Elektro/Licht/Sicherheit | Unternehmen + Markt | 18.05.2018

Die Light+Building 2018

Digitalisierung in der Gebäudetechnik – Teil 2

  • Die Lichttechnik bietet nicht nur vielfältige Möglichkeiten zur Beleuchtung, ... Foto: mcl

  • ... sondern auch zum Setzen von Lichtakzenten und für kreative Gestaltungsmöglichkeiten. Foto: mcl

  • Mit einer Lichtdecke wurde am Triluxstand jede Stunde der Verlauf des Tageslichts im Schnelldurchlauf dargestellt. Foto: Trilux

  • Hallentiefstrahler „Highbay“ mit Funklösung Foto: Lunux

  • Mit digitalen Dienstleistungen zur Vernetzung von Gebäuden und Städten mittels der Licht-Infrastruktur präsentierte sich die Zumtobel-Gruppe. Foto: Zumtobel Group

  • Eröffnung der Luminale am Frankfurter Römer Foto: Ralf Larmann

Neben der ­Gebäudeautomation und der digitalen Elektrotechnik in Gebäuden war Licht das beherrschende Thema der Light+Building 2018. Themen wie „Human Centric Lighting“ (HCL), eine vernetzte, sensorgesteuerte Beleuchtung und sich daraus entwickelnde neue Serviceleistungen, wie die cloudbasierte Datenanalyse, fanden im Bereich der Lichttechnik, Beleuchtung und Lichtsteuerung großen Anklang bei den Messebesuchern, wie der zweite Teil des Nachberichts zur Fachmesse in Frankfurt am Main zeigt.

Biologisch wirksames Licht

Kunstlicht, das dem täglichen, vom Sonnenlicht durch unterschiedliche Lichtfarben bestimmten Rhythmus des Menschen entgegenkommt, wird als biologisch wirksames Licht bzw. Human Centric Lighting“ (HCL) bezeichnet. Eine auf diese Basis entwickelte Beleuchtungslösung versucht, den biologischen Prozess der Hormonsteuerung zu unterstützen. Eine biologisch ausgerichtete Leuchte folgt hinsichtlich der Lichtfarbe dem Verlauf der Sonne und sorgt so für eine gesündere Beleuchtungslösung. Dabei müssen allerdings ebenso die Aspekte Lichtintensität und Lichtrichtung berücksichtigt werden, um die Wirkung einer solchen Anlage entsprechend zu maximieren. Die Sonne hat Beleuchtungsstärken zwischen 3.000 Lux (trüber Wintertag) und 100.000 Lux (direkte Sonneneinstrahlung). Auch die Licht­richtung, z.B. nimmt diffuses Himmelslicht einen erheblichen Teil im Sichtfeld des Menschen ein, ist hier zu berücksichtigen. Eine großflächige Beleuchtung im oberen Halbraum ist demnach wünschenswert, da diese die untere Hälfte der Netzhaut, in der sich die meisten lichtsensitiven Zellen befinden, am besten erreicht. Alle drei Faktoren (Lichtfarbe, Lichtintensität und Lichtrichtung) müssen bei einer HCL-Beleuchtungsplanung berücksichtigt werden, um der Wirkung des Sonnenlichtes möglichst nahezukommen. Besonders im Fokus stehen Lichtlösungen für die Bürowelt und das Gesundheitswesen, da hier die positiven Effekte am wirkungsvollsten sind. Aber auch in der Industrie wird eine HCL-Beleuchtung bereits in Bereichen mit Mehrschichtarbeit eingesetzt.

Vernetzte Beleuchtung

Philips Lighting bietet mit der IoT-Plattform (Internet of Things = Internet der Dinge) „Interact“ datengeschützte Dienste an. Diese sind eine Möglichkeit, vernetzte Beleuchtungssysteme in Verbindung mit dem Internet der Dinge zu nutzen. Künftig geht es darum, aus den von den vernetzten Beleuchtungssystemen generierten Daten, Servicedienstleistungen anzubieten. Ein solcher Dienst könnte etwa darin liegen, über die erfassten Daten auf die Raumauslastung zu schließen und so nach einer Datenanalyse die Nutzung der Büroräume zu optimieren. Philips Lighting hat weltweit bereits 29 Mio. vernetzte Lichtpunkte installiert. Bis zum Jahr 2020 soll jedes neue hergestellte LED-Produkt netzwerkfähig sein. Einen weiteren interessanten Ansatz bietet LiFi als gleichzeitige Breitband-Internetverbindung und hochwertige Beleuchtung. LiFi ist eine drahtlose Zwei-Wege-Hochgeschwindigkeitstechnologie zur Kommunikation, ähnlich wie WLAN (WiFi). Die Datenübertragung erfolgt bei LiFi allerdings nicht durch Funkwellen, sondern durch Licht. Büroleuchten von Philips Lighting mit LiFi-Technologie bieten eine Breitbandverbindung mit einer Geschwindigkeit von 30 MB/s ohne Abstriche bei der Lichtqualität. Damit kann ein Nutzer mehrere Videos in HD-Qualität gleichzeitig streamen und dabei Videogespräche führen. Jede Leuchte ist mit einem integrierten Modem ausgestattet, das das Licht mit einer Geschwindigkeit moduliert, die für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar ist.

Über Funk verbundene Sensoren oder Bewegungsmelder erlauben eine optimale Ausnutzung des Tageslichts und bedarfsgerechte Beleuchtung mit dem Hallentiefstrahler „Highbay“ von Lunux. Herzstück der Funksteue­rung ist ein „Light Controller“, der ein drahtloses Beleuchtungsmanagement ermöglicht. Über eine „Wireless Sensor Bridge“ können Tageslichtsensoren oder Bewegungsmelder in die Steue­rung integriert werden. Die Funk­lösung ist per Smartphone oder PC flexibel steuerbar.
Im Rahmen einer Kooperation mit der Deutschen Telekom, die hierfür eine Plug-&-Play-Lösung entwickelt hat, ermöglicht Trilux eine einfache Vernetzung der Beleuchtung mit der Cloud. So können mit den cloudbasierten Dienstleistungen „Energy Monitoring“ und „Light Monitoring“ über das Trilux-Lichtmanagementsystem „LiveLink“ alle Leis­tungs­daten von Leuchten unkompliziert ausgelesen werden. Auf diese Weise lassen sich nicht nur Energiekosten überwachen, sondern auch Wartungszyklen optimieren.
Zumtobel Group Services (ZGS) zeigte am Beispiel einer mit Sensoren für etwa CO2, VOC und Bewegungserfassung bestückten Bürostehleuchte wie die Beleuchtung konkret für künftige Dienstleistungen genutzt werden kann. Dabei bringen Leuchten ideale Voraussetzungen mit sich, da sie üblicherweise dort eingesetzt werden, wo sich Menschen aufhalten. Gebäude­betreiber erhalten so tiefere Einblicke und Informationen der Gebäudeprozesse, und das in Echtzeit. ZGS bündelt dafür das Serviceangebot rund ums Licht unter einem Dach. Der Kunde erhält die ausgewerteten Daten auf sein Dashboard, also sein Cockpit auf dem Bildschirm, auf dem alle wichtige Daten nach seinen Wünschen optisch aufbereitet dargestellt werden.
Vernetzte Lösungen stehen auch bei der strategischen Partnerschaft von Danfoss, Somfy und Schneider Electric im Mittelpunkt, welche die drei Unternehmen auf der Light+Building vorgestellt haben. Es gehe darum, ein „Ökosystem der Konnektivität“ zu entwickeln. Dieses soll die Vernetzung im Wohnbau und bei mittelgroßen Gebäuden beschleunigen. Im Zuge der Zusammenarbeit werden die drei Partner ihre Konnektivitäts- und Technologiestrategien für ein offenes Ökosystem aufeinander abstimmen. Zudem werden die Produkte auf Controller- oder Cloud-Ebene durch eine Programmierschnittstelle (API) nahtlos interoperabel.

Die nächste Light + Building findet vom 8. bis 13. März 2020 in Frankfurt am Main statt.

Die Luminale

Die Luminale als Biennale für Lichtkunst und Stadtgestaltung bietet über das Geschehen auf dem Messegelände der Light+Building hinaus die Gelegenheit, sich von den vielseitigen Möglichkeiten der Lichtgestaltung und Lichtkunst einen Eindruck zu machen.

2018 luden 149 Projekte, Lichtinstallationen, Performances und Diskussionsrunden genau dazu ein. Beachtung fanden dabei nicht nur die großflächigen Installationen an der Alten Oper, am Römer und in der Katharinenkirche, sondern auch die kleineren Arbeiten auf dem Weg. Zur neunten Ausgabe der Luminale hatten die Organisatoren Licht und Kunst mit einer Debatte über urbane Herausforderungen im 21. Jahrhundert verknüpft. „Mit der Luminale wollen wir langfristig Impulse für eine nachhaltige Stadtgestaltung setzen“, erläutert Festivaldirektorin Isa Rekkab.

Thematisch passende Beiträge

  • Biodynamisches Licht im Büro

    Das Lichtmanagementsystem „Pulse VTL“ von Waldmann imitiert den dynamischen Tageslichtverlauf und holt so das natürliche Lichterlebnis und dessen positive Wirkung an den Büroarbeitsplatz. Der Hersteller setz seit zehn Jah­ren eine biologisch wirksame Beleuchtung im Programm und setzt sie in Leuchten mit dem Lichtmanagementsystem Visual Timing Light (VTL) im Pflegebe­reich ein. Eine erste Umsetzung...

  • Bürobeleuchtung

    Für beste Arbeitsergebnisse

    Wechselnde Tätigkeiten wie Schreibtischarbeit, Meeting oder Telefonkonferenz sind im modernen Büro an der Tagesordnung. In den Bürowelten von heute stellt die Beleuchtung den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt und schafft ideale Voraussetzungen für Flexibilität und erfolgreiches Arbeiten. Lichtmanagement unterstützt Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit durch eine angenehme, komfortabel nutzbare und individuell anpassbare Beleuchtung. Lichtsteuerung, effiziente Lichtquellen und intelligente Sensorik können zwischen 55 und 80 % Energie und Stromkosten einsparen.

  • Exklusiver Online-Beitrag: LED- und Sensor-Technik für die Uniklinik in Poitiers

    Licht für das Wohlergehen

    Die Lichtinstallation des Universitätskrankenhauses im französischen Poitiers unterstützt dank „Human Centric Lighting“-Ansatz die Behandlung der Krebspatienten in einem speziellen Raum. Durch moderne LED-Tunable-White-Technologie und ein individuell gestaltetes und beleuchtetes Deckenbild wird dort eine natürliche Umgebung für mehr Wohlbefinden simuliert.

  • Caverion und Osram Lighting Solutions kooperieren

    Gemeinsame Roadshow im Oktober 2016

    Die Unternehmen Caverion und Osram Lighting Solutions haben sich auf eine strategische Kooperation beim Thema Lichtsysteme verständigt. Caverion ist damit in der Lage, Kunden optimale Beratungs- und Produktlösungen im Bereich energieeffiziente Beleuchtung und Lichtsteuerung anzubieten. Im Oktober 2016 informieren Spezialisten beider Unternehmen im Rahmen einer Roadshow über energie- und...

  • Exklusiver Onlinebeitrag: Dynamische Lichtlösungen

    Mit biodynamischem Licht dem natürlichen Lichtverlauf folgen

    Biodynamisches Licht unterstützt die Natur des Menschen, denn es nimmt sich das natürliche Licht und seine Dynamik zum Vorbild. Es berücksichtigt die drei Ebenen der Lichtwirkung (visuell, emotional und biologisch) und passt die vier Dimensionen des Lichts, Intensität, Richtung, Farbe und Zeit, an die sich stetig verändernden menschlichen Bedürfnisse an. Die essentielle Beziehung des Menschen zum Licht unterstützt ihn so auf natürliche Weise in seinem modernen Lebens- und Arbeitsalltag.

alle News

News der SHK- und Kältebranche

  • Alle News


  • Alle News


  • Top 5 - Meistgelesen

    Inhalte der nächsten Heftausgaben

    • Heft 01 / 2019

      Denkmalgerechte Sanierung im Dresdner Kulturpalast – Gebäudetechnisches Innenleben komplett erneuert

      Zwei Jahre lang wurde der Dresdner Kulturpalast von Grund auf modernisiert. Denn nachdem er nicht mehr an die vergangenen Jahrzehnte des glanzvollen Ruhms anknüpfen konnte, war eine Frischekur von innen nötig. Um den heutigen Anforderungen an Technik und Akustik gerecht werden zu können, musste die gesamte Innenstruktur des historischen Baus verändert werden. Zwei Teams der Wisag Industrie Service Gruppe mit insgesamt bis zu 85 Mitarbeitern gaben über fast zwei Jahre alles, um den Auftrag unter strengen Vorgaben zu erfüllen. Hand in Hand und Schritt für Schritt wurde aus dem Kulturhaus mit veralteter Technik und überholten Schutzmaßnahmen ein modernes Kulturzentrum für Künste und Wissen – mit seinem markanten Konzertsaal als Herzstück.


      Foto: Wisag Industrie Service Holding, 2018

    • Heft 02 / 2019

      Dezentrale Trinkwarmwasserversorgung – Effizient und hygienisch erprobt

      Frischwasserstationen sind bereits seit Jahren eine feste Größe in der Wohnungswirtschaft. Sie können stoßweise warmes Wasser bereitstellen – und das energieeffizient sowie hygienisch einwandfrei. Zudem können die Größe des Pufferspeichers und damit einhergehende Wärmeverluste begrenzt werden. Genutzt werden können diese Vorteile jedoch nur bei richtiger Planung und Auslegung.
      Frank Urbansky, Freier Journalist und Fachautor, Mitglied der Energieblogger, 04158 Leipzig

      Foto: Buderus

    tab @ Twitter

    Branchenbuch der Kälte- und Klimatechnik

    Branchenbuch der Kälte- und Klimatechnik

    Branchenbuch der Kälte- und Klimatechnik

    Das Branchenbuch der Kälte- und Klimatechnik bietet ausführliche Informationen rund um die Anbieter von Kälte- und Klimatechnik.
    Hier geht's zur Online-Recherche

    Anbieter finden:

    Finden Sie mehr als 4.000 Anbieter im EINKAUFSFÜHRER BAU - der Suchmaschine für Bauprofis!

    tab-Newsletter
    • » Zweimal im Monat kostenlose News.
    • » Heft-Highlights – auch ohne Heft-Abo.
    • » Bei Nichtgefallen jederzeit zu kündigen.

    Riskieren Sie einen kurzen Blick und erhalten Sie weitere Informationen.