Im Bauabschnitt H des Europakarree Erfurt entstehen 76 neue Wohnungen.
Bild: Geberit
Die Planung und Umsetzung von Mehrgeschoss-Wohnhäusern bringen oft große Herausforderungen mit sich. So schränkt der waagerechte Verzug von Fallleitungen, der nach DIN 1986-100 ein Gefälle aufweisen muss, die Deckenhöhen im Untergeschoss ein. Hinzu kommen Umgehungsleitungen bei Fallleitungslängen ab 10 m, die Platz in den Installationsschächten kosten und Kernbohrungen sowie Brandschutzmaßnahmen erforderlich machen.
Im Bauabschnitt H des Europakarrees Erfurt gab es laut Fachplanerin Claudia Sanno von der Textor Planungsgesellschaft mbH zusätzlich ganz konkrete Anforderungen: Im Versammlungsraum eines Gemeinschaftsbereichs musste eine Raumhöhe von 2,90 m eingehalten werden, was mit der Abhängung für eine Verzugsleitung mit Gefälle in Koordination mit anderen Gewerken schwer umsetzbar war. Eine ähnliche Aufgabe ergab sich mit der lichten Höhe in einer Durchfahrt. Dort stand nicht die notwendige Abhanghöhe zur Verfügung, die für einen Fallleitungsverzug von über 10 m gebraucht wird.
Fachplanerin Claudia Sanno plant bereits weitere Objekte mit dem Silent-Pro SuperTube System.
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„Bereits bei früheren, ähnlichen Projekten waren wir durch die Vorgaben der DIN 1986-100 an die Grenzen des Machbaren gestoßen. Wir wussten aber, dass Geberit an einer Lösung arbeitet. So wurde ich recht früh auf das System aufmerksam“, berichtet die Planerin. Mit dem System Silent-Pro SuperTube, konnte die Fallleitung in der Durchfahrt des Erfurter Europakarrees waagerecht bis zu 6 m weit ohne Gefälle verlegt werden. „Ohne dieses System wäre das so gar nicht umsetzbar gewesen.“ erinnert sich Sanno.
Weniger Zeit- und Materialaufwand, mehr Platz
Das System erfordert weniger Material im Vergleich zu herkömmlichen Entwässerungssystemen. Dadurch, dass nur eine einzige Fallleitung durch die Geschossdecke geführt und keine Umgehungsleitung in den darüberliegenden Etagen an die Fallleitung angeschlossen werden musste, konnte nicht nur eine Menge Formstücke im Vergleich zur konventionellen Entwässerung gespart werden, sondern es war pro Etage auch halb so viel Aufwand bei der Erfüllung der Anforderungen an den Brandschutz erforderlich. Marcel Roth, Projektleiter bei der ausführenden Installationsfirma Silvio Deutsch GmbH, berichtet ebenfalls über Zeit-, Material- und Raumeinsparungen. Bei 32 Abwassersträngen im Gebäude konnte er 32 Kernbohrungen plus Deckenverguss sowie Brandschutzmanschetten einsparen. Durch die optimierte Hydraulik des Systems konnte zudem die Dimension aller Stränge von DN 100 auf DN 90 reduziert werden. Hinzu kommt, dass durch den Verzicht auf die Umgehungsleitungen weniger Rohrmeter verbaut.
Die gefällefreien Verzüge der Fallleitungen ermöglichen es, erforderliche Deckenhöhen einzuhalten, z. B. in Durchfahrten oder Tiefgaragen.
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Auch Überschneidungen, etwa mit Lüftungs- und Elektroleitungen, waren leichter zu lösen. Marcel Roth schätzt die Raumersparnis konkret ein: „Wenn wir von einer Reduzierung der Fläche von ca. 0,5 m2 pro Wohnung ausgehen, dann sind das bei 76 Wohnungen im Bauabschnitt H immerhin 38 m2“. Zur Materialersparnis im Vergleich zu einer herkömmlichen Entwässerung sagt der Projektleiter: „Bei 32 Strängen hätten wir noch zusätzliche Leitungen hochziehen müssen. Hier müsste man mit ca. 5 m pro Strang rechnen, das heißt damit haben wir schon 160 Rohrmeter eingespart. Dazu kommen noch 6 Bögen mal 32, also 192 Bögen, die wir auch nicht gebraucht haben. Plus die 32 Abzweige und natürlich noch 32 Brandschutzmanschetten, 32 Kernbohrungen in der Größe 150 und den Verguss dazu.“ Was den zeitlichen Aufwand betrifft, entspricht das grob gerechnet einer Ersparnis von alles in allem rund 160 Std., schätzt Roth.
Durchgehende Luftsäule für hohe Ablaufleistung
Geberit Verkaufsberater Fabian Ritter erklärt Projektleiter Marcel Roth und seinem Team den neuen Silent-Pro BottomTurn Bogen.
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Das System Silent-Pro SuperTube ergänzt das bestehende hochschalldämmende Stecksystem Silent-Pro um drei spezielle, hydraulisch optimierte Formstücke, welche die konventionellen Einbindungen und Umlenkungen ersetzen: dem Carve-Abzweig, dem BottomTurn-Bogen und dem BackFlip-Bogen. Sie erzeugen eine durchgehende Luftsäule in der Rohrleitung. Die Entlüftung über eine Umgehungsleitung ist nicht mehr erforderlich. Der Carve-Abzweig führt das Abwasser tangential in die Fallleitung ein und versetzt es in eine Ringströmung. Dadurch fließt es an der Rohrwand entlang und die durchgängige Luftsäule bleibt erhalten. Im BottomTurn-Bogen überführt ein Strömungsteiler das Wasser in eine laminare Schichtenströmung in der horizontalen Leitung, ohne dass es seitlich aufschwingt. So wird die Strömungsenergie aus der Fallleitung genutzt und lässt den Leitungsinhalt ohne Gefälle durchströmen. Am Ende der horizontalen Strecke überführt der BackFlip-Bogen die Schichtenströmung erneut in eine Ringströmung und verhindert so die Unterbrechung der Luftsäule.
Unterstützung von der Planung bis zur Ausführung
Die Planung wurde in enger Zusammenarbeit zwischen Planerin, Projektleiter und dem Geberit Verkaufsberater umgesetzt. Frau Sanno und Herr Roth heben die Expertise des Geberit Verkaufsberaters hervor, die ihnen das erforderliche Vertrauen in das neue System gab. In einer Baustelleneinweisung hat Fabian Ritter das System und die notwendigen Brandschutzlösungen erklärt und Hilfen zur Installation gegeben.
