„Funktionale Aspekte entscheiden beim Armaturenkauf“

Im Gespräch mit Florian Schindler

tab: Bevor wir uns den techni­schen Details zuwenden, geben Sie doch den Lesern, die Ihr Unternehmen nicht so gut kennen, einen kurzen Einblick.

Florian Schindler: Kludi steht für fast 100 Jahre Erfahrung in der Herstellung hochwertiger Armaturen für Bad und Küche. Aus der 1926 in Menden im Sauer­land gegründeten Manufaktur – heute würde man vermutlich von einem Start-up sprechen – ist in den letzten neun Jahrzehnten ein modernes, international tätiges Industrieunternehmen mit Fertigungsstandorten in Deutschland, Österreich und Ungarn geworden. Für Kludi arbeiten heute etwas mehr als 1.000 Mitarbeiter am Stammsitz in Menden und in 13 Ländergesellschaften. Geblieben ist der, aus unserer handwerklichen Tradition abgeleitete, Anspruch auf höchste Fertigungsqualität und einen ausgeprägten Gebrauchsnutzen unserer Produkte – verknüpft mit einem ansprechenden Design.

tab: Welchen Stellenwert haben bei Kludi die Einsatzbereiche von Sanitärarmaturen, z.B. der öffentliche Bereich bzw. Ein- und Mehrfamilienhäuser?

Florian Schindler: Kludi-Armaturen finden Sie z.B. in der Deutschlandzentrale von „L’Oréal“ in Düsseldorf oder im „Atlantic Grand Hotel“ in Bremen, aber auch im „Flying­Space“ von SchwörerHaus. Als Vertriebspartner des Sanitärfachhandels und des SHK-Handwerks hat für uns der private Haus- und Wohnungsbau eine hohe Bedeutung. Genauso wichtig ist für uns inzwischen aber auch das Projektgeschäft. Hier arbeiten wir eng mit Architektur- und Planungsbüros sowie Wohnungsbaugesellschaften, Immobilien- und Hotelbetreibern zusammen. 

tab: Mit welchem Armaturensortiment bedient Kludi vor allem das Projektgeschäft?

Florian Schindler: Kludi hat sein Sortiment an Badarmaturen in die Segmente „Smart Luxury“ und „Pure Function“ unterteilt. Mit unseren „Smart Luxury“-Serien, wie etwa der neuen „Zenta SL“, entsprechen wir dem Wunsch nach hochwertigem Design in vier unterschiedlichen Stilrichtungen: von „Classic“ bis „Avantgarde“. Demgegenüber richten sich die drei „Pure Function“-Programme an diejenigen, deren Fokus bei der Kaufentscheidung vor allem auf funktionalen Aspekten und einer soliden Qualität liegt. Mit unseren beiden Segmenten decken wir über 90 % des ge­sam­ten Marktvolumens in Deutschland ab.

tab: Wie wichtig sind bei Kaufentscheidungen im Projektgeschäft aus Ihrer Sicht die funktionalen Aspekte?

Florian Schindler: Ganz grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass bei rund zwei Drittel aller Kaufentscheidungen funk­tio­nale Aspekte im Vordergrund stehen. Im Projektgeschäft dürfte der Anteil sogar noch etwas höher liegen. Da wir es im Mietwohnungsbau oder in Hotels mit wechselnden Nutzern zu tun haben, sind Bedienkomfort, Solidität, Zuverlässigkeit und lange Lebensdauer von hoher Bedeutung. Die Form der Armatur muss möglichst vielen gefallen, und dies über Jahre hinweg. Ihr Design darf also nicht zu außergewöhnlich, zu exotisch, zu avantgardistisch sein, sondern muss eher dem „Mainstream“ entsprechen. Etwas anders sieht es im gehobenen Wohnungsbau und in Luxushotels aus. Hier soll mit exklusivem Design häufig auch ein Statement gesetzt werden. Dementsprechend gilt der Form bei der Auswahl des Produkts ein besonderes Augenmerk. Allerdings sind die Ansprüche an die Funktionalität der Armatur deswegen nicht geringer.

tab: Welche Funktionen stehen dabei besonders im Vordergrund? Und mit welchen Eigenschaften und Details – ganz abseits der Formensprache – wollen bzw. können Sie mit Kludi-Armaturen bei Kunden punkten?

Florian Schindler: Der lang­fris­tige, einfache Gebrauch steht aus unserer Sicht an erster Stelle. Hierbei spielen zum einen die Auswahl der Materialien und die Verarbeitungsqualität eine wichtige Rolle. Zum anderen muss die Technik natürlich zuverlässig funktionieren – etwa der automatische Temperaturausgleich bei Thermostatarmaturen im Fall von Druckschwankungen im Leitungsnetz des Gebäudes. Vor allem im Projektgeschäft wird zudem großer Wert auf die Effizienz des Ressourcenverbrauchs – also von Wasser und Energie – gelegt. Hier kommt zum Beispiel die „EcoPlus“-Technologie von Kludi zum Tragen. Sie trägt dafür Sorge, dass bei der üblichen Mittelstellung des Armaturenhebels nur Kaltwasser fließt. Zudem verringert ein innovativer Strahlregler den Wasserdurchlauf gegenüber herkömmlichen Armaturen um bis zu 50 %.

tab: Betrachten wir doch auch einmal das Innenleben von Armaturen und den Bereich hinter der Wand: Was sind hier qualitative Unterscheidungsmerkmale?

Florian Schindler: Das Herzstück einer Armatur ist die Kartusche. Sie sorgt für dauerhaft leises und gleichmäßig fließendes Wasser in der gewünschten Menge und Temperatur. Kludi-Kartuschen haben den Vorteil, dass sie sich im Bedarfsfall ganz unkompliziert austauschen lassen. Voraussetzung dafür ist auch hier die Verwendung hochwertiger, perfekt aufeinander abgestimmter Materialien. Uns war daher z.B. wichtig, dass die Funktionseinheit genauso wie die Bedienelemente unseres neuen Duschsystems „Kludi Cockpit Discovery“ aus robustem Metall und nicht aus Kunststoff gefertigt sind. 

Im Bereich Unterputzarmaturen bieten wir mit der „Flexx.Boxx“ überdies ein universales Modul für die Montage in der Wand, das – auch nachträglich – mit den unterschiedlichsten Armaturenvarianten bestückt werden kann. Die Unterschiede zu ähnlichen Lösungen stecken – wie so oft – im Detail. So besteht der Mantel unserer Installationseinheit aus einem wasserdichten und flexiblen Elastomeremantel, der sogenannten Weißbruch ausschließt. Bei uns umschließt dieser Mantel zudem alle wasserführenden Bauteile, so dass Fließgeräusche nicht auf die Wand übertragen werden und für optimalen Schallschutz gesorgt ist. Ein weiteres Plus: Die ringförmigen Zentralfalten der „Flexx.Boxx“ ermöglichen eine Installation auch auf unebenen Wänden. 

Überdies erfüllen alle Kludi-Armaturen natürlich die Anforderungen der einschlägigen Normen, etwa der DIN EN 1717 (Trinkwasser-Hygiene) und der DIN 4109 (Schallschutz im Hochbau) sowie der DVGW.

tab: Welche Rolle spielen die verschiedenen Akteure im Projektgeschäft – TGA-Fachingenieure, Architekten und Betreiber – bei der letztendlichen Auswahl für oder gegen eine Sanitärarmatur?

Florian Schindler: Aus unserer Erfahrung hat das Urteil des Planers oder Fachhandwerkers, der tagtäglich mit Sanitärarmaturen zu tun hat, besonderes Gewicht. Dies gilt vor allem dann, wenn er sein Veto gegen ein Modell oder eine Marke einlegt. Hier vertrauen sowohl Architekt als auch Betreiber zumeist der Fachkompetenz und Erfahrung des TGA-Planers bzw. Installateurs. Für Architekten und Planer ist zudem ein wichtiges Auswahlkriterium, dass der Hersteller technische Datensätze und Ausschreibungstexte zur Verfügung stellt, wie es bei Kludi der Fall ist. Solch ein Service kann neben der Produktqualität nachhaltig Markenpräferenzen begründen. Der Betreiber wird in der Regel zuvor einen preislichen Rahmen gesetzt haben, innerhalb dessen die Produktauswahl zu erfolgen hat.

tab: Herr Schindler, vielen Dank für die informativen Antworten.

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