Bürokomplex in Düsseldorfer Airport City

Klimakonzept mit Gasmotor-Wärmepumpen

Seit einigen Jahren bietet der Büro- und Dienstleistungsstandort Airport City unweit des Düsseldorfer Flughafens attraktive Gewerbeflächen und ein vielfältiges Immobilienangebot. Inmitten der gefragten Infrastruktur ist ein skulpturales Bürogebäude entstanden, das „Smart Office“. Der Gebäudekomplex, ein feingliedrig ausgearbeiteter Baukörper von rund 14.000 m2, setzt ganzheitlich auf Glas und Licht. So werden beispielsweise beide Gebäudeflügel durch gläserne Brücken mieinander verbunden, bodentief verglaste Büroräume ermöglichen einen freien Blick in begrünte Innenflächen und die urbane...

Seit einigen Jahren bietet der Büro- und Dienstleistungsstandort Airport City unweit des Düsseldorfer Flughafens attraktive Gewerbeflächen und ein vielfältiges Immobilienangebot. Inmitten der gefragten Infrastruktur ist ein skulpturales Bürogebäude entstanden, das „Smart Office“. Der Gebäudekomplex, ein feingliedrig ausgearbeiteter Baukörper von rund 14.000 m2, setzt ganzheitlich auf Glas und Licht. So werden beispielsweise beide Gebäudeflügel durch gläserne Brücken mieinander verbunden, bodentief verglaste Büroräume ermöglichen einen freien Blick in begrünte Innenflächen und die urbane Nachbarschaft.

?Smart Office? in der Düsseldorfer Airport City Das „Smart Office“ in der Düsseldorfer Airport City verlangte nach einem leistungsfähigen Lüftungs- und Kühlkonzept. Das Ergebnis brachte dem Gebäude die DGNB- und WiredScore-Goldzertifizierung.
Foto: Schwank

Das „Smart Office“ in der Düsseldorfer Airport City verlangte nach einem leistungsfähigen Lüftungs- und Kühlkonzept. Das Ergebnis brachte dem Gebäude die DGNB- und WiredScore-Goldzertifizierung.
Foto: Schwank

Herausforderung Klimakonzept

Das Klimakonzept war eine energetische Herausforderung. Neben einer Heizung bedarf das Gebäude aufgrund der Dimensionen und großen Glasflächen auch ein leistungsfähiges Lüftungs- und Kühlkonzept. Das Problem: Die Planer konnten standortbedingt weder auf Fernwärme noch auf hohe elektrische Anschlussleistungen zurückgreifen. Erst Erdgas lieferte die Lösung: In Kombination mit der Wärme- und Kälteerzeugung auf der Basis von Gasmotor-Wärmepumpen wurden gleich mehrere wirtschaftliche wie ökologische Vorteile genutzt. Die Motorabwärme kann in den Warmwasserkreislauf des Gebäudes eingespeist werden, egal ob im Gebäude gerade geheizt oder gekühlt wird.

„Smart Office“ in der Düsseldorfer Airport City  2 Standortbedingt konnte man weder auf Fernwärme noch auf hohe elektrische Anschlussleistungen zurückgreifen. Die Lösung waren Gasmotor-Wärmepumpen.
Foto: Schwank

Standortbedingt konnte man weder auf Fernwärme noch auf hohe elektrische Anschlussleistungen zurückgreifen. Die Lösung waren Gasmotor-Wärmepumpen.
Foto: Schwank

Gas-Motor-Wärmepumpen bedienen mehrere Systeme

Für die Lösung der innerbaulichen Heiz- als auch Kühlfragen, hat das Planerteam des Ingenieurbüros PGH auf zwei sich ergänzende und der Behaglichkeit zuträgliche Systeme gesetzt. Wärme und Kälte werden dabei sowohl über Betonkernaktivierung als auch über Deckenluftauslässe in die zwischen 3 und 4 m hohen Büroräume eingebracht. 

Gasmotor-Wärmepumpen Für die Kälte- und Wärmelast der Betonkernaktivierung lieferte Schwank die Gasmotor-Wärmepumpen und Hydraulikeinheiten.
Foto: Schwank

Für die Kälte- und Wärmelast der Betonkernaktivierung lieferte Schwank die Gasmotor-Wärmepumpen und Hydraulikeinheiten.
Foto: Schwank

Klaus Huke, Geschäftsführer PGH, berichtet: „Wir haben mit der Einbindung verschiedener Wärme- und Kältesysteme ein ideales, den Ansprüchen an ein modernes Gebäude entsprechendes Büroklima geschaffen. Die Gasmotor-Wärmepumpen lassen dabei genug planerischen und energetischen Freiraum, um die verschiedenen Systeme auch ohne Fernwärme und hohe elektrische Leistungen mit Wärme und Kälte zu versorgen.“

?Smart Office? in der Düsseldorfer Airport City Büros In den Büroräumen stören keine konventionellen Heizkörper den Blick aus den bodentiefen Fenstern.
Foto: Schwank

In den Büroräumen stören keine konventionellen Heizkörper den Blick aus den bodentiefen Fenstern.
Foto: Schwank

Für die Kälte- und Wärmelast der Betonkernaktivierung lieferte der Klimaspezialist Schwank vier Gasmotor-Wärmepumpen sowie vier VRF-Wasser-Wärmeübertrager. Dabei beträgt die Nennleistung pro Gerät im Heizfall 95 kW, im Kühlfall 85 kW. Ein Pufferspeicher bedient zwei Kaltwasserkreise mit 16 °C und 20 °C für die Betonkernaktivierung der einzelnen Etagen. Über einen „Zortström“-Heizkreisverteiler werden sowohl die Betonkerne als auch RLT-Geräte und weitere statische Heizkörper versorgt. Eingespeist wird hier zusätzlich die Abwärme der Gasmotoren aus den Wärmepumpen sowie die Wärme aus einem zusätzlichen 160 kW Gas-Brennwertkessel.

Die Gasmotor-Wärmepumpen von Schwank kommunizieren über ein BACnet-Schnittstellenmodul mit der übergeordneten Gebäudeleittechnik (GLT).

Fazit

In dem Bürogebäude lösen Gasmotor-Wärmepumpen Heiz- und Kühlaufgaben gleichermaßen effizient und nachhaltig, ohne Wirtschaftlichkeitsaspekte für den Betrieb aus den Augen zu verlieren. Dabei sorgt die Nutzung der Motorabwärme für zusätzliche Effizienz der Wärmepumpen. Bei der Bauausführung übernahm Schwank die Installation der Geräte auf dem Dach des Gebäudes sowie die Einbindung und Inbetriebnahme der gelieferten Hydraulikeinheiten in den Kältemittel-Kreislauf und in die GLT. Das vom Bauherrn beauftragte Ingenieurbüro PGH erarbeitete das grundlegende Klimakonzept. Das bezugsfertige Gebäude hat die DGNB- und WiredScore-Goldzertifizierung erhalten.

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