Kommentar

Die Zukunft des Bauablaufs – ISH und BIM

BIM@ISH hieß eine kleine, aber feine Sonderausstellung in Halle 10.3, die einen ganzheitlichen Blick auf Planung, Bau und den Betrieb eines Gebäudes – Stichwort Building Information Modeling (BIM) – legte. Entsprechend dem Vorgehen mit einem digitalen Gebäudemodell wurde der Prozessablauf wie ein Puzzle mit ineinandergreifenden Arbeitsschritten, verdeutlicht durch einen vielfarbig gestalteten Boden, dargestellt. Dabei sollen alle Planungs- und Baubeteiligten bei der Erstellung des Gebäudes einbezogen werden, wie bei einem Standrundgang anschaulich erklärt wurde.

Mit ganzheitlichem Ansatz

Die Sonderausstellung, die von der Messe Frankfurt in Zusammenarbeit mit dem Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung e.V. (BTGA) und dem Fachverband Automation + Management in Haus + Gebäude im VDMA (FV-AMG) konzipiert wurde, präsentierte den ganzheitlichen Ansatz, der durch Building ­Information Modeling (BIM) entstehenden Möglichkeiten und zeigte diese entlang der gesamten Wertschöpfungskette „Planen – Bauen – Betreiben“ auf. 

Basis der Ausstellung war ein 3D-/Informationsmodell, das als Grundlage für alle in der Ausstellung präsentierten BIM-Anwendungsfälle herangezogen wurde.

Unterstützende Farbgebung

Vom Entwurf und dem damit verbundenen Design eines Gebäudes (dunkelgrüner Teppich) ging es über die Vorfertigung (hellgrüner Teppich) ins Warenhaus (orangefarbener Teppich). Von dort aus betrachtet man den Waren- und Datenfluss auf dem Weg zur Baustelle (roter Teppich), bevor es dann in den Betrieb (hellblauer Teppich) geht. Verbindendes Element (dunkelblauer Teppich) ist die im Mittelpunkt stehende und doch gleichsam über allen Prozessen und Baubeteiligten schwebende Wolke – die „Cloud“, die die Datenströme austauscht, sammelt, verarbeitet und speichert. 

Wenn sich der geneigte Besucher erst einmal auf das Thema eingelassen hatte, konnte man sich vom Standpersonal ausgiebig fachlich sowie sachlich beraten und weiterhelfen lassen und sich auch noch wissenswerte Details am Laptop und Tablet erklären lassen. 

Digitalisierung aus dem Modell heraus

Auch wenn diese Sonderausstellung künftig noch stärker im Mittelpunkt der ISH stehen sollte, zeigte sie bereits deutlich, welche Entwicklungen das Bauwesen künftig prägen werden. Dabei ist diese Form der Präsentation überaus nachahmenswert.

Wichtig ist es dabei, dass die Kommunikation über den eigenen Themenbereich hinaus geführt wird und auch eigentlich erst später in den Bauablauf einbezogene Unternehmen und Personengruppen frühzeitig informiert werden. 

Denkbar ist es, beispielsweise den späteren Betreiber des Gebäudees hinzuziehen, damit dieser später auch die Daten zur Verfügung gestellt bekommt, die er für seine Arbeit benötigt. Zudem können Fehler bereits vor der Ausführung verhindert werden.

Man darf schon gespannt sein, wie die Entwicklungen im Bereich Building Information Modeling (BIM) bis zur nächsten ISH 2021 fortschreiten werden. Dem Bereich selbst sollte man sich auf jeden Fall widmen, denn viele Hersteller thematisierten diese Methodik auf eigene Weise bereits auf der ISH 2019.

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