Elektro/Licht/Sicherheit | Fachartikel | 30.10.2018

Exklusiver Onlinebeitrag: Umfassendes Flachdachsicherungskonzept

Nachrüstung auf Stiebel Eltron-Werksdächern

Der Aufenthalt auf flach geneigten Dächern birgt naturgemäß ein hohes Gefahrenpotential. Abstürze aus der Höhe sind nicht nur tragisch, sie lassen sich mit dem richtigen Sicherheitskonzept weitestgehend vermeiden. Was die Durchstürze durch Dachöffnungen oder Oberlichter anbetrifft, so können diese z.B. durch einen entsprechenden Durchsturzschutz sicher gestaltet werden. Auf diese Weise wird das dort oben vorherrschende hohe Risiko erheblich verringert.

  • Die Lichtbänder bei Stiebel Eltron in Holzminden wurden mit Durchsturzsicherungen von Essmann zuverlässig nachgerüstet. Foto: Essmann Gebäudetechnik GmbH

  • Die Lichtkuppeln wurden mit einem „HDS-System“ nachgerüstet. Das „HDS-System“ bietet Hagelschutz, Durchsturzsicherheit und Sonnenschutz. Foto: Essmann Gebäudetechnik GmbH

  • Das „HDS-System“ besteht aus einer rautenförmigen, perforierten Aluminiumkonstruktion, die mit Abstand zur Lichtkuppelverglasung auf den Lichtkuppel-Einfassrahmen montiert wird. Foto: Essmann Gebäudetechnik GmbH

  • Selbst im komplett geöffneten Zustand gewährleisten Durchsturzgitter die Absturzsicherheit auf den Dächern bei Stiebel Eltron. Foto: Essmann Gebäudetechnik GmbH

Die Tageslichtexperten von Kingspan Light & Air |Essmann aus Bad Salzuflen unterstützen den Planer bereits bei der Planung und Realisierung solcher Absturzsicherungskonzepte und liefern dazu auch die vorschriftenkonformen Komponenten für die betroffenen Lichtkuppeln oder Lichtbänder. Verschiedene Komponenten und geprüfte Sicherheitslösungen lassen sich für Neubau oder auch Sanierung dabei individuell auf jedes Bauvorhaben zuschneiden. Das Unternehmen Stiebel Eltron hat diesen Service genutzt und an seinem Standort in Holzminden, dem Produktions- und Entwicklungsstandort für haustechnische Geräte für Wärme, Lüftung und Kühlung, die auf den Flachdächern befindlichen Tageslichtelemente von Essmann durchsturzsicher nachrüsten lassen.

 

Personen und Sachschäden vorbeugen

Den besten Schutz bietet eine Absturzsicherung im Sinne der technischen Regeln (ASR A2.1, TRBS 2121, DIN 4426). Ziel ist es, den Gefahrenbereich beispielsweise durch Umwehrungen oder Überdeckungen zu sichern, so dass der Zugang zu einer potentiellen Unfallstelle oder der Absturz durch eine Dachöffnung grundsätzlich verhindert wird. Neben umlaufenden Geländern, welche geprüft und zertifiziert sein müssen, können lediglich dauerhaft eingebaute Schutzsysteme eine vergleichbare Schutzwirkung erreichen.

Eine weitere Möglichkeit Lichtkuppeln und Lichtbänder dauerhaft und kollektiv zu sichern, bieten die sogenannten Auffangeinrichtungen. Damit sind in der Regel Maßnahmen gemeint, die unterhalb der Verglasung von Lichtkuppel oder Lichtbandkonstruktion ihre Schutzwirkung entfalten. Besonders bewährt hat sich der Einsatz von Durchsturzgittern, die an Aufsetzkränzen oder Zargen befestigt werden und nach GS-BAU-18 geprüft und zertifiziert sind. Großer Vorteil dieser Konstruktionen ist, dass das Sicherheitsniveau auch beim Einsatz von RWA-Geräten oder Lüftungsklappen – selbst in komplett geöffnetem Zustand – bestehen bleibt. Solche Systeme wirken ebenfalls permanent und kollektiv – also jederzeit und für jedermann – weil sie ihre Schutzwirkung unmittelbar auch ohne Anwenderschulung entfalten.

 

Kollektives Sicherheitspaket für sichere Wartung und Instandhaltung

Der Sanierungsauftrag der Tageslichtelemente in Holzminden umfasste die Lichtkuppeln und Lichtbänder auf insgesamt 26 Flachdächern des Produktionsbereiches. Für Wartung und Instandhaltung werden diese Dachflächen regelmäßig von verschiedenen Dienstleistern im Rahmen der Erfüllung ihrer Dienstleistungsaufgaben inspiziert und instandgehalten. Um diesem Personenkreis ein absturzsicheres Arbeitsumfeld zu bieten, empfahlen die Essmann-Tageslichtexperten kollektive Maßnahmen zur Durchsturzsicherung, die mit Mehrfachnutzen ausgestattet sind.

Das Sicherheitskonzept für Stiebel Eltron basiert auf drei bewährten Essmann-Ab- und Durchsturzsystemen: Ein außen aufgebrachtes, bewährtes und robustes „HDS-System“, bestehend aus einer rautenförmigen, perforierten Aluminiumkonstruktion, die mit Abstand zur Lichtkuppelverglasung auf den Lichtkuppel-Einfassrahmen montiert wird, schützt gleich dreifach. HDS steht für optimalen Hagelschutz, Durchsturzsicherheit und Sonnenschutz. Darüber hinaus wird das Oberlicht zusätzlich gegen Vandalismus geschützt.

Als weitere Sicherungsmaßnahme kam die integrierte Durchsturzsicherung „ID 1200“ zur Anwendung. Hierbei handelt es sich um einen Aufsatz aus stabilen Aluminiumlisenen, der quer zu den Tragsprossen im Anprallbereich der Lichtbänder innen aufgebracht wird. Diese Lisenen schützen vor einem möglichen Durchsturz. Die integrierte Durchstutzsicherung entspricht den Anforderungen der DIN 4426, ist mit einer Last von 1200 J entsprechend den europäischen Anforderungen geprüft und garantiert eine Durchsturzsicherheit bis zu einer Aufprallhöhe von 2,40 Meter.

Bei Stiebel Eltron ergänzt das Essmann-„EAD-System“ (Ab- und Durchsturzsicherung) das Sicherheitskonzept. Es garantiert Ab- und Durchsturzschutz bei geöffneter und geschlossener Lichtkuppel. Durch das innovative Falldämpfungssystem (IFS) wird die Aufprallenergie hervorragend absorbiert und die Unterkonstruktion des Oberlichtes weniger belastet. Bei werkseitiger Vormontage ist die Absturzsicherheit der Dachöffnung schon nach dem Einbau des Aufsetzkranzes gegeben. Das System bietet grundsätzlich die Sicherung direkt an der Absturzkante, so dass ein Abstürzen schon im Ansatz verhindert wird.

Alle genannten Essmann-Sicherheitskomponenten erfüllen die Primäranforderung der ASR A2.1. und sind nach GS-BAU-18 und DGUV Test-Zertifikat zertifiziert. Die Flachdächer am Produktionsstandort von Stiebel Eltron in Holzminden sind durch diese umfassende Sanierung für lange Zeit gut gerüstet und sicher begehbar.

3. Deutscher Fachkongress für Absturzsicherheit 2018

Das Thema „Absturzsicherheit“ geht jeden etwas an. Während der Planungs- und Bauphase spielt es ebenso eine tragende Rolle, wie im Betrieb des Gebäudes. Doch leider beschäftigen sich Planer, Bauunternehmer, Handwerker und Facility Manager viel zu wenig mit diesem (lebens-)wichtigen Thema. Der 3. Deutsche Fachkongress für Absturzsicherheit am 6. und 7. November 2018 in Bonn gibt Antworten und Denkanstöße zu den Themen Planung der Absturzsicherung, Absturzsicherung in der Betriebspraxis, Services von Herstellern, Produkte für Handwerker, Systeme auf der Baustelle, Rechtliche Rahmenbedingungen.

Nähere Informationen gibt es unter: https://bauverlag-events.de/event/3-deutscher-fachkongress-fuer-absturzsicherheit-2018/

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