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Heizung | News | 23.02.2012

Forschung in Flächentemperiersysteme

Den Wand„teppich“ als Heizkörper?

  • 3D-Abstandgewirk als Trägermaterial für Warmwasser durchströmte Rohrschlangen

  • Vormuster eines heizenden Textil„teppichs“

  • Bringt Textil und Energie auf effektive Weise zusammen: NEMO-Netzwerkmanagerin Steffi Volland

Mit einem bisher für diese Zwecke selten verwendeten Material wollen mitteldeutsche Textilforscher im Verbund mit Kleinfirmen aus mehreren Bundesländern ein neues Kapitel in der Gebäudekli­ma­tisierung aufschlagen. 14 Part­ner des Netzwerkes InoReTex (www.inoretex.de) entwickeln für Wand und Decke textile Flächensysteme zum energiesparenden Heizen und Kühlen. Dass Textilien in Form farbiger Wandbehängen oder teppichartiger Flächen zur Klimatisierung vor allem von Büroräumen genutzt werden sollen, geht auf eine Grundidee von Netzwerkmanagerin Steffi Volland zurück: „Ich leite seit vielen Jahren ein Textilunternehmen, und als die Finanzmarktkrise kam, haben wir uns mit Energieberatung ein zweites Standbein geschaffen.“ Ihr branchenübergreifender Innovationsansatz wurde inzwischen Arbeitsthema eines BMWi-geförderten NEMO-Netzwerks mit multifunktionalem Know-how unter Einbeziehung der Forsch­ungs­kompetenz benachbarter Hochschul- und Wissenschafts-einrichtungen wie des in Greiz ansässigen Textilforschungsins­tituts Thüringen-Vogtland und der Westsächsischen Hochschule Zwickau. Zudem unterstützen das Bundeswirtschaftsministerium und das Land Sachsen fünf zusätzliche Einzelvorhaben mit weiteren Finanzmitteln.

Die InoReTex-Akteure verfolgen drei, technisch zum Teil sehr unterschiedliche Applikationen: Die Kombination textiler Heizflächen mit 3D-Abstandsgewirken zu konfektionierbarem Trägermaterial mit entsprechenden Rohrsystemen; parallel werden neuartige Kleinwasserkraftanlagen in textilen Röhren und überdurchschnittlich effizientem Energieeintrag im Leistungsbereich bis 2,5 kW konzipiert. Zudem wird mit Blick auf Caravans und Transportfahrzeuge an einem textilbasierten Modul zur Flächenmaximierung für den Einsatz von Photovoltaik zur internen Energiegewinnung gearbeitet. Wie das Netzwerkmanagement mitteilte, seien die Arbeiten an den Klima-Textilflächen am weitesten fortgeschritten. Demnach soll es drei Ausführungen von Wand- und Deckensystemen geben: Wasserführende 3D-Gewirke „unter Putz“ zum direkten Anschluss an das Heizsystem, gewebte textile Flächenheizkörper mit Raumgestaltungspotential und schließlich mehr als 1 cm dicke 3D-Gewirke mit Wärmedämm- und zugleich Schalldämmfunktion. Bei dieser Neuerung zur Raumklimatisierung spielen in Schläuche integrierte PCM- (Latentwärme)-Speicher eine Hauptrolle. Bei allen InoReTex-Systemen soll die erzeugte Wärme über eine große Fläche in den Raum eingebracht werden. Dabei wird mit einem niedrigen Temperaturvorlauf seitens des Heizsystems gearbei­tet. Sämtliche Systeme sind für die Anwendung in Niedrigenergieobjekten vorgesehen. Erste Prototypen sollen im Laufe des Jahres 2012 verfügbar sein.

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  • Heft 06 / 2012

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    Dass für die behagliche Wärme im Neubau der Kindertagesstätte Märzwiesen das Abwasser im Kanal vor dem Gebäude herhalten muss, wirkt zunächst befremdend. Bei genauerem Hinsehen erkennt man Vorteile, die gut nachvollziehbar sind und sich auf weitere, zukünftige Projekte im In- und Ausland übertragen lassen. Im Interesse des Klimaschutzes liegt es nahe, auch Abwärme zu nutzen.

  • Heft 07- 08/2012

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