Elektro/Licht/Sicherheit | Unternehmen + Markt | 03.06.2011

Sinnvoll

Eine hochwertigere Elektroinstallation

Auf nur etwa 3 % der Gesamtinvestitionen belaufen sich aktuell in einem neu gebauten Einfamilienhaus durchschnittlich die Aufwendungen für die Elektroinstallation. Dabei gibt es Gründe in eine bessere Ausstattung zu investieren: Zum einen verändert sich die Anzahl der Elektrogeräte im Haushalt, gerade im Bereich der Kommunikationstechnik wächst der Ausstattungsgrad ständig und benötigt daher eine zukunftssichere Auslegung, zum anderen besteht die Notwendigkeit, die Technik im Haus wirtschaftlicher und damit effizienter zu betreiben. Die Verknüpfung der klassischen Elektroinstallation mit Komponenten der Gebäudesystemtechnik (üblicherweise ein Bus-System) schafft dafür entsprechende Möglichkeiten. Bereits mit einem geringen Mehraufwand lassen sich Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung, Sonnenschutz und weitere Funktionen vernetzen. Die HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e. V. hat diese Anforderungen in die vom RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung zertifizierte RAL-RG 678 (Ausgabe März 2011, die die Fassung von 2004 ablöst) einließen lassen.

Dr. Jan Witt, Geschäftsführer der HEA erklärt dazu: „Bis zum Jahr 2020 soll der Wärmebedarf um 20 % reduziert werden und bis 2050 ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand vorhanden sein. Das ist ohne eine vernetzte Gebäudesystemtechnik nicht möglich. Sie dient insbesondere dazu, das komplexe Zusammenwirken der Anlagentechnik zu optimieren, den Nutzen des energie- und kostenoptimierten Betriebs ebenso zu gewährleisten wie die stark gestiegenen Ansprüche an Komfort und Sicherheit. Selbst bei absolut perfekter Wärmedämmung und luftdichter Ausführung der Gebäudehülle lässt sich die notwendige Heizenergie zwar reduzieren, jedoch verbleiben der zu deckende Bedarf für die Trinkwassererwärmung und die Erwärmung der frischen Luft im Gebäude. Allein dieser, den es auch im Jahr 2020 oder 2050 geben wird, beträgt nach Berechnungen der HEA beim heutigen Gebäudebestand rund 200 Mrd. kWh/a. Durch Einbindung von erneuerbaren Energiequellen und kostenloser Umweltwärme lässt sich das weitgehend decken, erforderlich ist eine entsprechende Gebäudesystemtechnik. Auch der Nutzer selbst ist einzubeziehen. Wir brauchen daher sowohl Anzeige- als auch Steuerelemente für den Energieverbrauch in Gebäuden. Das sollte bereits in der Planung von Neubau und Modernisierungsmaßnahmen Gegenstand der Überlegungen bei Investoren und Eigentümern sein.“

Grundlage für die RAL-Kennzeichnung ist die DIN 18015-2, für die Gebäudesystemtechnik DIN 18015-4. Erstere legt die Mindestanforderungen für die Elektroinstallation in Wohngebäuden fest, zweite die Vorgaben an die Gebäudesystemtechnik. Die Richtlinie RAL-RG 678 „Elektrische Anlagen in Wohngebäuden – Anforderungen“ des Deutschen Instituts für Gütesicherung und Kennzeichnung beschreibt nun sechs Ausstattungswerte: Neben 1 (gekennzeichnet mit einem Stern), 2 (gekennzeichnet mit zwei Sternen) und 3 (drei Sterne) kommen drei weitere für die Ausstattung mit Gebäudesystemtechnik hinzu: von 1 plus (gekennzeichnet mit einem Stern und dem Wort „plus“), 2 plus und 3 plus. Dafür ist eine entsprechende Ausstattung im Bereich der Gebäudesystemtechnik durch die Verlegung von Leerrohren zumindest vorzubereiten („1 plus“) oder zumindest in Teilbereichen durchzuführen.

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  • Heft 06 / 2012

    Behagliche Wärme aus dem Abwasserkanal – Das Kinderhaus Märzwiesen in Rauenberg

    Dass für die behagliche Wärme im Neubau der Kindertagesstätte Märzwiesen das Abwasser im Kanal vor dem Gebäude herhalten muss, wirkt zunächst befremdend. Bei genauerem Hinsehen erkennt man Vorteile, die gut nachvollziehbar sind und sich auf weitere, zukünftige Projekte im In- und Ausland übertragen lassen. Im Interesse des Klimaschutzes liegt es nahe, auch Abwärme zu nutzen.

  • Heft 07- 08/2012

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