Dubiose Angebote für Hitzegeplagte

„Jeden Tag steht ein Dummer auf!“ Das dachten sich auch windige Geschäftemacher in den Hitzeperioden des Sommers 2018. Erstaunlich, was über Werbeflyer und Internet an wahrem Schrott angeboten wurde: „Cooler PureAir, die neue Lieblingsklimaanlage der Deutschen für diesen Sommer“ war nur ein Highlight aus dem magischen Portfolio. Das Gerät, kaum größer als ein Nachttischwecker, muss nur mit Wasser befüllt werden und schon kühlt es die Raumluft um 12 Kelvin – dargestellt mit Hightech-Messgeräten. Der ZhiXing-Shop bot eine „Mini tragbare Klimaanlage“ zum Spottpreis von nur 19,99 € an. Wer sich für das mobile Klimagerät TOPELEK entschied, musste schon stolze 33,98 € auf den Tisch blättern. Dafür bekam er gleich drei Funktionen ins Haus geliefert: Das Gerät, so die schwachsinnige Werbung, kühlt, befeuchtet und reinigt die Luft. Ein Anbieter stellte die Physik auf den Kopf und bot bei 100 W eine Kälteleistung von 3 kW.

Wer im Büro oder zu Hause in der Hitze schmachtet, fällt möglicherweise leicht auf derartige dubiose und unhaltbare Versprechen herein. Doch es gab auch viele Hitzegeplagte, die sich ernsthaft Gedanken darüber machten, wie sie auch bei sehr hohen Außentemperaturen für thermische Behaglichkeit und angenehme Raumtemperaturen sorgen können. Zahlreiche Anfragen in diese Richtung und Fragen über die Möglichkeiten nachträglicher Installationen zeigen, dass sich viele Unternehmen und Behörden ernsthaft Gedanken machten, wie sie erträgliche Arbeitsatmosphären schaffen können. Bei Außentemperaturen jenseits der 30-Grad-Grenze haben Klimaanlagen wahrlich kein Imageproblem. Allerdings müssen wir als Branche dafür Sorge tragen, dass die Klimaanlage nicht zum reinen Temperaturabsenker degradiert wird. Themen wie „Indoor Air Quality“, „Hygiene“ und „zuträgliche Raumluftfeuchte“ müssen das ganze Jahr über und außentemperaturunabhängig Hochkonjunktur haben.

 

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