Flexibilität zeichnet sich aus

Ausbildung in Zeiten der Corona-Pandemie

Die weltweite Corona-Pandemie fordert hohe Flexibilität von den Unternehmen. Zum einen steht die Gesundheit der Mitarbeiter und ihrer Familien im Unternehmensfokus und muss geschützt sein, zum anderen sind Lieferketten täglich sicherzustellen und Kundenaufträge in gewohntem Service zu fertigen. Wie aber geht man mit der Ausbildung um? Was möglich ist, zeigt ein großer Ventilatorspezialist.

Während insbesondere die Verwaltungsbereiche u.a. wegen Kurzarbeit nur eingeschränkt arbeiten, geht die Ausbildung beim Ventilatorspezialisten ebm-papst in vollem Umfang weiter.

Innerhalb weniger Tage hatte sich der komplette Ausbildungsbereich umorganisiert. Bernd Ludwig, Leiter Aus- und Weiterbildung bei ebm-papst in Mulfingen, erzählt: „Die Ausbilder haben sich in A- und B-Teams aufgeteilt, damit eine durchgehende Betreuung der Auszubildenden gewährleistet ist, selbst wenn wir einen Infektionsfall bekommen sollten. Dann haben wir gemeinsam definiert, wie wir auch unsere Azubis schützen und ihnen die zeitweise Arbeit von zuhause aus ermöglichen können.“

Neben der Installation einer digitalen Lernplattform haben wir auch unsere Auszubildenden in A- und B-Teams aufgeteilt. Das bedeutet, die kaufmännischen Auszubildenden sind jeweils eine Woche in ihrer Abteilung, die andere Woche zuhause. Die technischen Auszubildenden sind im Wechsel eine Woche in der Lehrwerkstatt, eine Woche zuhause. Für die Zeit, in der sie nicht an ihrem Arbeitsplatz sind, erhalten beide Gruppen Arbeitspakete. Die technischen Auszubildenden nehmen neben theoretischen Übungen auch praktische Aufgaben mit nach Hause.

Ermöglicht wird dieses Konzept auch von den Berufsschulen, die zwar den klassischen Unterricht einstellen mussten, aber trotzdem weiterhin dafür sorgen, dass die Ausbildungsinhalte auch theoretisch vermittelt werden.

„Die Berufsschulen haben sich wirklich schnell auf die neue Situation eingestellt“, sagt Bernd Ludwig. „Die Lehrer haben in Rekordgeschwindigkeit digitale Lernmaterialien für die Schüler erarbeitet und stehen zu den üblichen Unterrichtszeiten zur Verfügung, um unsere Azubis durch den Stoff zu begleiten.“

Auf diese Weise soll ein regulärer Ausbildungsabschluss auch in Zeiten von Corona ermöglicht werden.

Lukas Schüttler hat bis zu seinem Abschluss zum Industriekaufmann noch zwei Jahre Zeit. Aktuell absolviert er einen Durchlauf in der Unternehmenskommunikation. Auch er arbeitet momentan jede zweite Woche von zu Hause aus und ist ebenso Teilnehmer der täglichen Videokonferenzen der Abteilung. 

„Natürlich ist das Homeoffice als Azubi eine Herausforderung“, sagt er, „man muss sich selbstständig organisieren, aber es ist auch schön, dass an uns gedacht wird, und auch wir die Möglichkeit haben, unsere Kenntnisse auf diese Art zu vertiefen. Die Schule stellt uns Materialien über eine Cloud zur Verfügung und auch ebm-papst bietet uns ein Lernportal mit Aufgaben zu unseren Fächern an. So werden wir rundherum sehr gut unterstützt und meine Ausbildung leidet nicht unter der aktuellen Situation.“ Insgesamt gibt es bei ebm-papst deutschlandweit rund 400 Auszubildende, rund 250 davon am Hauptsitz in Mulfingen.

Auch an den anderen deutschen ebm-papst-Standorten hat man Lösungen gefunden, wie die Ausbildung trotz des Corona-Virus weiterlaufen kann. In Landshut beispielsweise arbeiten die Auszubildenden in den ausfallenden Schulwochen von zuhause aus an Aufgaben, die ihnen über eine digitale Plattform übermittelt werden. Auch hier stehen die Betreuer virtuell zur Verfügung. Für die Wochen, in denen die Auszubildenden aufgrund des in Landshut ebenfalls eingeführten A- und B-Gruppen-Modells zu Hause sind, bekommen sie Aufgaben von ihren betrieblichen Betreuern. Gerald Rudolf, Ausbildungsleiter bei ebm-papst Landshut, kann der Situation in Bezug auf die Prüfungsvorbereitung auch etwas Positives abgewinnen: „Wir können anhand der gelösten Aufgaben sehen, wo die Azubis noch Defizite haben und gezielt mit den Auszubildenden daran arbeiten. Wir haben mehr Zeit, uns individuell auf einzelnen Azubis einzulassen als im ‚Normalzustand‘, wenn die Prüfungsvorbereitung in größeren Gruppen stattfindet.“

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