Industrielle Vorfertigung

Im Gespräch mit Georg Goldbach

Anfang des Jahres 2015 bot sich die Gelegenheit für die tab-Redaktion, das  Werk in Zella-Mehlis zu besichtigen. Dort werden Mehrschichtverbundrohre gefertigt, darunter auch das Rohr „Uni Pipe Plus“, das sich durch eine schweißnahtlos extrudierte Aluminiumschicht auszeichnet.  Georg Goldbach, Vertriebs- und Marketingleiter, Uponor Zentraleuropa, stellte sich anschließend den Fragen der Redaktion.

tab: Herr Goldbach, im Rahmen der Werksbesichtigung in Ihrem Werk in Zella-Mehlis wurde das Thema „industrielle Vorfertigung“ gestreift. Darauf möchten wir gerne näher eingehen.

Georg Goldbach: Das freut mich. Wir sehen darin eine wichtige Möglichkeit, das Bauwesen effi­zienter zu gestalten. Bauen ist ins­besondere in den zentraleuro­päischen Ländern viel zu teuer und die Prozesse der am Bau Beteiligten sind zum Teil alles andere als effizient. Hier gibt es aus unserer Sicht noch eine Menge Optimierungspotential.

tab: Welche Vorteile bietet eine industrielle Vorfertigung dem TGA-Fachingenieur, welche dem großen Anlagenbau im Objektbereich?

Georg Goldbach: Dem Fachplaner bietet die Vorfertigung eine ganze Reihe von Vorteilen. In erster Linie sind dies Planungs- und Kostensicherheit sowie eine höhere Ausführungsqualität. Die vorgefertigt ausgeschriebene Leistung kann mängelfrei und unter Vermeidung von Schnittstellen zwischen den beteiligten Baugewerken realisiert werden. So können beispielsweise Verteilersta­tio­nen für die Flächenheizung mit hohen Qualitätsstandards industriell so weit vorgefertigt werden, dass neben den hydraulischen Komponenten auch die komplette Einzelraumregelung sowie die Stellantriebe fertig verdrahtet und auf Funktion geprüft integriert sind.

Für den Planer vereinfacht das die Ausschreibung, weil neben den notwendigen Komponenten auch alle Nebenarbeiten bereits in den Verteilerstationen enthalten sind. Darüber hinaus werden kosten- und zeitintensive Schnittstellen zwischen Heizungsbau und Elektroinstallation ebenso minimiert wie Montagefehler. In der Planung klar definierte und an die jeweilige Installationssituation angepasste Baugruppen helfen zudem auch, Nachträge während der Bauausführung zu vermeiden.

Für den Anlagenbauer stehen Aspekte wie Baustelleneffizienz und Einsparung bei der Montage­zeit im Vordergrund. Vorgefertig­te Lösungen minimieren für den Anlagenbauer das Risiko, Bauzeiten zu überschreiten, und helfen ihm, Bauleistungen effizient zu realisieren.

Hier spielt das Thema Materialfluss eine große Rolle. Wenn man bedenkt, aus wie vielen Einzelkomponenten und Montageschritten eine Verteilerstation oder ein Rohrnetz bestehen und wie hoch der Aufwand für die Unternehmen ist, das jeweils erforderliche Material zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Einbauort zu haben, kann die industrielle Vorfertigung deutlich dazu beitragen, sowohl Montage- als auch Regieaufwand im Anlagenbau zu minimieren.

tab: Kann eine industrielle Vorfertigung also die Qualität im Bauwesen verbessern? Welche Vorteile bieten sich hier besonders an?

Georg Goldbach: Der Hauptvor­teil der industriellen Vorfertigung in Hinblick auf die Qualitätssicherung liegt darin, dass die Optimierung und die Prüfung von Funktionalität und Platzbedarf schon während der Planungsphase erfolgen können, ohne den Zeitdruck einer laufenden Baustelle. Als Beispiel seien hier Schachtinstallationen genannt, deren regelkonforme brandschutztechnische Abschottung letztendlich von der Montage­qualität abhängt.

Bei mängel­be­hafteter Ausführung sind da­mit Haftungsrisiken, aber auch kosten- und zeitintensive Nach­arbeiten verbunden, die sich mit der Vorfertigung ausschließen lassen.

tab: Welche an einem Baupro­jekt Beteiligten müssen dafür unbedingt eingebunden werden?

Georg Goldbach: Will man die Vorteile der industriellen Vorfertigung von Baugruppen effizient nutzen, sollte der Hersteller möglichst früh vom Fachplaner mit einbezogen werden, um die technischen Möglichkeiten baustellenspezifisch einschätzen zu können.

Gemeinsam können dann Lösungen für schnellere und kos­teneffizientere Bauabläufe ge­funden und zur Ausschreibung gebracht werden. In Zusammenarbeit mit dem Anlagenbauer sollte dann möglichst frühzeitig vor Baubeginn die Montageplanung unter Berücksichtigung der Liefertermine von vorgefertigten Baugruppen erstellt werden.

tab: Herr Goldbach, vielen Dank für die informativen Auskünfte.

x

Thematisch passende Artikel:

1 Mrd. m Verbundrohr von Uponor gefertigt

Produktionsmeilenstein in Zella-Mehlis
Zum Produktionsjubil?um haben Mitarbeiter von Uponor aus „Uni Pipe Plus“ die Zahl 1.000.000.000 geformt. Die Zahl stellt gleichzeitig unter Beweis, wie flexibel das Verbundrohr in der neuesten Generation bei Richtungs?nderungen ist.

Das Werk in Zella-Mehlis ist der zentrale Produktionsstandort der gesamten Uponor-Gruppe (www.uponor.de). Mehr als 100 Mitarbeiter produzieren dort jährlich viele Millionen Meter Rohr für...

mehr

Wechsel in der Uponor-Geschäftsführung

Heinz-Werner Schmidt folgt damit auf Georg Goldbach
Heinz-Werner Schmidt (54 Jahre) ?bernimmt zum 1. Juni 2016 bei Uponor die Verantwortung als Vice President Sales und Marketing Building Solutions f?r Deutschland, ?sterreich und die Schweiz.

Die Uponor-Gruppe (www.uponor.de) ernennt Heinz-Werner Schmidt (54 Jahre) zum 1. Juni 2016 als Vice President Sales and Marketing Building Solutions Europe für die Region DACH (Deutschland,...

mehr

Mohamed Alami führt Zent-Frenger

Neuer Unit Manager seit 1. November 2015
Mohamed Alami f?hrt seit 1. November 2015 die Zent-Frenger GmbH.

Die Zent-Frenger GmbH ( www.uponor.de/zent-frenger-energy-solutions), wird seit 1. November 2015 von MBA, Dipl.-Ing. (FH) Mohamed Alami (40) als Unit Manager geführt. Er folgt auf Volker Zembold, der...

mehr
Ausgabe 2014-05

Uponor ist Fördermitglied des BTGA

Die Uponor GmbH, einer der weltweit führenden Anbieter von Lösungen für die Bereiche Heizen, Kühlen und Trinkwasserinstallation, ist neues Fördermitglied des BTGA. Der BTGA repräsentiert die...

mehr

10 Jahre großes Verbundrohrsystem bei Uponor

Seit zehn Jahren bietet Uponor das Verbundrohrsystem in den Dimensionen 63 mm bis 110 mm an. Standen vor zehn Jahren vor allem das geringe Gewicht und damit die Materialvorteile im Vordergrund, sind...

mehr