Bereit für den Praxistest

Vaillant hat am ersten Tag der Hannover Messe den Prototyp für das erste wandhängende Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungssystems mit Brennstoffzellen-Technologie präsentiert. Das System versorgt Einfamilienhäuser gleichzeitig mit Wärme und Strom. Bei gleichem Energieeinsatz wird das Brennstoffzellen-Heizgerät in der Lage sein, gegenüber einem üblichen Kraft-Wärme-Kopplungssystemen (KWK-Systemen) mehr Strom zu erzeugen. Darüber hinaus reduziert das Brennstoffzellen-Heizgerät den CO2-Ausstoß gegenüber derzeit verfügbaren Hocheffizienztechnologien nochmals.

Das auf der Hannover Messe erstmals vorgestellte Brennstoffzellen-Heizgerät wird mit Erdgas betrieben und ist sowohl für Neubauten als auch für die energetische Sanierung im Gebäudebestand konzipiert. Ab Herbst 2011 werden die Geräte im deutschlandweiten Praxistest „Callux“ getestet.

Dr. Carsten Voigtländer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vaillant Group gab zu den Zukunftsaussichten folgende Erklärung: „Die Brennstoffzellentechnologie wird kommen. Die Frage lautet also nicht, ob sie kommt, sondern nur noch wann sie kommt.“

Das robuste und kompakte Gerät mit rund 150 kg Masse leistet gleichzeitig 2 kWth und 1 kWel. Die technische Grundlage des Systems bilden Solid Oxide Fuel Cells (SOFC), also Festoxid- oder oxidkeramische Brennstoffzellen, die eine Arbeitstemperatur von mehr als 800 °C erreichen und eine optimale Nutzung von Erdgas ermöglichen. Die Vaillant Group erprobt seit 2009 mehrere Prototypen des SOFC-Geräts im Labor, dabei wurden im letzten Jahr mehr als 12000 h im Dauerbetrieb erreicht. Darüber hinaus konnte erstmals der Nachweis erbracht werden, dass auf Basis der SOFC-Technologie auch Starten und Stoppen des Systems ohne nennenswerte Einbußen bei der elektrischen Leistung möglich ist. Da das Gerät nur aus wenigen, mechanischen Komponenten besteht, haben SOFC-Brennstoffzellen nach Meinung von Experten das Potential, sich langfristig als führende KWK-Technologie durchzusetzen. Die Vaillant Group verantwortet die komplette Systementwicklung des Brennstoffzellen-Heizgeräts und kooperiert mit starken Partnern aus Industrie und Wissenschaft wie der Staxera GmbH und dem Fraunhofer Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) in Dresden. Die Entwicklung wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie unterstützt.

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