Elektroautos und Immobilien
Wege zur kosten- und energieeffizienten IntegrationMit der Elektromobilität ändert sich nicht nur unser Mobilitätsverhalten, sondern auch die Energieversorgung: Denn das Laden eines Elektroautos unterscheidet sich grundlegend vom Tanken eines Verbrenners. E-Auto-Fahrer wollen im Alltag nur ungern an einer – womöglich einen kleinen Fußweg vom eigentlichen Ziel entfernten — öffentlichen Ladesäule laden. Viel lieber „tanken“ sie möglichst bequem und anwenderfreundlich. Also nachts zu Hause oder tagsüber am Arbeitsplatz – neun von zehn Ladevorgängen finden an diesen beiden Orten statt.
Die „Tankstelle“ wandert mehr und mehr zum Wohnort und die Arbeit, auf Stellplätze und in Tiefgaragen. Zusätzlich getrieben wird diese Entwicklung von Förderungen und immer Elektroauto-freundlicheren Gesetzen und Verordnungen auf europäischer und staatlicher Ebene (Tabelle 1).
Die Bereitstellung von Ladeinfrastruktur ist deshalb eine zentrale Aufgabe für Bestandsimmobilien und zukunftssichere Bauvorhaben. Dabei kommt es aber nicht nur auf eine dem aktuellen Bedarf angepasste Installation an. Planer sollten schon heute den anstehenden Markthochlauf von Elektroautos und technologische...
Die „Tankstelle“ wandert mehr und mehr zum Wohnort und die Arbeit, auf Stellplätze und in Tiefgaragen. Zusätzlich getrieben wird diese Entwicklung von Förderungen und immer Elektroauto-freundlicheren Gesetzen und Verordnungen auf europäischer und staatlicher Ebene (Tabelle 1).
Die Bereitstellung von Ladeinfrastruktur ist deshalb eine zentrale Aufgabe für Bestandsimmobilien und zukunftssichere Bauvorhaben. Dabei kommt es aber nicht nur auf eine dem aktuellen Bedarf angepasste Installation an. Planer sollten schon heute den anstehenden Markthochlauf von Elektroautos und technologische Weiterentwicklungen berücksichtigen. Ein Bereich, wo in sich geschlossene Herstellersysteme und Insellösungen schnell an ihre Grenzen gelangen können, wie aktuell bereits zu beobachten ist: „Wir haben bereits erste Kunden, die mit ihrer gewählten Insellösung ihren mit der Zeit gestiegenen Bedarf und Anspruch nicht mehr abdecken können“, berichtet Matthias Suttner, Head of Key Account Management Wholesale beim Münchner Technologieunternehmen The Mobility House, aus dem Vertriebsalltag. „Um sich von diesen Abhängigkeiten zu lösen, bleibt tatsächlich meist nur eine Option: Die alte Infrastruktur ab- und eine neue aufzubauen. Und das kann teuer werden.“
Matthias Suttner unterstützt TGA-Planer, Architekten und Bauingenieure bei der Entwicklung zukunftssicherer Ladekonzepte für Elektromobilität, zu so geringen Kosten wie möglich. Er rät deshalb zu herstellerunabhängigen, offenen und jederzeit skalierbaren Lösungen, welche flexibel mit steigendem Bedarf und höheren Anforderungen mitwachsen können. Dabei ergeben sich durch ein intelligentes Lade- und Energiemanagement, wie z.B. „ChargePilot“ von The Mobility House, signifikante Einsparmöglichkeiten zwischen 30 und 70 % im Vergleich zum ungeplanten Aufbau – sowohl bei den einmaligen Investitionskosten, da der Netzanschluss kleiner dimensioniert sein kann, als auch im Betrieb durch geringere Netzentgelte. „Über mehrere Jahre kann ein ,intelligentes‘ Lade- und Energiemanagement zehntausende Euro einsparen“, erklärt Matthias Suttner.
Smarte Steuerung der Ladevorgänge hält den Netzanschluss klein
Der größte Kostenhebel ergibt sich bei der Auslegung des Netzanschlusses. Für viele Planer ist der Strombedarf von Elektroautos noch eine große Unbekannte, welche es mit Standardlastprofilen zu vereinen gilt. The Mobility House bietet mit dem Planungshandbuch für Elektromobilität sowie dem „Excel“-basierten Planungstool für Ladeinfrastruktur zwei kostenlose Werkzeuge an, um sich einen anschaulich erklärten Überblick zum Stromhunger von E-Autos zu verschaffen – und wie dieser mit dem Lastgang eines Gebäudes vereinbar ist.
Ein Beispiel: Der Strombedarf eines durchschnittlichen Pendler-Elektroautos liegt, konservativ geschätzt anhand der üblichen Verbrauchs- und Nutzungsdaten von Pkw, bei etwa 10 kWh pro Tag. Der Bedarf von 25 Elektroautos, würden sie jeweils mit voller Kraft Energie aus 11 kW starken Wallboxen ziehen, überträfe mit 275 kW die Leistung eines 100 kW starken Netzanschlusses um fast das Dreifache. Und das bereits ohne die Berücksichtigung von Verbrauchern der Grundlast. Abhilfe schafft hier ein smartes Lade- und Energiemanagement, welches die Ladevorgänge zeitlich staffelt: Angenommen, die Grundlast eines Gebäudes beträgt im Schnitt 50 kW, so verbleiben an einem typischen Tag mit neun Stunden Anwesenheit am Arbeitsplatz gut 450 kWh an Energie für die 25 Elektroautos, welche insgesamt nur 250 kWh benötigen, um ihre Akkus vollständig zu füllen. Bei einer zeitlichen Verteilung oder Anpassung der Ladeleistung kann somit der Bedarf der Elektroautos problemlos und mit einem sogar recht komfortablen Puffer gedeckt werden. Der Einsatz einer smarten Ladesteuerung, welche sich dynamisch und in Echtzeit auch mit dem Strombedarf des restlichen Gebäudes abstimmen kann, vermeidet eine unnötige Überdimensionierung der Elektroinfrastruktur und reduziert in größeren Gewerbeobjekten jährlich wiederkehrende Leistungskosten.
Aufgrund offener Standards und Schnittstellen ist auch die Kommunikation mit anderen gebäudetechnischen Systemen möglich, wie etwa einer PV-Anlage oder einem Gebäude-Energiemanagement. Dies garantiert ein smartes und energieeffizientes Zusammenspiel mit Klima- und Lüftungsanlagen, einem BHKW oder einem stationären Batteriespeicher. „ChargePilot“ kann seinen Leistungsbezug dabei flexibel und in Echtzeit an die jeweils zur Verfügung stehende Energiereserve anpassen. Immobilieneigentümer können hierbei auch Einsparpotentiale nach § 14 a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) einplanen, wonach Elektromobilitätsnutzer von niedrigeren Stromtarifen profitieren, wenn sie die Zustimmung zu einer netzdienlichen Steuerung ihrer Ladeeinrichtung erteilen.
Heute schon an morgen denken spart Zeit und Kosten
„Die Gratwanderung besteht darin, die Ladeinfrastruktur zukunftsfähig aufzubauen“, erklärt Matthias Suttner. „Aktuell haben Elektroautos und Plug-in-Hybride – seit den höheren Förderungen im Zuge des Corona-Konjunkturpakets und als Zeugnis eines gesteigerten Umweltbewusstseins der Verbraucher – einen Marktanteil von gut 10 % bei den Neuzulassungen. Wer die steigende Anzahl an E-Fahrzeugen heute nicht im Blick hat, muss später nochmal von Grund auf neu planen“, gibt er zu bedenken. Insbesondere Plug-in-Hybride müssen einfach am Arbeitsplatz und zu Hause geladen werden können, um die vom Hersteller angepriesenen Vorteile hinsichtlich Verbrauch und CO2-Ausstoß zu realisieren. Matthias Suttner rät dazu, schon heute den künftigen Ausbau zu berücksichtigen. Hierbei gilt es, möglichst effizient vorzugehen, Schieflasten zu vermeiden und Leitungswege zu optimieren, womöglich kommt auch eine Ausstattung mit Stromschienen in Betracht. Sollten für die Ladeinfrastruktur in Zukunft weitere Trafos benötigt werden, sollten diese und der passende Ort dafür ebenfalls bereits eingeplant werden.
Aber nicht nur beim Netzanschluss und der Dimensionierung der Ladeinfrastruktur lohnt es sich, tief in die Details zu gehen. Ist die Ladeinfrastruktur einmal aufgebaut, sollten weitere Punkte beachtet werden, damit auch der laufende Betrieb reibungslos verläuft: Schon die einfache Frage „Wer soll laden?“ zieht eine ganze Reihe von planungsrelevanten Grundlagen mit sich. Soll zum Beispiel nach verschiedenen Nutzerkreisen abgerechnet werden – beispielsweise Mitarbeiter, Flottenfahrzeuge, Gäste –, sind mitunter besondere Anforderungen für eine eichrechtskonforme Abrechnung gegeben. Womöglich sollen in einem Bürogebäude sogar mehrere unterschiedliche Mieter-Konstellationen berücksichtigt werden oder der Gebäudeeigentümer möchte auf detaillierte Auswertungsmöglichkeiten Zugriff haben. Es besteht auch die Möglichkeit, bestimmte Fahrzeuge bzw. Nutzer zu priorisieren. Außendienstler mit vielen externen Terminen wissen dies sicherlich zu schätzen. Auch hier verfügt The Mobility House über die Expertise, zu allen Fragen, Erfordernissen und Wünschen passende Lösungen anbieten zu können. Für die Installation der Ladeinfrastruktur greift das Unternehmen auf ein flächendeckendes deutschlandweites Netzwerk aus über 400 kompetenten und geschulten Fachpartnern zurück.
Egal ob Hotel, Shoppingcenter, Bürogebäude oder Firmengelände, für den Hochlauf der E-Mobilität wird mit der richtigen Planung jeder Parkplatz zu einer potentiellen Lademöglichkeit. Zwar verursacht der Aufbau von Ladeinfrastruktur zunächst Kosten. Ladestationen für Elektroautos steigern allerdings auch den Wert von Immobilien und erhöhen deren Attraktivität in einer Zeit, in der das Thema Nachhaltigkeit immer wichtiger wird.
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