Elektro/Licht/Sicherheit | News | 25.01.2012

Niederspannungsrichtlinie

Detailarbeit für die Energiewende

  • Marcus Lauster, stellv. Chefredakteur

Wie sich der Photovoltaikmarkt in Deutschland 2012 entwickeln wird, darüber streiten sich die Fachleute der Branche noch. Von Opti­mismus bis Pessimismus ist alles aus den Vorhersagen zu lesen. Was die Photovoltaikbranche auf jeden Fall berücksichtigen muss, ist die „VDE-Anwendungsrichtlinie für Erzeugungsanlagen am Nieder­spannungsnetz, Technische Mindestanforderungen für Anschluss und Parallelbetrieb von Erzeugungsanlagen am Niederspannungs­netz“ (VDE-AR-N 4105), kurz Niederspannungs­richtlinie genannt, die seit dem 1. Janu­ar 2012 für neue Photo­voltaikanlagen gilt, und ab 1. Juli 2012 auch für alle anderen Erzeugungsanla­gen am Nie­der­spannungsnetz verbindlich wird.

Denn für den weiteren Ausbau der Photovoltaik spielt die Netzintegration eine wichtige Rolle, da die inzwischen installierte Leistung von schätzungsweise bis zu 14 GW Nennleistung über einige Netzrelevanz verfügt. Dabei speisen über 80 % der PV-Anlagen den Strom in das Niederspannungsnetz, also die unterste Spannungsebene, ein. Um das Stromnetz in seiner Qualität zu erhalten, müssen die PV-Wechselrichter daher zukünftig Funktionen übernehmen, die die Netzstabilität erhalten helfen. Dazu gehört beispielsweise die Bereitstellung von Blindleistung, die allerdings nicht vergütet wird. Um das Ziel der Errichtung von „intelligenten“ Stromnetzen, sprich „Smart Grid“, nicht aus dem Auge zu verlieren, sollten jedoch solche Herausforderungen technisch und finanziell gemeistert werden, um eine sichere Stromerzeugung auch langfristig im eigenen Land zu ermöglichen.
Auch wenn noch einige Unsicherheiten bei der konkreten Umsetzung bestehen, wie auch das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE in seinen aktuellen Empfehlung zur Umsetzung des neuen EEG §6 schreibt, gilt es im Sinne der gewünschten und angestrebten Energiewende die Vorgaben so umzusetzen, dass dem Zubau an erneuerbaren Energien am deutschen Strommix Vorschub geleistet wird.
„Bei der angestrebten Energiewende ist eine Fülle an Detailregelungen zu berücksichtigen, die die Netzstabilität erhalten helfen.“

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  • Heft 07- 08/2012

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