Über den Nutzen von Augmented Reality (AR) im Arbeitsalltag

Im Gespräch mit Thomas Landmann

tab: Herr Landmann, was war die ursprüngliche Motivation zur Programmierung einer AR-App?

Thomas Landmann: Hinter AR verbirgt sich eine spezielle Technik für die Visualisierung bestimmter Objekte in realer Umgebung. Bekannt ist das z.B. im Einrichtungsbereich – AR-Apps machen es Kunden leicht, sich ein neues Möbelstück im eigenen Haus vorzustellen. Bei uns ist es ähnlich: Zur Entscheidung für den Energieträger Flüssiggas zählt die Auswahl eines Gastanks. Da der Behälter in der Regel für einen längeren Zeitraum auf dem Grundstück platziert wird, sind das Modell und die Optik oft ausschlaggebend. Auch Sicherheitsaspekte spielen bei der Standortwahl eine wesentliche Rolle. Um poten­tiel­len Kunden eine detaillierte 360°-Ansicht des Gastanks in seiner Live-Umgebung und unterschiedliche Farben, Größen und Lagerungsarten zeigen zu können, setzt unser Team die AR-App seit einigen Monaten in der Beratung ein. Die detailgetreue Visualisierung erweist sich in der Praxis als wertvolle Entscheidungshilfe.

tab: Wie können Sie die Interessenten von der Verwendung überzeugen?

Thomas Landmann: Unsere Beratung mit AR-App bietet die Chance, eine Preview des Gastanks zu sehen. Zugleich gibt sie Interessenten aber auch noch stärker als zuvor die Sicherheit, dass alle Vorgaben berücksichtigt werden. Denn die AR-Technologie scannt die Umgebung ab und identifiziert Zäune, Hecken, umliegende Hauswände und weitere Hindernisse auf einem Grundstück zentimetergenau. Diese digitale Bemessung von Sicherheitsabständen und Schutzzonen ist exakter als manuelle Messungen. Die potentiellen Kunden erkennen auf dem iPad unseres Beraters sofort, welche Stelle im Garten sich für den Tank eignen würde und welche nicht. Und können sich anhand dessen auch für unsere nahezu unsichtbare Alternative, den unterirdischen Behälter, entscheiden. Hier zeigt ihnen die AR-App, wo im Boden sich der Schacht befinden würde. 


tab: Wie intensiv musste die App getestet werden?

Thomas Landmann: Die App wurde mehrere Monate lang in der Praxis getestet. Unsere Kundenberater wurden umfangreich in der Anwendung geschult. Nun sind wir sehr zufrieden, unsere Beratungsqualität deutlich verbessert zu haben. Alle Beteiligten erfahren mehr Sicherheit bei der Entscheidung für Flüssiggas, der umweltschonenden Alternative zu Öl.

tab: Sind die Vorteile im Alltag wirklich so bedeutend?

Thomas Landmann: Ja, denn die Interessenten können die Erläuterungen des Beraters durch die „Fotomontage in Echtzeit“ sofort visuell nachvollziehen. Die so erstellten Skizzen helfen allen Beteiligten, sie erleichtern beispielsweise die Tankanlieferung und die Positionierung des Behälters. Das Plus an Beratung, das wir damit bieten, beugt Missverständnissen vor und legt das Fundament für ein gutes, partnerschaftliches Verhältnis – auch auf Dauer. Das spiegeln die Rückmeldungen von Heizungsbauern und Endkunden zur App und zu unserem Service wider.

tab: In welcher Form könnte noch eine Weiterentwicklung im Bereich Augmented Reality erfolgen?

Thomas Landmann: Für die Zusammenarbeit mit angeschlossenen Gewerken, beispielsweise mit Heizungsbauern, bietet die AR-Technik noch einige Möglichkeiten, die wir ausschöpfen werden. Selbstverständlich werden wir neue Chancen der digitalen Technik ergreifen, um in Zukunft weiterhin gut aufgestellt zu sein.

tab: Herzlichen Dank für das Gespräch.

Info

Weitere Details zur AR-App gibt es unter www.primagas.de.

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