Gedanken zum Jahreswechsel

Mehr Konzentration auf das Weltklima

Das Jahr 2018 geht zu Ende. In Erinnerung wird ein langer, warmer und trockener Sommer bleiben. Inwieweit dieser allein auf den Klimawandel zurückzuführen ist, wird die Zukunft zeigen. Sollte sich der Trend jedoch verstetigen, wird dies auf die Gebäudeplanung und TGA Auswirkungen haben. Drei Gedanken dazu:

Eine Klimatisierung wird wohl zum Quasi-Standard werden müssen, um den Menschen in Gebäuden – in Arbeitsstätten, bei der Erholung und im heimischen Umfeld – auch künftig ein Wohlfühlklima bieten zu können. Die dann vermehrt einzusetzenden Klimaanlagen wiederum sind so zu gestalten, dass Kältemittel eingesetzt werden, die dem Phase-Down von HFKW-haltigen Kältemitteln nicht entgegenstehen. Denn die Kältemittel, die bisher vorrangig eingesetzt wurden, werden deutlich weniger werden. Auch wenn durch Recycling von Kältemitteln einige Mengen auch weiterhin zur Verfügung stehen werden, werden diese maximal reichen, um bestehende Anlagen weiter betreiben zu können. Auf der Fachmesse Chillventa 2018 in Nürnberg wurden durchaus interessante Alternativen mit neuen Kältemitteln, Produkten und Lösungen gezeigt, mit denen man sich intensiv beschäftigen sollte. Allerdings muss, das ist mir durchaus bewusst, auch der Auftraggeber davon überzeugt werden, das notwendige Geld in die Hand zu nehmen. Ziel muss es sein, in zukunftsfähige Lösungen zu investieren.

Die Energiewende im Gebäude hat den Elektro- wie den Wärmesektor gleichermaßen zu berücksichtigen. So selbstverständlich wie mit Split-Anlagen in der Klimatechnik Kälte und Wärme im Gebäude verschoben wird, müssen Strom und Wärme miteinander verzahnt werden. Immer zu berücksichtigen sind dabei, das ist selbstverständlich, die Effizienz der Anlagenkombinationen im Betrieb.

Und ein Drittes: Planung, Bau und Betrieb von Gebäuden müssen besser aufeinander abgestimmt werden. Hierfür sind digitale Hilfsmittel unabdingbar. Das Thema „Building Information Modeling“ (BIM) wird uns künftig wohl genauso intensiv begleiten, wie es das Thema Energieeffizienz seit einigen Jahren tut.

Dazu müssen die Hochbau- und  die TGA-Branche gemeinsam daran arbeiten, die gesamte Prozesskette von der Planung über den Bau bis hin zu Inbetriebnahme und dauerhaftem Betrieb unter energieoptimierten Gesichtspunkten durchgängig in den Blick zu nehmen. Klingt einfach, ist es aber nicht.

Aber es ist ein Ziel, für das es sich einzusetzen lohnt – denn wir wollen den Klimawandel in den Griff bekommen.

Um die Energiewende bei sich ändernden Klimaverhältnissen nicht in ihr Gegenteil zu verkehren, müssen die Anstrengungen deutlich intensiviert werden, in Gebäuden optimale Raumbedingungen bei einem minimalen Energieverbrauch zu schaffen.
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