauses, als Teil dieses Masterplans, erfolgt Hand in Hand mit Neubauten und Umstrukturierungen auf dem gesamten Klinikgelände.“ Dabei basiere das Gebäudekonzept auf einer Standardebene mit zwei separaten Stationsbereichen. Grundsätzlich würden die gerade zuvor sanierten Stockwerke als Vorlage für die nachfolgenden Ebenen herangezogen. So könne man aus den Erfahrungen während der Sanierung immer wieder lernen und die Stationen stetig perfektionieren.
Das Pilotprojekt, die Ebene 18, konnte 2006 nach Abschluss der Arbeiten wieder in Betrieb genommen werden. Die Ebene entspricht dem Standardgrundriss, bestehend aus zwei Pflegebereichen mit je 32 Betten. Aufgrund der Anordnung der patientennahen Funktionen, wie Schwesternstützpunkt, Pflegezimmer und Aufenthaltsbereiche, lassen sich die Stationen weitestgehend unabhängig voneinander nutzen. Auch Lehrbereiche für die praxisbezogene Ausbildung der angehenden Ärzte konnten durch die Einplanung von Seminar- und Arbeitsräumen realisiert werden.
Bereits während der Sanierung der zweiten Ebene (Nr. 17), flossen die Erfahrungen aus dem Pilotstockwerk in die Ausführung ein. So wurden hier z. B. die Patientenzimmer nach neuesten Funktionsstandards eingerichtet und die Duschen in den Bädern bodengleich installiert. Es folgten die Ebenen 15 und 16 (Inbetriebnahme 2009), die Ebene 4 (Inbetriebnahme 2010) sowie die Ebenen 13 und 14 (Inbetriebnahme 2012). Alle Sanierungsmaßnahmen bauten aufeinander auf und waren an die individuellen Anforderungen der Fachkliniken angepasst, denen sie zugeordnet sind.
Sowohl bei der Einrichtung als auch bei der Ausstattung der Patientenzimmer auf den verschiedenen Stockwerken wurde auf ein hohes Maß an Komfort, Hygiene, Funktionalität und Gestaltung geachtet. Die Zimmer sind optisch an das Farbthema der Stationsbereiche angepasst und erhalten dadurch eine warme, gemütliche Atmosphäre. Über jedem Bett befindet sich ein Multimediamonitor, mit dem man fernsehen, Radio hören und telefonieren kann. Er verfügt zudem über eine integrierte Kamera und kann so auch als Spiegel genutzt werden.
Belastungstests bestanden
Nicht zuletzt die Gestaltung der zugehörigen Bäder verleiht den Patientenzimmern Hotelstandard. Eine Besonderheit der Ebenen 13 und 14 ist der Wechsel von den bisher installierten Sanitärobjekten aus Verbundwerkstoff zu Keramik. „Auf den vorherigen Ebenen haben wir teilweise schlechte Erfahrungen mit Material aus Verbundwerkstoff, insbesondere bei den Waschtischen, gemacht“, begründet der medfacilities-Geschäftsführer die Entscheidung. „Daher haben wir auch vor der Entscheidung für Keramik ausführliche Belastungstests durchführen lassen, die vor allem die Stabilität und Sicherheit der Befestigung prüfen sollten.“ Und Sven Gelezas, Abteilungsleiter der Bilfinger Wolfferts Gebäudetechnik GmbH, die die Sanierung der Ebenen 13 bis 17 durchgeführt hat, ergänzt: „Die Patienten stützen sich immer wieder auf den Waschtischen ab, vor allem wenn sie durch Krankheit oder Operation geschwächt sind. Dadurch wird gerade der vordere Bereich des Waschtisches im besonderen Maße beansprucht. Um diese Stützlasten, die sich dort abbilden können, abzufangen, ist ein Bruchtest durchgeführt worden. Denn die Sicherheit der Patienten hat oberste Priorität.“
Den Test bestanden haben die Waschtische „Preciosa II“ von Keramag. Diese Badserie zeichnet sich durch hohe Stabilität und eine konsequent reduzierte Formensprache aus. Im Mittelpunkt stehen die geometrischen Formen Rechteck und Kreis, die in Kombination miteinander für eine zeitlos ästhetische Gestaltung sorgen. Durch den Wegfall von Kanten, Ecken und Verzierungen, sind die „Preciosa II“-Waschtische leicht zu reinigen und daher unter hygienischen Gesichtspunkten für Kliniken besonders geeignet. Das bestätigt auch Sven Gelezas: „Den ,Preciosa II‘ finde ich für den Einsatz im Klinikbetrieb optimal. Zum einen natürlich wegen der bestandenen Bruchtests, zum anderen aber auch aufgrund seiner hohen Qualität, Hygiene und der großzügigen Ablageflächen.“
Um die Hygiene zu optimieren, wurden die Waschtische zusätzlich mit der Spezialglasur „KeraTect“ versehen, die sich durch eine extrem glatte Oberfläche und einen Hochglanzeffekt auszeichnet. Dadurch wird das Anhaften von Schmutz und Bakterien weitgehend verhindert. So kann eine gründliche Reinigung schnell, leicht und ohne intensives Scheuern erfolgen. Der Hersteller gibt darauf eine 30-jährige Funktionsgarantie. Weiterhin kamen wandhängende WC vom Typ „Renova Nr. 1“ zum Einsatz.
In den behindertenfreundlich ausgestatteten Besucher-Sanitärräumen wurden Waschtische der Serie „Paracelsus“ installiert. Durch ihre flache Form bieten sie genügend Kniefreiheit und können so auch von Rollstuhlfahrern selbstständig genutzt werden. Die leicht nach innen gewölbte Vorderkante ermöglicht ein weites Vorbeugen in das Becken, so dass die Armatur auch aus der Sitzposition bequem zu erreichen ist. Zusätzlich wurden hier rollstuhlgerechte Toiletten der Serie „Vitalis“ verbaut. Sie verfügen über eine Ausladung von 70 cm und erleichtern so das seitliche Übersetzen vom Rollstuhl aus.
Nutzer, Planer und Betreiber zufrieden
Prof. Dr. Peter Heinen ist mit der hohen Qualität der Sanierungen sehr zufrieden: „Seitens der Nutzer haben wir bisher ganz viel Positives gehört und nach den ursprünglichen Korrekturen ab Ebene 18 sind wir jetzt auf den Ebenen 13 und 14 sehr zufrieden. Ausstattung und Geometrie der Bäder wurden nun stärker den Bedürfnissen der Pflege angepasst.“ Als Nächstes werden die Ebenen 11 und 12 saniert, die Arbeiten dazu haben im Frühjahr begonnen.
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