Bundeswehr-Kita in Ulm

Gebäudeautomation im emissionsarmen Holzbau

Mit der „Villa SanIgel“ wurde im Oktober 2015 die deutschlandweit insgesamt dritte Kindertagesstätte der Bundeswehr in Betrieb genommen. Der 700 m² große Bau aus Holz und Glas, der 3,1 Mio. € gekostet hat und sich direkt hinter dem Bundeswehrkrankenhaus Ulm befindet, gilt als derzeit emissionsärmster Holzbau in der Bundesrepublik. Das Gebäude wird nach den Nachhaltigkeitskriterien des BNB für den Silberstandard zertifiziert, für den neben den Baukosten auch die Betriebskosten für Strom, Wärme und Wasser eine wichtige Rolle spielen. Erreicht wurde dies durch ein energetisches und bauliches Konzept, das den Einsatz einer Gebäudeautomation einschließt.

Derzeit kümmern sich 17 pä­da­go­gi­sche Fachkräfte in der Villa SanIgel im Dreischichtbetrieb um 50 Kinder im Alter zwischen zehn Wochen und sechs Jahren, die neben Gruppenräumen mit Bewegungsinseln auch einen großen Spielplatz und einen Gemüsegarten nutzen können. Die Öffnungszeiten der Einrichtung von 6:00 bis 21:00 Uhr sind auf die Arbeitszeiten von Bundeswehr-Ärzten, -Pflegekräften und Soldaten abgestimmt, die Betreuungskosten für die Eltern, die sich an der Satzung der Stadt Ulm orientieren, sind vom Familienbruttoeinkommen abhängig. Die Bundeswehr will sich mit dieser neuen Kita als...
Derzeit kümmern sich 17 pä­da­go­gi­sche Fachkräfte in der Villa SanIgel im Dreischichtbetrieb um 50 Kinder im Alter zwischen zehn Wochen und sechs Jahren, die neben Gruppenräumen mit Bewegungsinseln auch einen großen Spielplatz und einen Gemüsegarten nutzen können. Die Öffnungszeiten der Einrichtung von 6:00 bis 21:00 Uhr sind auf die Arbeitszeiten von Bundeswehr-Ärzten, -Pflegekräften und Soldaten abgestimmt, die Betreuungskosten für die Eltern, die sich an der Satzung der Stadt Ulm orientieren, sind vom Familienbruttoeinkommen abhängig. Die Bundeswehr will sich mit dieser neuen Kita als attraktiver Arbeitgeber präsentieren: „In der Konkurrenz um die besten Köpfe im Gesundheitswesen ist eine gute Kinderbetreuung heute ein entscheidender, wenn nicht der entscheidende Faktor“, so Generalarzt Dr. med. Armin Kalinowski, Chefarzt des Bundeswehrkrankenhauses Ulm, anlässlich des Festakts zur Eröffnung der Kindertagesstätte im Oktober 2015.


Heizungs- und Lüftungstechnik

Das 3,1 Mio. € teure Gebäude wurde nach einem besonderen energetischen und baulichen Konzept realisiert, das auf eine umfassende Nachhaltigkeit des Bauwerks abzielt und u.a. mit Gebäudeautomation von Sauter realisiert wurde. So ist die Kita an das Fernwärmenetz angeschlossen und bezieht Wärme aus einem Hackschnitzelkraftwerk, wodurch der Anteil der regenerativen Energie hier bei 61 % liegt. In jedem Raum befindet sich eine Fußbodenheizung mit Regelung sowie eine Raumautomation mit Displays, über die die Standardeinstellung von 22 °C manuell geändert und die Temperatur auf maximal 27 °C eingestellt werden kann. Im Bürobereich erfolgt die Temperaturregelung über einen Sensor in der Abluft beziehungsweise über ein Touchpanel bei der Kita-Leiterin. Auch die Lüftungsstufen können eingestellt werden. „Die zentrale Überwachung der Betriebstechnik geschieht über die vorhandene Gebäudeleittechnik von Sauter“, erklärt Uwe Zewen, Leiter der projektverantwortlichen Sauter-Niederlassung Saarlouis. „Das übernimmt der technische Betriebsdienst in der Leitwarte des Bundeswehrkrankenhauses Ulm.“

Eine Besonderheit im Bereich Lüftungstechnik ist die Lüftungsanlage mit Sauter-Regelung und adiabater Kühlung: „Die Vernebelung von Regenwasser in der Abluft führt zu einer Abkühlung der Abluft, die dann über den Wärmetauscher die Temperatur der Zuluft um ca. 6 K senkt“, so Uwe Zewen. „Hier gibt es also einen doppelten Nutzen: im Winter die Wärmerückgewinnung und im Sommer die Klimatisierung.“ Gespeist wird die adiabate Kühlung von einer Regenwassernutzungsanlage, die aus einer Zisterne mit einem Wasservolumen von 20 m³ besteht. Zudem wurde eine bedarfsgerechte Steuerung der Lüftung eingerichtet: Im Automatikmodus wird ein definierter Volumenstrom genutzt, der über Displays in den Räumen manuell in drei Stufen erhöht werden kann. CO2-Sensoren erfassen darüber hinaus den Kohlendioxidgehalt der Abluft. Bei steigenden Werten – beispielsweise durch stärkere körperliche Aktivität der Kinder – wird der Volumenstrom zum Ausgleich angehoben.


Überwachung durch die GLT

In der Sanitärtechnik wurden Strömungsbypässe eingebaut, die dafür sorgen, dass auch nicht genutzte Waschbecken oder Stränge entweder durch den dahinterliegenden Verbraucher oder die Leitung des davorliegenden Verbrauchers mit durchgespült werden. „Auf diese Weise wird eine Stagnation des Wassers in den Leitungen vermieden und die Trinkwasserhygiene sichergestellt“, erläutert Uwe Zewen.

Für die Verschattung und einen angemessenen Wärmeschutz im Sommer sorgt eine zentrale Jalousiensteuerung, die ebenfalls durch Taster in den jeweiligen Räumen manuell angepasst werden kann. Daneben wird auch die Beleuchtung, die zu zwei Dritteln auf LED basiert, von einer Steuerung reguliert.

Die eingesetzte Technik hat einen wesentlichen Anteil daran, dass die Kita die in sie gesetzten hohen Ansprüche an Schadstoffvermeidung sowie den Einsatz nachhaltiger und zukunftsorientierter Technologien erfüllen kann und für Strom, Wasser und Wärme vergleichsweise niedrige Betriebs­kos­ten eingehalten werden. Dies ist auch ein entscheidender Faktor für die BNB-Zertifizierung des Gebäudes gemäß Silberstandard. Das Projekt wurde von Sauter in enger Zusammenarbeit mit dem Fachplaner GA sowie dem Staatlichen Hochbauamt Ulm realisiert.

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