Fachplaner Barrierefreies Bauen

Grundlagen, Fachwissen und Handlungspotentiale

Barrierefreies Bauen ist eine zentrale Gestaltungsherausforderung für unsere Gesellschaft: Die gebaute Umwelt muss und kann die Anforderungen erfüllen, die durch den demographischen Wandel in unserer Gesellschaft entstehen. Dafür sind in erster Linie Planungs- und Architekturbüros verantwortlich. Die Akademie der Hochschule Biberach bietet diesen Berufsgruppen erneut den Lehrgang „Fachplaner Barrierefreies Bauen“ an – allerdings inhaltlich und zeitlich umfassender als bisher.

Die Anforderungen an die Planung in der Praxis sind komplex: Was bedeutet barrierefreies Bauen tatsächlich? Was ist in der konkreten Planung zu berücksichtigen? Welche funk­tio­nalen und kreativen Spielräume kann der Planer nutzen? Wie funktionieren barrierefreie Baudetails? Und schließlich: Was kostet barrierefreies Bauen und wem nutzt es?

Der Lehrgang, der vom 6. No­vember 2014 bis 6. Februar 2015 in Biberach angeboten wird, bietet Planern und Architekten fundierte Grundlagen sowie spezifisches Fachwissen und eröffnet damit neue Handlungspotentiale. Die Akademie der Hochschule Biberach hat dieses neue Angebot zusammen mit zwei Expertinnen für barrierefreies Bauen entwickelt: Dr.-Ing. Sigrid Loch ist am Institut Wohnen und Entwerfen der Universität Stuttgart tätig, das sich als interdisziplinäres Lehr- und Forschungsinstitut mit Fragen der Architektur und Wohnsoziologie beschäftigt. Ihre Kollegin, Dipl.-Ing. (FH) ­Nadine Metlitzky, hat das „Factus 2 Institut“ (Nordhausen und Erfurt) gegründet und bietet in freier Tätigkeit die Planung, Beratung und Begutachtung von Bauprojekten unter dem Aspekt der Barrierefreiheit an.

Zertifikatslehrgang

Den Lehrgang „Fachplaner Barrierefreies Bauen“ hat die Akademie der Hochschule Biberach in sieben Themenblöcken aufgebaut, die von Teilnehmern vollständig oder als Einzelbausteine belegt werden können. Je nachdem, ob die Teilnehmer den Gesamtkurs oder einen Teilkurs abschließen, erhalten sie das Zertifikat „Fachplaner Barrierefreies Bauen im öffentlichen Bereich und/oder Fachplaner im Wohnungsbau“. Das Angebot ist in Modulen organisiert, die der Sensibilisierung für das Thema dienen, die Begleitnormen sowie die Rechtsprechung vorstellen und die Planung von Freianlagen wie Verkehrsflächen, Spielplätze, Sport- und Parkanlagen, Arbeitsstätten sowie Konzepte und Gestaltungsmöglichkeiten für generationengerechten Wohnungsbau und Pflegeimmobilien aufzeigen.

Dabei ist den Seminarleiterinnen Sigrid Loch und Nadine Metlitzky wichtig, dass barrierefreies Bauen die gebaute Umwelt für alle zugänglich und nutzbar macht – seien es Menschen mit Geh-, Seh- oder Hörbehinderungen, Menschen mit temporären Einschränkungen, ältere Menschen oder Kinder. „Barrierefreie Gebäude bieten einen hohen Komfort für alle und schaffen die notwendigen Voraussetzungen für ein Leben in größtmöglicher Selbstständigkeit in allen Lebensphasen“, so Nadine Metlitzky. Damit stehen diese Gebäude für eine zeitgemäße Architektur mit zukunftssichernder Vorplanung, durch die die Wertbeständigkeit der Immobilien wächst – „und sich Barrierefreiheit kurz- wie langfristig bezahlbar macht“, so die Expertin. „Eine derartige zukunftsorientierte Planung entspricht auch dem Recht auf Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in unserer Gesellschaft, das durch die UN-Behindertenkonvention und die weitere nationale Behindertengesetzgebung gefordert wird“, ergänzt Sigrid Loch. 

Experten für spezifische Fachthemen

Für dieses komplexe Thema haben die Seminarleiterinnen bundesweit renommierte Experten gewonnen, die innerhalb des Lehrgangs spezifische Fachthemen abdecken – darunter Architekten, Bauingenieure, Brandschutzexperten und Mediengestalter. Stellvertretend sei hier Dipl.-Ing. Oliver Appel genannt, der als Architekt im Fachbereich Ausführungsplanung der Stuttgarter Straßenbahn AG arbeitet und selbst Rollstuhlnutzer sowie aktives Mitglied im Dachverband Integratives Planen und Bauen e.V. (DIPB) ist. Die Thematik kennt er aus der persönlichen wie fachlichen Sicht. Ihm ist es wichtig, dass die Barrieren in der gebauten Umwelt und in den Köpfen der Menschen abgebaut werden. Viel habe sich in den letzten 20 Jahren in diesem Bereich getan, so Oliver Appel, nach wie vor gehe es um die Sensibilisierung von Planern und Architekten für Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen und um das Erkennen der großen Gestaltungspotentiale in diesem Bereich.

Interessierte Planer und Architekten können sich ab sofort für den Lehrgang „FachplanerIn Barrierefreies Bauen“ anmelden. Weitere Informationen gibt es unter www.akademie-biberach.de/barrierefrei.

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