Heizung | Unternehmen + Markt | 10.07.2018

Bosch Thermotechnik auf Wachstumskurs

6 % Umsatzplus im ersten Halbjahr 2018

  • Uwe Glock, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bosch Thermotechnik GmbH Foto: Bosch

  • Stationäre Batteriespeicher sind ein wichtiges Schlüsselelement, um die Energiewende erfolgreich zu gestalten. Foto: Bosch

2017 hat die Bosch Thermotechnik GmbH einen Rekordumsatz von 3,4 Mrd. € und ein Umsatzwachstum von nominal 4 % und währungsbereinigt 6 % erzielt. Auch im ersten Halbjahr 2018 ist Bosch Thermotechnik deutlich gewachsen. Der Umsatz ist in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um nominal 3 % und währungsbereinigt um 6 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen.

„In den vergangenen 18 Monaten hat sich Bosch Thermotechnik sehr gut entwickelt, und das trotz eines schwierigen Umfelds“, sagte Uwe Glock, Vorsitzender der Geschäftsführung und ergänzt: „Die Kosten für Rohstoffe und Transport sind deutlich gestiegen, und wir hatten mit negativen Wechselkursentwicklungen zu kämpfen. Obwohl uns die Währungsabwertungen insbesondere von türkischer Lira und britischem Pfund einen zweistelligen Millionenbetrag gekostet haben, konnten wir 2017 den bisher höchsten Umsatz in der Unternehmensgeschichte erzielen.“

Produktseitig sind vor allem Wärmepumpen und wandhängende Geräte Wachstumstreiber, während das Umsatzplus marktseitig besonders auf einem starken Europageschäft basiert. Kräftige Umsatzzuwächse erzielte Bosch Thermotechnik insbesondere im Hauptmarkt Deutschland und in der Türkei, außerdem in fast allen Märkten Mittel- und Osteuropas. Trotz Brexit und der damit verbundenen negativen Währungseffekte legte Bosch Thermotechnik im wichtigen britischen Markt deutlich zu und hat einen Umsatzzuwachs von 8 % in Landeswährung im ersten Halbjahr 2018 erwirtschaftet.

„Es zahlt sich aus, dass wir seit Jahren kräftig und kontinuierlich in den Ausbau von innovativen Zukunftstechnologien investiert haben. Im Jahr 2017 war unser Budget für Forschung und Entwicklung mit 172 Mio. € mehr als doppelt so hoch wie vor zehn Jahren“, so Uwe Glock. Mit mehr als 415.000 verkauften vernetzbaren Produkten ist Bosch Thermotechnik als Anbieter von „Smart Heating“-Lösungen gut aufgestellt, die Komfort, Energieeffizienz, Betriebssicherheit und Servicequalität deutlich erhöhen. Auch die 2015 eingeführte völlig neuartige Gerätegeneration, die unter dem Namen DNA für Furore in der Branche gesorgt hat, kommt im Markt gut an. Die Geräte zeichnen sich durch Vernetzbarkeit, ein modulares Baukonzept, Servicefreundlichkeit und markantes Design aus. Die Geräteserie ist mittlerweile in rund 30 Ländern weltweit erhältlich. „Damit haben wir unsere Position als Weltmarktführer für Wohngebäude weiter gestärkt und neue Maßstäbe für die Heiztechnikbranche gesetzt“, betonte Uwe Glock.

Drei Megatrends der Energiewende

In den vergangenen zehn Jahren hat sich Bosch Thermotechnik von einem Produktanbieter zu einem internationalen Anbieter von kompletten Systemen im HVAC-Markt (Heating, Ventilation, Air-Conditioning) entwickelt. Auf dem Weg zur Thermotechnik der Zukunft setzt Bosch Thermotechnik weiter auf die drei Geschäftsfelder „Heizsysteme und Energiemanagement für Wohngebäude“, „Warmwasserbereitung“ sowie das „Anlagengeschäft für gewerbliche und industrielle Heizungs- und Klimatisierungssysteme“.

„Unser Ziel ist es, in Zeiten der Energiewende zu einem digitalen Klima- und Energie-Unternehmen inklusive Servicegeschäft zu werden, und wir streben dabei ein Umsatzwachstum von mindestens fünf Prozent pro Jahr an“, erläuterte Uwe Glock die ehrgeizigen Zukunftsziele.

Dabei sind die drei großen Megatrends der Heiztechnikbranche – Dekarbonisierung, Digitalisierung und Dezentralisierung (Zunahme dezentraler Stromerzeugung) – langfristig die größten Herausforderungen, um Bosch Thermotechnik fit und sicher für die Zukunft zu machen.

„Daher ist es wichtig, dass wir schon jetzt massiv den Ausbau von elektrischen Systemen, beispielsweise Wärmepumpen in Verbindung mit kontrollierter Wohnraumlüftung oder elektrische Warmwasserlösungen, vorantreiben. Auch der Ausbau des Neubaugeschäfts mit kompletten Systemlösungen für Wohngebäude, das Projektgeschäft im gewerblichen und industriellen Segment oder der Vorstoß in neue Geschäftsgebiete wie die Luftreinigung sind Schwerpunkte auf unserer Agenda für die kommenden Jahre“, sagte Uwe Glock. Bereits heute hat Bosch Thermotechnik eine Vielzahl an Produkten im Portfolio, die die drei zuvor genannten Megatrends für Installateure und Endkunden innovativ umsetzen.

 

Stationäre Batteriespeicher flexibilisieren Stromversorgung

Der Markt für stationäre Hochleistungsbatteriespeicher wächst rasant, denn effiziente Batteriesysteme verstetigen erneuerbare Energien und gleichen den zeitlichen Versatz zwischen Stromerzeugung und -bedarf aus. Bosch Thermotechnik bietet Stromspeicher in Leistungsbereichen für kleinere Industriebetriebe bis hin zu Kraftwerken an. Die Bosch-Batteriespeicher zeichnen sich durch ein ausgeklügeltes Kühlungssystem aus, das geringere Betriebskosten verursacht und eine vorzeitige Alterung der Batterien verhindert. Ein solcher Großspeicher steht beispielsweise auf dem Werksgelände von Bosch Thermotechnik in Wernau. Der 12 m lange und mit 432 Batteriemodulen beladene Container kann vierzig Vier-Personen-Haushalte mit einem jährlichen Stromverbrauch von jeweils 3.500 kWh eine Woche lang versorgen. Die Anlage ist mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden und lädt oder entlädt sich je nach Angebot und Nachfrage auf dem Strommarkt.

Smarte Vernetzung mit dezentralem Energiemanager

Der im März 2018 auf der Fachmesse SHK Essen vorgestellte „Energiemanager“ von Bosch unterstützt die Bewohner eines „Smart Homes“ auf dem Weg in die Energieunabhängigkeit. Hausbesitzer entscheiden sich immer häufiger für ein System aus Wärmepumpe und PV-Anlage. Die Software des Energiemanagers kombiniert diese beiden Lösungen und ermöglicht Eigenstromnutzung und effiziente Wärmeerzeugung. Der Energiemanager ist in das Bosch-„Smart Home“-System integriert: Mithilfe der App haben Nutzer alle Daten im Blick und können Hausgeräte problemlos einbinden. „Smart Home“-Bewohner können dank effizienter digitaler Steuerung und regenerativer Solarenergie in Verbindung mit einem Batteriespeicher bis zu 80 % ihrer Stromkosten sparen.

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