Heizung | Unternehmen + Markt | 25.04.2018

Frühjahrsmessen 2018

SHK Essen und IFH/Intherm

  • Mit dem Messehaus Ost hat die im Umbau befindliche Messe Essen einen attraktiven Eingangsbereich erhalten. Fotos: mcl

  • Gleich früh zu Messebeginn war der Andrang im Eingangsbereich auf der IFH/Intherm groß. Foto: mcl

  • Heizungssysteme in Halle 3 auf der SHK Essen und ... Foto: mcl

  • ... Halle 3A auf der IFH/Intherm. Brennwerttechnik und Wärmepumpen waren gefragte Themen. Fotos: mcl

  • Roth stellt auf beiden Messen die Duschlösung „Vinata“ als Renovierungskonzept vor. Foto: Roth Werke

  • Die Sanitäraussteller in Halle 7A auf der IFH/Intherm zeigten vielfältige Lösungen fürs Bad. Foto: mcl

  • Das Thema Digitalisierung war auf der IFH/Intherm ein beherrschendes Thema. Foto: mcl

  • Fachgespräche und Meinungsaustausch gehören zu den großen Vorteilen eines Messebesuchs wie hier bei den Heizungssystemen in Halle 3 auf der SHK Essen. Foto: mcl

  • Beim Gang durch die Messehallen, wie hier in Halle 3 auf der SHK Essen, wird immer wieder Interessantes entdeckt. Foto: mcl

  • Das Segment der Wasseraufbereitung, hier in Halle 6 auf der SHK Essen, war ein gefragtes Messethema. Foto: mcl

  • In Halle 5 auf der IFH/Intherm stellten u.a. die Pumpenhersteller aus. Foto: mcl

  • IMI Heimeier blickt 2018 auf eine 90-jährige Unternehmensgeschichte zurück. Foto: mcl

Ob Brennwerttechnik, Wärmepumpen oder Solarthermie im Wärmemarkt, Wohnungslüftungsgeräte und Klimageräte in der Raumlufttechnik oder die große Bandbreite von der Badewanne über Waschbecken, Dusch-WC bis hin zur großen Armaturenvielfalt – die SHK Essen und die IFH/Intherm zeigten im Frühjahr 2018 wieder deutlich die bunte und abwechslungsreiche Vielfalt der Gebäudetechnikbranche.

Von Wärmeerzeugern und der Wärmeverteilung

Bei der Wärmeerzeugung zeigt sich neben der nach wie vor sehr starken Nutzung der Brennwerttechnik insbesondere der Bereich der Wärmepumpen im Aufwind. Mit rund 78.000 installierten Wärmepumpen im Jahr 2017 hat sich diese Technologie einen Marktanteil im letzten Jahr von 10 % bei den neu verkauften Wärmeerzeugern erarbeitet. In Nürnberg wurde darüber hinaus die Bedeutung des Brennstoffs Holz verdeutlicht. Zahlreiche Hersteller präsentierten Pellets­öfen, Hackschnitzelheizungen und Scheitholzkessel. In Kombination mit traditionellen Wärmeerzeugern können, trotz der Flächenkonkurrenz durch Photovoltaikanlagen auf den Dächern, Solarthermiekollektoren punkten.

Bei der Wärmeverteilung werden immer mehr Flä­chen­sys­teme gezeigt, die sowohl heizen als auch kühlen können. Das passgenaue Temperieren kommt Kundenansprüchen entgegen. Mit Ke Kelit präsentierte sich in Nürnberg ein neues Unternehmen auf dem deutschen Markt. Das in Österreich seit 70 Jahren mit Rohrsystemen aus Kunststoff und Metall aktive Familienunternehmen sieht für seinen Markteintritt in Deutschland gute Chancen – insbesondere im Berich der Klimasysteme. Sowohl im Neubau als auch im Bereich der energetischen Sanierung gäbe es viel Potential für Heiz- und Kühldecken, da diese Systeme dort bisher wenig genutzt werden. „Wir bieten ein flexibles Servicepaket mit Konzeptunterstützung. Denn Bauträger suchen heute leis­tungs­starke Hersteller, die ein möglichst breites Produkt- und Serviceportfolio abdecken können. Dazu gehören die Lieferung und Montage der Produkte und unterschiedliche En­gin­eer­ing­leis­tun­gen innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette“, betont Georg Goldbach, Geschäftsführer der KE Kelit Deutschland GmbH im Gespräch mit der tab-Redaktion.
Bei den Heizkörpern ist der Trend hin zu Elektroheizkörpern zu betrachten, wie u.a. am Stand von Kermi zu erfahren war. Die Begründung ist naheliegend: Bei einer Stromerzeugung auf dem eigenen Hausdach lohnt sich eine hohe Eigennutzung des Stroms. Dafür sind Elektroheizkörper insbesondere in Übergangszeiten eine gute Lösung. 

Hygiene, Design und barrierefreie Bäder

Der Systemgedanke hält auch im Bad Einzug. Vor­wand­instal­lation, Verrohrung und Sanitärprodukte müssen aus Nutzersicht zu einer funktionierenden Einheit werden. Eine Duschlösung, wie „Vinata“ der Roth Werke beispielsweise, ist als komplette Renovierungslösung konzipiert, die aus Glasdusche, Mineralguss-Duschwanne und Glasrückwänden besteht. Daneben ist das Thema bodenebene Duschen in einer großen Vielfalt präsent und findet zunehmend als Sanierungslösung Anklang. Auch bei Generationenbädern entfällt durch bodenebene Duschen eine wichtige Hürde für die Nutzung, da der Einstieg barrierefrei gelingt. Die Toilettenhygiene und Intimreinigung ist ein weiteres Thema. Hier wächst das Angebot an Dusch-WCs als Aufsatzlösungen sowie als Komplettsysteme weiter.

 

Frischluftversorgung für dichte Gebäude

Auch die Lüftungstechnik gewinnt weiter an Bedeutung. Ob dezentrale Lösungen oder zentrale Wohnungslüftungsgeräte genutzt werden, ist eine Entscheidung, die für das entsprechende Gebäude und Gebäudekonzept gefällt werden muss. Allerdings werden noch längst nicht alle Neubauten mit einer Kontrollierten Wohnungslüftung (KWL) ausgerüstet – hier steckt noch ein großes Marktpotential. Auch Zentralgeräte wurden mit steigender Tendenz auf den beiden regionalen Fachmessen gezeigt.

 

Installationstechnik und MSR

Steckerfertige Lösungen bieten Vorteile bei der Installation und sparen Zeit. Dies wird mit zunehmendem Fachkräftemangel zu einem wichtigen Entscheidungskriterium bei der Produktauswahl. Wenn ein Regler nur eingeschaltet werden muss und dann rasch die Teile des Systems selbstständig findet, für die er zuständig ist, sind das klare Vorteile. Dennoch bleibt es ein wichtiger Bestandteil der Regler, dass sie gerade in komplex aufgebauten Anlagen von Fachleuten und Spezialisten noch von Hand optimiert werden können, um auch kleine Effizienzvorteile aus einem Anlagenkonzept „herauszukitzeln“.

 

Digital trifft Messebesuch

Die Digitalität hat ihre Grenzen. Noch ist die Branche nicht so weit, Prozesse durchgehend zu digitalisieren. Hier müssen Prozessabläufe weiter durchdacht und aufgesetzt werden. Das Miteinander muss weiterwachsen, auch und gerade über Gewerkegrenzen hinweg.

Doch die analoge Welt hat auch ihre Vorteile: Beim Gespräch mit den Produktmanagern an den Messeständen lassen sich Fragen direkter und intensiver beantworten, als über alle noch so moderne Kommunikationsmittel. Am Produkt lässt sich erklären, was im Umgang mit diesem noch Probleme bereitet oder wo vielleicht noch das ein oder andere Verbesserungspotential steckt. Im direkten Austausch zwischen Hersteller, Planer und Installateur wird so manche neue Idee erst geboren. Ein direkter fachlicher Austausch hinterlässt immer noch die bes­ten Eindrücke und bietet so die Möglichkeit zum Netzwerken, zum fachlichen Gedankenaustausch und zum begreifenden Erleben neuer Produkte.
Das zeigte sich auf den Frühjahrsmessen in Essen und Nürn­berg wieder in aller Deutlichkeit. 
Info

Zahlen zur SHK Essen

Die SHK ESSEN 2018 verzeichnete 567 (2016: 556) Aussteller aus 15 (15) Nationen. Die Hochrechnung des letzten Messetages mit einbezogen kamen rund 35.500 (FKM-)registrierte Fachbesucher.

Die SHK Essen 2020 öffnet vom 10. bis 13. März ihre Tore und erstrahlt dabei in neuem Glanz. Nach der Modernisierung der Messe Essen erwartet Aussteller und Besucher ein technisch modernisiertes Messegelände mit fünf neuen Hallen im nördlichen Areal, die noch größer, besser angebunden und klarer strukturiert sind.

Außerdem wird das digitale Gebäudemanagement eine Stärkung als weiterer Schwerpunkt im Angebot der SHK Essen erfahren.

Info

Zahlen zur IFH/Intherm

Mit 611 Ausstellern war die 22. IFH/Intherm Anziehungspunkt der TGA-Branche in Nürnberg. Auf rund 72.000 m2 Ausstellungsfläche wurden den 40.500 Besuchern Produkte und Neuheiten vorgestellt.

Die IFH/Intherm hat Themen und Informationsangebote den Messebesuchern so aufbereitet präsentiert, dass dieses Wissen schnell und gewinnbringend in den eigenen Geschäftsalltag integriert werden kann.

In diesem Jahr stand das Top-Thema der Branche, die Digitalisierung, im Fokus. Dabei erwarteten die Fachbesucher unter dem Messeschwerpunkt „Digital vernetzt“ ein Spektrum an neuen Technologien sowie Fachvorträge. Wer mehr über den Einsatz von digitalen Heizungen im „Smart Home“ der Zukunft erfahren wollte, informierte sich beispielsweise über die EEBUS-Initiative.

Auf diese Weise positioniert sich die IFH/Intherm verstärkt als Wissensplattform.

Die nächste IFH/Intherm findet vom 21. bis 24. April 2020 statt.

Kommentar

Ob im noch vorfrühlingshaft kalten Essen oder vier Wochen später in Nürnberg – die beiden Frühjahrsmessen zeigten, dass die Gebäudetechnikbranche erst einen Zwischenstand auf dem Weg in die digitale und energetische Zukunft erreicht hat. Noch fehlen wichtige Schritte, um die Energiewende voranzubringen. Zwar zeigen neue Technologien, Produkte und Systeme ein effizienteres Energieverhalten. Auch wichtige Schritte, wie das stärkere Miteinander und Vernetzen der Techniken sind erkennbar. Dennoch müssen die Produkte und Systeme erst einmal in den Markt gebracht werden. Dafür bedarf es weiterer Unterstützung für Planer und Ausführende.

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Inhalte der nächsten Heftausgaben

  • Heft 06 / 2018

    Zum Rückhaltevermögen von Laborabzügen – Einfluss des Luftführungskonzeptes

    Laborabzüge dienen dem Schutz des Personals bei der Arbeit mit gefährlichen Substanzen. Dazu wird ein entsprechender Luftvolumenstrom über die RLT-Anlage zugeführt, um im Laborraum je nach Anforderung einen Über- oder Unterdruck zu erreichen. Es hat sich in der Vergangenheit bei ausgeführten Projekten gezeigt, dass die Art der Zulufteinführung und -verteilung im Raum einen großen Einfluss auf das Rückhaltevermögen der Laborabzüge hat. In dem vorliegenden Artikel wird über Messungen berichtet, welche die Unterschiede verdeutlichen.

    Foto: Krantz Aachen

  • Heft 07 - 08 / 2018

    Totalsanierung statt Abriss – Forschungsanstalt auf Minergie-Standard gebracht

    Der Gebäudekomplex der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL in Birmensdorf bei Zürich stammt aus den 1950er Jahren und genügte den heutigen Bedürfnissen nicht mehr. Nach einer umfassenden Totalsanierung der Anlage konnte der Energiestandard auf „A-ECO“ und „P-ECO“ angehoben werden. Das Zürcher Architekturbüro Schwarz Architekten hat die Sanierung geplant und begleitet. Aus dem Altbau wurde ein ökologisches und energetisches Vorzeigeobjekt.

    Foto: Schwarz Architekten Zürich

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