Recht & Beruf | Zertifizierungen/Nachhaltigkeit | 27.01.2012

Eindrücke vom VDMA Infotag Gebäudetechnik

Die Zukunft gehört gewerkeübergreifenden Lösungen

  • "Insbesondere die Gebäudetechnik ist konkurrierenden Anforderungen der Beteiligten, wie Architekten, Investoren, Nutzern ausgesetzt und befindet sich auch im Spannungsfeld von Klimaschutzpolitik-, Sicherheitsanforderungen sowie Erwartungen an Komfort und Lebensqualität“, so Dr. Thomas Schräder, Sprecher des Forums zum Auftakt der Veranstaltung

Der Trend hin zu ganzheitlichen Konzepten für Gebäudeplanung und -betrieb vor dem Hintergrund energie- und ressourceneffizienter Anforderungen wird die Baubranche in den kommenden Jahren massiv beeinflussen. Diesen Prozess will das neugegründete VDMA-Forum Gebäudetechnik aktiv mitgestalten, so der Tenor der Unternehmer auf dem Informationstag des Forums Ende letzten Jahres.

 

Ob in der Technik oder in der Politik: Integrierten, gewerkeübergreifenden Ansätzen im Gebäudesektor gehört die Zukunft. „Dabei ist insbesondere die Gebäudetechnik konkurrierenden Anforderungen der Beteiligten, wie Architekten, Investoren, Nutzern ausgesetzt und befindet sich auch im Spannungsfeld von Klimaschutzpolitik-, Sicherheitsanforderungen sowie Erwartungen an Komfort und Lebensqualität“, so Dr. Schräder, Sprecher des Forums zum Auftakt der Veranstaltung. „Hochtechnisierte Gebäude werden zukünftig eine immer größere Rolle spielen. Daher wird es auf Dauer nicht möglich sein, Gebäude ausschließlich unter einem sektoralen Blickwinkel einzelner Gewerke zu sehen“, so Dr. Thomas Schräder weiter.

Hohe wirtschaftspolitische Relevanz

Mit 40% des Primärenergiebedarfs und einem Anteil von 36% an den CO2-Emissionen in Deutschland und einem jährlichen Umsatzvolumen von rund 200 Mrd. € besitzt der Gebäudesektor eine hohe wirtschafts- und umweltpolitische Bedeutung.

Die im VDMA vertretenen Maschinenbaubranchen Armaturen, Aufzüge, dezentrale Energieversorgung, Gebäudeautomation, Klima- und Lüftungstechnik, Kälte- und Wärmepumpentechnik, Pumpen und Systeme, Sicherheitssysteme und die dazu gehörenden Instandhaltungsleistungen entwickeln systemübergreifende Lösungen und generieren damit ein jährliches Produktionsvolumen von insgesamt 16 Mrd. €.

 

Verstärkter Fokus auf energieeffiziente Gebäudetechnik gefordert

Bei der Erschließung von Energieeinsparpotenzialen spielt die Gebäudeausrüstung eine wesentliche Rolle.

Dr. Sönke Brodersen, KSB AG, beleuchtete in diesem Zusammenhang die Europäische Produktpolitik in Hinblick auf die Chancen für die Gebäudetechnik und sieht die EuP/ErP-Richtlinien als Schlüssel zur Energieeffizienz für Komponentenhersteller und die Verschiebung der Märkte hin zu energieeffizienten Produkten.

Dirk Lückemann, Schell Armaturen GmbH & Co. KG warnte allerdings am Beispiel von Trinkwasser davor, dass sich Gebäudetechnik auch in einem Spannungsfeld zwischen Klimaschutz-, Komfort- und Hygieneanforderungen befinde.

 

Olaf Schwiederek, GEA AG betonte in seinem Vortrag „Integrale Ansätze in der Gebäudeplanung“ die absolute Notwendigkeit gewerkeübergreifender Planung und den Einsatz von Regelungstechnik zur Steigerung der Effizienz im Gebäudebereich. „Dazu sind u.a. harmonisierte Datenformate zur Erleichterung der Datenkommunikation sinnvoll“, so Prof. Steinmann von Institute for Applied Building Informatics in seinem Beitrag  über den Nutzen von Building Information Modelling (BIM).

Da effiziente Gebäudetechnik allein noch keinen effizienten Betrieb sicherstelle, spielt Gebäudemanagement eine entscheidende Rolle. Hier muss es nach Überzeugung von Dr. Irmo Lehmann, Hochtief Solutions AG zu einer kompetenzorientierten Neuausrichtung der Geschäftsprozesse und der Rollenverteilungen von Liegenschaftsmanagement und Dienstleistern kommen.“

 

Da effiziente Gebäudetechnik allein noch keinen effizienten Betrieb sicherstelle, spielt Gebäudemanagement eine entscheidende Rolle. Hier muss es nach Überzeugung von Dr. Irmo Lehmann, Hochtief Solutions AG zu einer kompetenzorientierten Neuausrichtung der Geschäftsprozesse und der Rollenverteilungen von Liegenschaftsmanagement und Dienstleistern kommen.

 

Zusammenspiel von "Smart Grids" und "intelligenten" Komponenten

Die Einbindung regenerativer Energien in Energiekonzepte der Zukunft verlangt intelligente Netze. In diesen bilden Gebäude wichtige, dezentrale Knotenpunkte. „Wir brauchen hierzu neben der Gebäudeautomation auch intelligente Komponenten für die Gebäudetechnik“, machte Peter Kellendonk, Kellendonk Elektronik GmbH klar. Die Veränderung der Gebäudefunktion sei ohne technologische Anforderungen an TGA-Komponenten nicht denkbar.

 „In enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedunternehmen wird das VDMA-Forum Gebäudetechnik die fachliche Kompetenz in einem Lenkungskreis bündeln und in Zukunft Lösungen für den Gebäudesektor aufzeigen, die hohe Effizienzpotentiale bieten“, resümiert Dr. Thomas Schräder, Sprecher des Forums Gebäudetechnik. Für eine klimafreundliche Gebäudenutzung reichten die die bisherigen populären Maßnahmen, die ausschließlich auf die Gebäudehülle abzielen nicht aus.

Dr. Hugo Blaum, Segment Präsident GEA AG und stellvertretender Vorsitzender des Fachverbands Allgemeine Lufttechnik betonte, dass jetzt dringend die Überwindung von Partikularinteressen erforderlich sei. Dies sei der Schlüssel für die Gestaltung anspruchsvoller und komfortabler Lebensräume für Menschen.

 

Das VDMA-Forum Gebäudetechnik besteht aus den Fachverbänden Allgemeine Lufttechnik (mit den Bereichen Klima- und Lüftungstechnik sowie Kälte- und Wärmepumpentechnik) Armaturen, Aufzüge und Fahrtreppen, Automation + Management für Haus und Gebäude, Dezentrale Energieversorgung aus dem Fachverband Power Systems, Pumpen und Systeme, Sicherheitssysteme sowie die Arbeitsgemeinschaft Instandhaltung Gebäudetechnik.

 

Die Vortragsunterlagen zum Infotag Gebäudetechnik stehen im Download-Bereich auf der VDMA-Homepage unter www.vdma.org für Mitglieder zur Verfügung.

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