Anstehende Änderungen in der Kälte- und Klimatechnik

Effizienzlehren aus dem Sommer 2018

Der Sommer 2018 in Deutschland war trocken und überdurchschnittlich warm. Vielerorts wurde der Ruf nach einer Klimaanlage laut. Freibäder waren überbelegt und die Eisdielen machten sehr gute Geschäfte. Weitere heiße Sommer dürften bevorstehen, wenn der Klimawandel sich so weiter fortsetzt wie bisher. Je heißer ein Sommer aber ist, desto mehr werden Lösungen aus der Kälte- und Klimatechnik gefragt, um ein behagliches Innenraumklima in Gebäuden sicherzustellen.

Hier muss frühzeitig angesetzt werden, um nicht alle Bemühungen der Energiewende ad absurdum zu führen! Es gilt, den Klimawandel, wie er sich jetzt darstellt, zu begrenzen. Dazu müssen, noch mehr als bisher, effiziente Techniken verwendet sowie kälte- und klimatechnische Lösungen mit Augenmaß eingesetzt werden. Dabei sind die Vorgaben des Phase-Down bei den HFKW-haltigen Kältemitteln zu berücksichtigen, wie sie die F-Gas-Verordnung (517/2014) vorsieht. In diesem Jahr stehen bereits nur noch 63 % der CO2-Äquivalente an fluorierten Treibhausgasen ge­gen­über der Ausgangssituation im Jahr 2015 zur Verfügung. Bereits zum 1. Januar 2020, also in weniger als eineinhalb Jahren, steht ein Nachfüllverbot von Kältemitteln mit einem GWP > 2.500 zur Wartung und Instandhaltung von Kälteanlagen mit Füllmengen ab 40 t CO2-Äquivalent an. Weitere Einschränkungen werden folgen.

Es ist noch mehr als bisher darauf zu achten, dass bei der Planung neuer Kälte- und Klimaanlagen sowie auch Wärmepumpen zukunftsfähige Lösungen angeboten werden. Ein Kunde wird schließlich alles andere als erfreut sein, wenn man ihm mitteilen muss, dass die neu installierte Anlage nur wenige Jahre betrieben werden darf, weil man z.B. das falsche Kältemittel eingesetzt hat. Wie so ein Fall weitergeht, lässt sich gedanklich rasch fortführen.

Unterstützung kommt vom Markt. Denn Angebot und Nachfrage sind bereits dabei, einiges zu regeln. So haben ein paar Kältemittel bereits deutliche Kostensteigerungen erfahren, so dass es sich wirtschaftlich lohnt, Alternativen zu bisherigen Lösungen zu planen und einzusetzen.

Um sich die ganze Themenbreite des Phase-Down von HFKW-haltigen Kältemitteln zu erschließen, lohnt es sich, spätestens heute, hier und jetzt damit zu beginnen, sich den alternativen Lösungen von morgen anzunehmen. Denn die Industrie ist kreativ und bringt immer neue Systeme und Technologien auf den Markt. Ein Messebesuch auf der Chillventa in Nürnberg, zu der Sie in dieser Ausgabe mehr lesen können, ist mit Sicherheit ein Weg, der den Aufwand lohnt.

Planung und Ausführung kälte- und ­klimatechnischer Lösungen werden vor dem Hintergrund der F-Gas-Verordnung und des damit verbundenen Phase-Down von HFKW-haltigen Kältemitteln immer anspruchsvoller.
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