Effiziente Heiztechnik für schlanken Bodenaufbau

Sanierung mit Flächenheizsystem im Zweifamilienhaus

Mit dem Umzug in die Erdgeschosswohnung des Zweifamilienhauses erfüllte sich ein Ehepaar aus dem niederbayerischen Viechtach den Wunsch nach einem altersgerechten, barrierearmen Wohnumfeld. Zur Komfortsteigerung wurden die Räumlichkeiten saniert und modernisiert – inklusive des Einbaus neuer Heizkörper sowie der Installation einer Fußbodenheizung. Für die Wärmeübertragung kamen Produkte aus dem umfangreichen Portfolio des Raumklima-Spezialisten Kermi zum Einsatz. In Zusammenarbeit mit dem bekannten Baustoff-Experten Knauf konnte zudem die Anforderung eines niedrigen Bodenaufbaus optimal umgesetzt werden.

Das Zweifamilienhaus wurde um 1924 errichtet. Im Rahmen des Umzugs wurden die Räumlichkeiten saniert und modernisiert – inklusive des Einbaus neuer Heizkörper einer Fußbodenheizung.
Bild: Kermi

Das Zweifamilienhaus wurde um 1924 errichtet. Im Rahmen des Umzugs wurden die Räumlichkeiten saniert und modernisiert – inklusive des Einbaus neuer Heizkörper einer Fußbodenheizung.
Bild: Kermi
Im Rahmen der weitgehenden Kernsanierung ihres um 1924 errichteten Zweifamilienhauses nutzten die Eigentümer die Gelegenheit, Leitungen zu erneuern und die Raumaufteilung zu ändern, da die Räume heutigen Ansprüchen an Wohnkomfort kaum mehr gerecht wurden. So wurden im neuen Schlafzimmer und Büro energieeffiziente Niedertemperatur-Heizkörper sowie im Badezimmer ein moderner Bad-Heizkörper installiert. In der neu geschaffenen Küche mit Essbereich und angrenzendem Wohnzimmer wurde auf einer Bodenfläche von rund 35 m² das „x-net C16 clip“-System von Kermi als Flächenheizungslösung nachgerüstet.

Ausschlaggebend für die Wahl einer Fußbodenheizung waren die großflächige Wärmeverteilung mit hohem Strahlungsanteil, der effiziente Betrieb im Niedertemperaturbereich in Kombination mit dem vorhandenen Gas-Brennwertgerät sowie Freiräume für eine flexible Raumgestaltung. Bei der Auswahl der passenden Lösungen folgten die Eigentümer der Empfehlung der Raumklima-Spezialisten.

Bodensanierung: Aufbauhöhe war zentrale Herausforderung

Die Befestigung der 14-mm-Heizrohre erfolgte mithilfe Clips. Mit dem Former ließen sich die Clips gleichmäßig formen und schnell einbringen.
Bild: Kermi

Die Befestigung der 14-mm-Heizrohre erfolgte mithilfe Clips. Mit dem Former ließen sich die Clips gleichmäßig formen und schnell einbringen.
Bild: Kermi
Zum Einsatz kommt in diesem Sanierungsobjekt ein Flächenheizungssystem von Kermi, das in Kombination mit einem reversiblen Wärmeerzeuger wie einer Wärmepumpe auch kühlen kann. Bevor es installiert werden konnte, stand jedoch die Bodensanierung an. Teile des vorhandenen Estrichs waren marode, zudem mussten – insbesondere mit Blick auf die neu geschaffene, offene Verbindung zwischen Küche und Wohnzimmer – Höhendifferenzen ausgeglichen werden. Daher wurde die gesamte Bodenkonstruktion bis auf den Rohbeton zurückgebaut und durch einen schwimmenden Bodenaufbau mit Trittschall- und Wärmedämmung ersetzt. Die größte Herausforderung stellte die begrenzte Aufbauhöhe von 5,5 bis 6,5 cm dar1. Eine exakte Planung und die Auswahl eines geeigneten Systems für einen niedrigen Aufbau, gepaart mit der Möglichkeit einer freien Dämmstoffwahl, waren deshalb essenziell.

Das Hohlkammerprinzip bietet sicheren und festen Halt, ohne dass die Clips die Plattenunterseite durchstoßen.
Bild: Kermi

Das Hohlkammerprinzip bietet sicheren und festen Halt, ohne dass die Clips die Plattenunterseite durchstoßen.
Bild: Kermi
An diesem Punkt bündelten die Hersteller ihre Kompetenzen. Aufgrund der Kompatibilität des Fußbodenheizungssystem mit dem Nivellierestrich „N 440“ des Herstellers Knauf ließ sich in diesem Sanierungsfall ein schlanker Bodenaufbau realisieren. Das System ist für unterschiedlichste Untergründe geeignet und zeichnet sich durch niedrige Aufbauhöhe, hohe Robustheit und hervorragende Verarbeitungseigenschaften aus.

Wärmetechnisch geprüft nach DIN EN 1264 und DIN CERTCO zertifiziert, ist das System von der Bodendämmung unabhängig und verfügt über gute Fließestricheignung. Als geprüfte Sonderkonstruktion war eine reduzierte Rohrüberdeckung von 20 mm möglich. In Verbindung mit 14 mm Heizrohren und dem Nivellierestrich ergab sich eine Estrichdicke von lediglich 34 mm. So konnten wertvolle Aufbauhöhe und Material eingespart werden. Dies wirkt sich auf die Nachhaltigkeit und die Effizienz der Fußbodenheizung aus: Durch den geringeren Abstand der Heizrohre zur Oberfläche wird die Wärme schneller übertragen und die Reaktionsgeschwindigkeit erhöht sich – für angenehm temperierte Räume in kurzer Zeit.

Einfache und zügige Installation der Flächenheizung

Nach dem Einbau der Bewegungsfugenprofile mit Rohrschutzklebestreifen und erfolgter Dichtheitsprüfung wurde der Nivellierestrich fachgerecht eingebracht.
Bild: Kermi

Nach dem Einbau der Bewegungsfugenprofile mit Rohrschutzklebestreifen und erfolgter Dichtheitsprüfung wurde der Nivellierestrich fachgerecht eingebracht.
Bild: Kermi
Für die Installation der Flächenheizung wurden die Clip-Panels mit Hohlkammerstruktur stoßversetzt verlegt. Anschließend wurden die Plattenstöße verklebt und der Folienlappen des Randdämmstreifens fixiert. In Kombination mit der Hohlkammerstruktur des Panels entsteht so eine sehr hohe Rohrhaltekraft, ohne dass die Clips die Panelunterseite durchstoßen und in die feuchteempfindliche Dämmung eindringen können. Aufgrund ihrer Form und der festen Verankerung bieten die Clips keine Angriffsfläche für Zug- oder Stoßbelastung, wie sie etwa beim Begehen der Fläche oder beim Einbau des Estrichs auftreten kann. Die Heizrohre wurden anschließend an den Heizkreisverteiler angeschlossen. Zum Einsatz kommen in dem Zweifamilienhaus ein Komfort-Verteiler, eine Regelstation und eine Regelleiste mit integriertem automatischem hydraulischem Abgleich allesamt aus dem Produktportfolio von Kermi.

Enge Zusammenarbeit ermöglicht reibungslosen Ablauf

Nach einem fachkundigen Austausch zwischen Roland Stransky, Leiter der Anwendungstechnik bei der Kermi GmbH, und dem ausführenden Fachhandwerker von
Bild: Kermi

Nach einem fachkundigen Austausch zwischen Roland Stransky, Leiter der Anwendungstechnik bei der Kermi GmbH, und dem ausführenden Fachhandwerker von
Bild: Kermi
Trotz des anspruchsvollen Aufbaus verlief das Projekt laut Roland Stransky, Leiter der Anwendungstechnik bei der Kermi GmbH, reibungslos. Er war von Beginn an in die Umsetzung eingebunden und begleitete die Arbeiten vor Ort. „Bei Bodensanierungen in alten Gebäuden stößt man selten auf ideale Bedingungen – insbesondere bei geringen Aufbauhöhen zählt jeder Millimeter. Gefragt sind dann Lösungen, die nicht nur technisch durchdacht, sondern auch flexibel in der Anwendung sind. Die enge Zusammenarbeit mit den Fachhandwerkern und den Kollegen von Knauf war dabei der Schlüssel zu einem guten Ergebnis. Das zeigt, wie wichtig gewerkeübergreifende Kooperation ist.“

Diese Einschätzung teilen auch Christian Lewinsky, Produktmanager Boden und Bindemittel bei der Knauf Gips KG, sowie Stephan Hanusch, Gebietsleiter Boden-Systeme im Verkaufsgebiet Süd. Beide waren ebenfalls in das Projekt eingebunden. „Die Abstimmungen verliefen durchweg konstruktiv und zielgerichtet. So konnten wir Planung und Ausführung innerhalb weniger Tage fachgerecht, termingerecht und kostensicher abschließen“, berichtet Stephan Hanusch.

Vorbereitet auf Nachrüstung einer Wärmepumpe

Auf einer Bodenfläche von rund 35 m² erstreckt sich in der neu geschaffenen Küche mit angrenzendem Wohnzimmer das Flächenheizungssystem.
Bild: Kermi

Auf einer Bodenfläche von rund 35 m² erstreckt sich in der neu geschaffenen Küche mit angrenzendem Wohnzimmer das Flächenheizungssystem.
Bild: Kermi
Als Ergänzung zur Fußbodenheizung wurden im Schlafzimmer und Büro zusätzlich „therm-x2“ Flachheizkörper installiert. Diese sind auf den Betrieb mit Niedertemperatur-Wärmeerzeugern wie dem Gas-Brennwertgerät der Stasnys oder einer Wärmepumpe abgestimmt. Sie nutzen die niedrigen Vorlauftemperaturen besonders effizient. Aufgrund der seriellen Durchströmung sowie integrierten Axialventilatoren eigenen sich die Heizkörper gut für Räume mit temporärem Wärmebedarf.

Im Vergleich zu typ- und baugleichen Standard-Flachheizkörpern erzielen Heizkörper mit patentierter „x2“-Technologie eine bis zu 45 % höhere Wärmeleistung. Weitere Vorteile sind der leise Betrieb, der minimale Stromverbrauch von unter 0,5 Watt pro Lüfter im Regelbetrieb und die relativ unkomplizierte Installation. Besonderer Clou bei der Altbau-Sanierung: Der Heizkörper kann an vorhandene Leitungen angeschlossen werden. Auch die Bedienung des Heizkörpers erfolgt wie gewohnt über den Thermostatkopf. In Kombination mit reversiblen Wärmeerzeugern wie einer Wärmepumpe ist außerdem eine Kühlfunktion möglich. Für Johann Stasny war die Entscheidung für die Fußbodenheizung und Niedertemperatur-Heizkörper genau richtig, um auf ein mögliches Nachrüsten einer Wärmepumpe vorbereitet zu sein. Als Ergänzung zur Fußbodenheizung wurden im neu geschaffenen Schlafzimmer sowie im Büro „x-flair“ Niedertemperatur-Heizkörper von Kermi installiert.
Bild: Kermi

Als Ergänzung zur Fußbodenheizung wurden im neu geschaffenen Schlafzimmer sowie im Büro „x-flair“ Niedertemperatur-Heizkörper von Kermi installiert.
Bild: Kermi

Fazit

Über ein Jahr nach Abschluss der und Modernisierungsmaßnahmen zieht der Eigentümer ein positives Fazit: Sanierungs- „Wir sind sehr zufrieden. Wir müssen keine Treppen mehr steigen und der Wohnkomfort hat sich deutlich erhöht. Die Investition in hochwertige, zukunftsfähige Produkte hat sich aus unserer Sicht gelohnt.“ Auch die Leistung der Fachbetriebe sowie die Unterstützung durch die Hersteller haben ihn überzeugt. Das Ergebnis ist ein komfortables Wohnumfeld, das den Anforderungen von heute und morgen gerecht wird.

 

1 Hinweis zum Bodenaufbau und zur Wärmedämmung: Bei der Ausführung von Bodenaufbauten waren die geltenden Anforderungen an die Wärmedämmung beheizter Räume gegen Erdreich zu beachten. Nach DIN EN 1264-4 muss ein Wärmedurchlasswiderstand von R ≥ 1,25 m²K/W eingehalten werden.

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