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Energie/Solar | News | 24.10.2017

Uniklinikneubau in Köln

Geothermie-Ringanlage für das CIO

  • Der CIO-Neubau liegt zentral auf dem Campus der Uniklinik Köln. Foto: Uniklinik Köln

  • Das Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) soll 2019 in Betrieb gehen. Bild: medfacilities mit kadawittfeldarchitektur

  • Der Grundriss ermöglicht die maximale Ausnutzung der knappen Grundfläche mit natürlich belichteten und belüfteten Räumen. Quelle: medfacilities GmbH

Auf dem Campus der Uniklinik Köln wurde am 26. April 2017 und damit eineinhalb Jahre nach der Grundsteinlegung, das Richtfest für das Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) gefeiert worden. Realisiert wird das Bauvorhaben mit einer Nutzfläche von 13.655 m2 von der medfacilities GmbH, dem Bau-Tochterunternehmen der Uniklinik. Für den Klinikneubau werden insgesamt 99 Mio. € investiert.

Komplexes Projektmanagement

„Bemerkenswert bei dem Neubau für das CIO ist vor allem die hohe Komplexität des Projektmanagements“, erläutert Professor Peter Heinen, Geschäftsführer der medfacilities GmbH. Geschuldet ist dies vor allem der äußerst zentralen Lage des Bauvorhabens auf dem Campus direkt am Zentralklinikum. 

So muss u.a. das Ambulanzgebäude für die Behandlung von Krebspatienten an das Automatische Warentransportsystem (AWT) und die unterirdische, klinikweit genutzte Rohrpostanlage angebunden werden. Außerdem wurde für den Neubau ein bestehender Abwasserkanal in den AWT-Tunnel umverlegt und ein zusätzlicher muss gebaut werden. Für jede dieser Aufgaben ist bei der medfaci­lities ein anderes Team zuständig. Hinzu kommt noch die notwendige enge Abstimmung mit den geplanten Bauarbeiten angrenzender Bauvorhaben, die möglichst unmittelbar nach Abschluss der Arbeiten für das CIO beginnen sollen. 

Architektur

Beim Richtfest konnten sich die Gäste einen ersten Eindruck von dem siebengeschossigen Komplex verschaffen, in dem künftig 800 Räume zur Verfügung stehen werden. Dazu kommt eine Tiefgarage mit 146 Stellplätzen und 80 Fahrradstellplätzen.

Der Neubau ist durch zwei Tunnel- und zwei Brückenbauwerke optimal an das Zentralklinikum angebunden. Das Gebäude gruppiert sich um zwei Lichthöfe, einer von ihnen ist dreigeschossig als Atrium überdacht. 
Bis Ende 2017 wird die Außenhülle des Gebäudes, eine Lamellenfassade nach den Entwürfen von kadawittfeldarchitektur, fertiggestellt. Diese wird dem Bau ein markantes Erscheinungsbild verleihen: Wie bei einem Riffelbild wird auf einer Seite der Lamellen in einem Rotton das Motiv eines vereinfachten Blätterdachs montiert, auf der anderen Seite dasselbe Motiv in einem Grünton. Damit entsteht beim Vorbeigehen am Gebäude der Eindruck, das Gebäude verändere seine Farbe. Bis zum Jahresende soll die gesamte Fassade in jeweils sechs changierenden Grün- und Rottönen erstrahlen.
Die Medienführung (Elektro, Sanitär, Gase) erfolgt vorrangig in den Abhängdecken der Flure. Von dort werden die Medien in die Zwischenwände bzw. Brüstungskanäle unterhalb der Fenster weitergeleitet. Auf diese Weise kann auf Abhängdecken in den Zimmern verzichtet und damit eine maximale Raumhöhe erreicht werden. Gleichzeitig stehen die Decken für die Nutzung der Betonkernaktivierung zum Heizen und Kühlen der Räume zur Verfügung.

Energiekonzept

Für die Energieversorgung mit Kälte und Wärme wird auf geothermische Energie gesetzt. Dabei wird Brunnenwasser eingesetzt. Die Nähe der Uniklinik zum Rheinbogen macht Brunnenbohrungen in geringer Tiefe möglich. Es wird eine große Anlage mit final acht Brunnen und Bohrtiefen von 28 bis 34 m in Betrieb genommen, die in zwei Bauabschnitten, beginnend mit dem Neubau des CIO, realisiert wird. Eine besondere Herausforderung ist es hierbei, das Zusammenspiel der wasserrechtlichen Erlaubnis über den Umfang der Nutzung mit den Bedürfnissen für die gesamte Liegenschaft in Einklang zu bringen.

Denn das Wasser wird sowohl zur Nutzung in Form von Kälte wie von Wärme genutzt. Dabei müssen Grund- und Spitzenlasten ebenso zuverlässig abgedeckt werden wie die zum Teil sehr unterschiedlichen Nutzungsarten der Abnehmer (Laborgebäude, Krankenversorgung, OP-Bereiche …). Die Planung erfolgt dabei vor dem Hintergrund des gewachsenen bestehenden Kälte- und Wärmenetzes. Es ist zu erwarten, dass auch einige hydraulische Herausforderungen im Laufe der Projektumsetzung entstehen können. Darauf sind die Planer von medfacilities vorbereitet.

Zielsetzung

Bis Ende 2018 soll das Centrum für Integrierte Onkologie baulich fertiggestellt und in Betrieb genommen werden. Anfang 2019 sollen dann die Nutzer einziehen.

Aufgabe des CIO

Das Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) der Uniklinik Köln steht als onkologisches Spitzenzentrum für die Erforschung neuer Therapien für Krebspatienten und deren Übertragung in die Versorgung.

Das neue Ambulanzgebäude ist eine zentrale Baumaßnahme der Masterplanung 2025 der Uniklinik Köln. Es ermöglicht die Zusammenführung und Zentralisierung von onkologischen Ambulanzen medizinischer Kliniken sowie der Kinderonkologie. Außerdem bietet es Untersuchungs- und Behandlungsbereichen weiterer Ambulanzen der Uniklinik Platz.

In das sechste Obergeschoss wird das Haus Lebenswert e.V. für die psychologische Betreuung von Krebspatienten einziehen.

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